Heute ist der 4.06.2026, und die Welt der Stablecoins steckt in einem regelrechten Umbruch. Der Bericht mit dem Titel „Stablecoins: Waiting for Regulation“ des Financial Services Regulatory Committee des britischen House of Lords hat kürzlich für Aufsehen gesorgt. Die globale Marktkapitalisierung dieser digitalen Vermögenswerte hat mittlerweile die beeindruckende Summe von 310 Milliarden US-Dollar überschritten. Doch während dieser Markt boomt, bleibt der britische Sektor für Stablecoins, insbesondere der auf Basis des britischen Pfunds, noch in den Kinderschuhen.
Die britischen Regulierungsbehörden scheinen bei der Gestaltung eines zeitgemäßen Rahmens hinter den USA und der EU zurückzubleiben. Besonders die Vorschläge der Financial Conduct Authority (FCA) und der Bank of England geraten in die Kritik. Ein zentraler Punkt: Die Bank of England fordert, dass Emittenten systemrelevanter Stablecoins mindestens 40 % ihrer Reservevermögenswerte in unverzinslichen Zentralbankeinlagen halten müssen. Das klingt nach viel Bürokratie – und die Obergrenzen für das Halten von Stablecoins sind als schwer umsetzbar erachtet worden. Privatpersonen dürfen nur bis zu 20.000 £ halten, und Unternehmen werden auf 10 Millionen £ limitiert. Das ist doch irgendwie ein bisschen übertrieben, oder?
Regulierung im internationalen Vergleich
Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass die USA mit dem „Genius Act 2025“ einen verbindlichen Rechtsrahmen für Stablecoins geschaffen haben. Das hat den Markt ordentlich aufgemischt. Unternehmen müssen nun sicherstellen, dass ihre Stablecoins vollständig durch liquide, an den US-Dollar gebundene Vermögenswerte abgesichert sind. Diese neuen Vorschriften schaffen einen klaren Rahmen, bergen aber auch Risiken für die Finanzstabilität, vor allem in Europa. Der Druck auf die EU wächst, schließlich könnte die Entwicklung von US-Dollar-koppelten Stablecoins die Währungshoheit im Euro-Währungsgebiet gefährden.
Die Bank of England hat dennoch auch innovative Ansätze vorgeschlagen. Der Mechanismus für Liquiditätsstützungskredite wird als eine spannende Maßnahme angesehen, um die Stabilität zu fördern. Es ist ermutigend zu sehen, dass die Regulierungsbehörden die Bedeutung von Vertrauen in Geld, sowohl in traditionellen als auch in neuen Formen wie Stablecoins, hochhalten. Schließlich ist Vertrauen das A und O – ohne Vertrauen wird das ganze Konstrukt wackelig.
Ausblick auf die Zukunft
Die Regulierungsbehörden in Großbritannien sind gefordert, den Zeitplan einzuhalten, um den vollständigen Regulierungsrahmen bis zum 25. Oktober 2027 zu implementieren. Ein prinzipienbasierter, technologieneutraler Ansatz soll eine Balance zwischen Finanzstabilität und Marktinnovation fördern. Die Bank of England plant, auf die Bedürfnisse der Stakeholder einzugehen und hat bereits seit 2023 einen umfangreichen Konsultationsprozess gestartet. Das Feedback soll bis Februar 2026 gesammelt werden, um die finalen Regeln zu gestalten.
Es bleibt spannend, wie sich die Regulierung von Stablecoins entwickeln wird. Während in den USA klare Rahmenbedingungen geschaffen werden, muss Europa aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Die Entwicklung eines digitalen Euros könnte eine Antwort auf die Herausforderungen sein, die Stablecoins mit sich bringen. Aber ob das die Währungshoheit im digitalen Ökosystem wahren kann, bleibt abzuwarten.