In der dynamischen Welt des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gibt es spannende Neuigkeiten: Die VDV eTicket Service GmbH & Co. KG (VDV-ETS) hat eine öffentliche Ausschreibung für zwei neuartige Softwarekomponenten veröffentlicht, die die Ticketing-Landschaft in Deutschland revolutionieren könnten. Im Fokus stehen dabei der interoperable Ticket- und Tokenspeicher sowie ein Software Development Kit (SDK) zur Tokenisierung von Kreditkarteninformationen.

Der geplante Tokenspeicher soll es ermöglichen, pseudonymisierte Token und Tickets sicher zu speichern, die von sogenannten Customer Contract Partners (CCP) ausgegeben werden. Dies bedeutet, dass Fahrgäste künftig bargeldlos in Fahrzeugen bezahlen und überregionale Ticketkontrollen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, nahtlos durchführen können. Die Anforderungen an das System sind hoch: Es muss hochverfügbar, diskriminierungsfrei und interoperabel sein, zudem muss das Hosting in Europa erfolgen und die strengen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfüllen. Die geschätzte Vertragslaufzeit beträgt drei Jahre und die Teilnahmeanträge müssen bis zum 6. Mai 2026 elektronisch eingereicht werden.

Innovative Software-Lösungen im ÖPNV

Das zweite Los der Ausschreibung bezieht sich auf ein SDK, das Kreditkarteninformationen gemäß ISO 24851 pseudonymisieren soll. Dieses SDK muss für verschiedene Betriebssysteme wie Windows Server, Linux, Android und iOS bereitgestellt werden. Interessant ist, dass die Eignungskriterien für die Projektteilnehmer angepasst wurden: Für Los 1 wurde die Mindestlaufzeit der Referenzprojekte von fünf auf drei Jahre verkürzt und das Mindestauftragsvolumen von 500.000 auf 300.000 EUR pro Jahr gesenkt. Für Los 2 gilt ein ähnlicher Nachlass, hier wurde das Mindestvolumen von 300.000 auf 200.000 EUR gesenkt.

Diese Entwicklungen könnten nicht nur die Ticketing-Strukturen vereinfachen, sondern auch dazu beitragen, dass Fahrgäste im ÖPNV besser informiert sind. Oft haben sie unzureichende Kenntnisse über die Verkehrssysteme ihrer Stadt und greifen stattdessen lieber auf konventionelle Verkehrsträger wie Taxis oder eigene Autos zurück. Digitale Lösungen können hier Abhilfe schaffen: Apps und Smartphones ermöglichen eine einfachere Navigation im ÖPNV und informieren über Verspätungen, Störungen und die Gültigkeit von Tickets.

Die Rolle neuer Technologien

Zusätzlich bieten neue Technologien wie Smartwatches und Datenbrillen erweiterte Möglichkeiten zur Informationsbereitstellung. Datenbrillen nutzen Augmented Reality, um eine individualisierte Navigation für Fahrgäste zu schaffen. Die AG Fraunhofer-People Mobility arbeitet an der Entwicklung digitaler Assistenzanwendungen, die das Nutzererlebnis im ÖPNV weiter verbessern sollen. Projekte wie SMART-WAY, Guide2Wear und RadAR+ zeigen, wie durch innovative Ansätze neue Maßstäbe für die digitale Mobilität gesetzt werden können.

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Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Ausschreibung des VDV eTicket Service ein wichtiger Schritt in Richtung einer modernen und benutzerfreundlichen Ticketing-Lösung im deutschen ÖPNV ist. Mit der Implementierung dieser Technologien könnte das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht nur einfacher, sondern auch attraktiver werden. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Entwicklungen in den kommenden Jahren entfalten werden!