Heute ist der 15.05.2026 und die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA ist bei den Fans der Schweizer Nationalmannschaft förmlich greifbar. Allerdings gibt es hinter den Kulissen auch einige Schattenseiten, die es zu beleuchten gilt. Die Nati wird zwei ihrer drei Gruppenspiele in Kalifornien austragen – genauer gesagt in San Francisco und Los Angeles. Das Base-Camp der Mannschaft ist ebenfalls dort. Die Gruppengegner sind dabei alles andere als ein Spaziergang: Katar, Bosnien-Herzegowina und Kanada. Klare Sache, dass die Spieler alles geben wollen, um in die nächste Runde zu kommen.

Doch die Begeisterung könnte schnell in Enttäuschung umschlagen, denn das Finanzielle ist ein heikles Thema. Traditionell müssen WM-Teilnehmer im Austragungsland ihre Erfolgsprämien nicht versteuern, aber die USA machen da nicht mit. Während Kanada und Mexiko bereits ihre Zustimmung zur Steuerbefreiung gegeben haben, plant die US-Regierung, sowohl die Erfolgsprämien als auch die Löhne der Spieler und Funktionäre während der WM zu besteuern. Besonders bitter: In Kalifornien liegt der Steuersatz bei satten 13,3 Prozent – das ist der höchste in den USA. Teams, die in Bundesstaaten mit niedrigeren Steuersätzen oder außerhalb der USA spielen, haben da einen klaren finanziellen Vorteil.

Das Dilemma des SFV

Ein Verlustgeschäft droht dem Schweizerischen Fußballverband (SFV), wenn die Nati nicht mindestens das Viertelfinale erreicht. Das Ganze wurde auch schon von den Verantwortlichen angesprochen, die FIFA wurde um eine Lösung bis zum Kongress am 30. April gebeten. Man hofft auf eine Einigung, doch die FIFA hat bisher nur die Antrittsprämie um 1,5 Millionen Franken erhöht und die Tagespauschalen auf 665 Franken angehoben. Trotz dieser Anpassungen bleibt das Problem der unterschiedlichen Steuerbelastungen ungelöst. Ein Scheitern in der Gruppenphase würde zwar ein finanzielles Minus abwenden, aber auch das große Geld bleibt aus.

Die steuerlichen Bedingungen sind alles andere als rosig. Der SFV hat kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Kalifornien, was die Sache noch komplizierter macht. Alle Einnahmen – von Siegprämien bis hin zu Antrittsgeldern – müssen in Kalifornien versteuert werden, was die finanziellen Aspekte für die Schweiz erheblich belastet. Ein kleiner Gewinn wäre laut SFV erst ab einem Viertelfinaleinzug möglich. Und das ist nicht alles: Die schwache Dollar-Entwicklung, die längere Turnierdauer und die hohen Reise- und Hotelkosten setzen dem Verband zusätzlich zu.

Ein sportliches Ziel und die FIFA

Der SFV hat also seine Bedenken geäußert und hofft auf eine politische Lösung. Die FIFA steht in Gesprächen mit den US-Behörden, um eine Einigung zu erzielen, die für die teilnehmenden Verbände von Vorteil wäre. Die sportlichen Ambitionen der Nati sind hoch gesteckt. Man strebt die erfolgreichste WM aller Zeiten an und möchte mindestens ins Halbfinale einziehen. Eine solche Leistung würde eine FIFA-Prämie von über 21 Millionen Franken einbringen und die WM 2026 zum Rekordturnier für den SFV machen. Das wäre nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein finanzieller Meilenstein!

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In den vergangenen WM-Teilnahmen konnte der SFV Gewinne zwischen 1,5 und 2 Millionen Franken verzeichnen. Ein Minus bei der WM 2026 hätte jedoch weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Projekte des Verbandes, die für die Weiterentwicklung des Fußballs in der Schweiz von großer Bedeutung sind. Die gesamte Situation lässt einen mit gemischten Gefühlen zurück. Die Vorfreude auf das Turnier ist da, aber die finanziellen Herausforderungen werfen einen Schatten auf die Chancen der Nati.