Es gibt Neuigkeiten aus der Welt der Kryptowährungen, die für ordentlich Aufsehen sorgen. BlackRock, der Gigant unter den Vermögensverwaltern, hat kürzlich eine umfassende Stellungnahme an die Office of the Comptroller of the Currency (OCC) geschickt. Diese 17-seitige Analyse hat es in sich, denn sie fordert die Streichung einer geplanten 20%-Obergrenze für tokenisierte Reserve-Assets, die im Rahmen des GENIUS Act diskutiert wird. Wer hätte gedacht, dass eine solche Regelung so viel Staub aufwirbeln könnte?
Die Kommentierungsphase für diese Regelung begann am 2. März und endete am letzten Tag der Frist. BlackRock bezeichnet die Obergrenze als „überflüssig“ für die Ziele der OCC. Nach Ansicht des Unternehmens hängt das Reservenrisiko nicht von der Nutzung einer Blockchain ab, sondern vielmehr von Kreditrating, Laufzeit und Liquidität. Ein Punkt, den man nicht ignorieren sollte!
Der BUIDL-Fonds und die Stablecoin-Strategie
Wusstest du, dass BlackRock mit seinem BUIDL-Fonds fast 2,6 Milliarden USD an Vermögenswerten hält? Damit stellt der Fonds über 90% der Reserven von Ethenas USDtb und Jupiters JupUSD auf Solana bereit. Wenn man bedenkt, dass eine 20%-Obergrenze das Wachstum von BUIDL innerhalb der zulässigen Stablecoin-Reserven einschränken würde, ist es kein Wunder, dass der Vermögensverwalter sich so energisch gegen diese Einschränkung wehrt.
Interessanterweise führt Circles USYC den Markt für Tokenisierung an und verwaltet stolze 2,9 Milliarden USD an Vermögenswerten. BlackRock hat also einen gewaltigen Konkurrenten im Nacken, wenn es um die Marktanteile der Stablecoins geht. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung, dass ETFs gemäß Abschnitt 4 des Gesetzes als Reserven gelten sollen, einschließlich Treasury-ETFs, ein cleverer Schachzug. Das Unternehmen möchte sogar, dass zweijährige US-Treasury-Notes mit variablem Zinssatz als zulässige Assets anerkannt werden. Diese Wertpapiere bieten wöchentliche Kupon-Anpassungen und eine begrenzte Preisvolatilität – was könnte daran nicht gut sein?
Neue Entwicklungen und die BSTBL-Initiative
Aber das ist noch nicht alles. BlackRock hat gerade den BlackRock Select Treasury Based Liquidity Fund (BSTBL) ins Leben gerufen. Dieser Fonds soll die Konformität der Stablecoin-Reserven im Einklang mit dem GENIUS Act unterstützen und zielt darauf ab, die Liquidität im Bereich digitaler Zahlungen zu erhöhen. Jon Steel, der Global Head of Product und Platform für BlackRock Cash Management, führt diese wichtige Initiative an. Die Fluidität, die dieser Fonds bieten könnte, wird sicherlich einen bedeutenden Einfluss auf die US-Treasurymärkte haben.
Mit einem jüngsten Investment von 1 Milliarde USD in Bitcoin zeigt BlackRock sein Engagement für digitale Vermögenswerte. Branchenexperten sind optimistisch und prognostizieren, dass die Marktkapitalisierung von Stablecoins bis 2030 auf beeindruckende 4 Billionen USD ansteigen könnte, während der aktuelle Markt bereits über 313 Milliarden USD beträgt. Das ist ein Wachstum, das man nicht ignorieren kann!
Regulierung und die Zukunft der Stablecoins
Der regulatorische Druck nimmt zu. Die Brookings Institution hat ebenfalls eine Stellungnahme eingereicht, die höhere Kapitalanforderungen für nicht versicherte Einlagen fordert. Der 376-seitige Vorschlag steht in Verbindung mit Regulierungsverfahren der FDIC, Treasury, FinCEN und OFAC. Für alle diese Verfahren gilt eine Einhaltungsfrist bis Januar 2027. Die Debatte über die Regulierung von Stablecoins und die damit verbundenen Reserven, Verwahrung und die Behandlung von Tokenisierung als Risikofaktor ist in vollem Gange.
BlackRock mischt sich also aktiv in die Gestaltung der neuen US-Stablecoin-Regeln ein und kritisiert die geplanten Einschränkungen für Reserveanlagen im GENIUS Act. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich diese Diskussionen entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die gesamte Branche haben werden. Die Frage bleibt: Wird die OCC den Forderungen von BlackRock nachgeben und die Obergrenze aufheben? Wir dürfen gespannt bleiben!