Krypto unter Druck: Der CLARITY Act und die ungewisse Zukunft der Regulierung
Heute ist der 24.07.2026, und die Nachrichten rund um den CLARITY Act sind alles andere als erfreulich. John Thune, der Mehrheitsführer im US-Senat, hat am 24. Juli bestätigt, dass das Gesetz zur Regulierung digitaler Vermögenswerte die Frist vom 7. August verfehlen wird. Ein klarer Rückschlag für die Krypto-Community, die auf eine schnelle Verabschiedung gehofft hatte. Thune sprach von Differenzen über Ethik-Regelungen, die die Parteien auseinanderdriften lassen. Doch er hegt noch einen Funken Hoffnung auf eine Einleitung des Verfahrens im Plenum. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz kurzfristig verabschiedet wird, sinkt jedoch rapide. Marktbeobachter schätzten die Chancen am gleichen Tag auf gerade einmal 37 %.
Die Situation hat sich inzwischen weiter zugespitzt. Galaxy Research hat die Prognose für eine Verabschiedung bis 2026 sogar auf 30 % gesenkt. Ein Blick auf die Prognosemärkte zeigt, dass die Quoten auf Polymarket von 43 % auf 35 % gefallen sind – das lässt aufhorchen. Auch die Aktien der Kryptobörse Coinbase haben unter dieser politischen Stagnation gelitten und sind um 4 % gefallen. Der 616 Seiten umfassende Gesetzentwurf von Senatorin Lummis beinhaltet eine Ethik-Klausel, die es Amtsträgern untersagt, digitale Vermögenswerte auszugeben oder zu fördern. Verstöße gegen diese Klausel sollen mit einer empfindlichen Strafe von 500.000 $ geahndet werden – und das bis zum 20. Januar 2029!
Streit um Ethik und Unterstützung im Senat
Der Streit um die Ethik-Klausel hat sich als wahrer Klotz am Bein herausgestellt. Sie betrifft sogar die Krypto-Bestände von Präsident Trump – kein Wunder, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten sind. Republikaner fordern die Durchsetzung der Regeln durch das Justizministerium, während die Demokraten eine Einbindung der Generalstaatsanwälte bevorzugen. Am 23. Juli lehnten sieben demokratische Senatoren den Gesetzesentwurf als unzureichend ab. Vor allem die Fragen zu Ethik und illegalen Finanzströmen stehen im Fokus. Um im Senat erfolgreich zu sein, benötigt der CLARITY Act 60 Stimmen. Da die Republikaner nur 53 Sitze haben, sind sie auf die Unterstützung der Demokraten angewiesen – bisher haben sich jedoch nur zwei demokratische Senatoren dem Entwurf angeschlossen.
Senatorin Lummis warnte eindringlich: Weitere Verzögerungen könnten die Regulierung bis ins Jahr 2030 hinausschieben. Das klingt nicht gerade optimistisch. Die Kryptoindustrie selbst erhöht den Druck auf die Politik. Im Wahlzyklus 2026 fließen rund 189 Millionen $ in Wahlkampfspenden. Das ist eine Menge Holz! Zudem unterstützt die US-Kryptoindustrie etwa 232.000 Arbeitsplätze und trägt jährlich über 55 Milliarden $ zur nationalen Wirtschaftsleistung bei. Ein ganz schönes Pfund, mit dem geworfen werden kann, oder?
Die ungewisse Zukunft des CLARITY Act
Die politische Zukunft des CLARITY Act bleibt also ungewiss, trotz eines vorsichtigen Optimismus von Beratern des Weißen Hauses. Es ist ein Spiel auf Zeit, das die Krypto-Industrie mehr und mehr unter Druck setzt. Die Unklarheit über die Regulierung digitaler Vermögenswerte schürt Unsicherheit in einem Markt, der ohnehin schon von Schwankungen geprägt ist. Wenn man sich die Entwicklungen in den letzten Wochen ansieht, könnte man meinen, hier werden Weichen für die kommenden Jahre gestellt – und zwar nicht nur für die Krypto-Community, sondern für die gesamte Finanzlandschaft.
