In der Welt der Kryptowährungen tut sich gerade einiges! BlackRock, einer der größten Finanzakteure weltweit, hat ein Auge auf die Regulierung tokenisierter Finanzprodukte in den USA geworfen. So hat das Unternehmen beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC) ein Kommentarschreiben zum GENIUS Act eingereicht. Und das ist kein kleines Anliegen – BlackRock fordert bedeutende Änderungen an den geplanten Reservevorschriften des GENIUS Act.

Ein zentraler Punkt in BlackRocks Forderung ist die Ablehnung der geplanten Obergrenze von 20 Prozent für tokenisierte Reserveassets. Die derzeitige Liste der zulässigen Reserveassets umfasst lediglich Barmittel, Fed-Einlagen, Sichteinlagen, Staatsanleihen bis 93 Tage, Übernacht-Repos und staatliche Geldmarktfonds. Klingt nach wenig Spielraum, oder? BlackRock möchte diese Liste erweitern und damit mehr Flexibilität in der Tokenisierung schaffen. Man könnte sagen, sie sehen hier großes Potenzial, um Compliance-Anforderungen effizienter abzubilden.

Der GENIUS Act und seine Konsequenzen

Der GENIUS Act wurde im Juli 2025 mit einer breiten parteiübergreifenden Mehrheit verabschiedet – im Senat mit 68 zu 30 und im Repräsentantenhaus mit 308 zu 122 Stimmen. Die finale Regelgebung durch OCC und Treasury ist bis Mitte Juli 2026 geplant, wobei die Kommentarfrist bereits Anfang Juni 2026 endet. BlackRock ist nicht allein in diesem Kampf; auch andere Finanzinstitutionen und Krypto-Compliance-Firmen haben ihre eigenen Kommentare angekündigt oder eingereicht. Man fragt sich, ob diese restriktiven Tokenisierungsobergrenzen US-Emittenten nicht eher benachteiligen könnten.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die regulatorische Situation in Europa. Die EU hat mit dem MiCA-Regelwerk einen eigenen Rahmen für Asset-Referenced Tokens und E-Money Tokens etabliert, der flexibler ist als der GENIUS Act. Das könnte zu einer regulatorischen Arbitrage führen, falls die US-Regeln restriktiv bleiben. Und wenn man BlackRocks Lobbying betrachtet, könnte das sogar Einfluss auf europäische Regulierungsdiskussionen haben.

Die Vision von Larry Fink

Doch damit nicht genug! Larry Fink, der CEO von BlackRock, hat in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre klargestellt, dass er an die transformative Kraft der digitalen Vermögenswerte und der Tokenisierung glaubt. Er sieht in diesen Technologien das Potenzial, das Finanzsystem auf moderne Beine zu stellen. Fink warnt, dass das aktuelle US-Wirtschaftsmodell viele Menschen zurücklässt und die Gewinne hauptsächlich bei den Vermögensbesitzern landen. Seine Vision? Ein faireres System durch Tokenisierung und digitale Verteilung, das den Zugang zum Investieren erweitern und die Marktmechanismen verbessern könnte.

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Fink vergleicht die Tokenisierung mit dem Internet in den 90ern und stellt fest, dass sie traditionelle und neue Systeme miteinander verbinden könnte. Das ist schon ein gewagter Vergleich, aber er hat einen Punkt. BlackRock hat bereits eine „frühe Führungsposition“ im Bereich digitaler Vermögenswerte aufgebaut, mit fast 150 Milliarden US-Dollar in digitalen Märkten. Der USD Institutional Digital Liquidity Fund (BUIDL) von BlackRock gilt als der größte tokenisierte Fonds weltweit. Das sind beeindruckende Zahlen!

Trotz der positiven Visionen warnt Fink, dass große wirtschaftliche Umwälzungen nicht mehr allein von Banken, Unternehmen und Regierungen finanziert werden können. Es ist offensichtlich, dass der Druck auf das alte Finanzmodell steigt. Umso mehr wird es spannend zu beobachten, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln und ob die Tokenisierung tatsächlich die erhofften Veränderungen mit sich bringt.