Rechtsstreit um Prognosemärkte: Kalshis Niederlage und die Folgen für die Krypto-Landschaft
Die Welt der Prognosemärkte ist ein spannendes Terrain, nicht wahr? Gerade hat die US-Bezirksrichterin Analisa Torres Kalshi, einen Anbieter von ereignisbezogenen Verträgen, eine herbe Niederlage zugefügt. Ihr jüngstes Urteil hat den Antrag auf eine einstweilige Verfügung abgelehnt und dabei die Glücksspielgesetze des Bundesstaates New York klar gestärkt. Das bedeutet, dass der Commodity Exchange Act (CEA) hier nicht das letzte Wort hat. Ein gewaltiger Rückschlag für Kalshi, das im Juni ein beeindruckendes Handelsvolumen von 31 Milliarden US-Dollar verzeichnete!
Der Fall dreht sich um die Klage „KalshiEX LLC gegen Williams“, die am 27. Oktober 2025 eingereicht wurde. Kalshi wollte die Glücksspielkommission von New York herausfordern, die den Betrieb von Sportwettenverträgen ohne Lizenz untersagte. Interessanterweise hatte Torres zuvor im Rechtsstreit zwischen der SEC und Ripple entschieden, dass XRP-Verkäufe an Börsen keine Wertpapiertransaktionen sind. Diese Entscheidung könnte jetzt auch Auswirkungen auf die laufenden Verfahren von Kalshi in anderen Bundesstaaten, wie Connecticut, haben. Anwalt Daniel Wallach bezeichnete das Urteil als „sehr, sehr große Niederlage“ für Kalshi. Ein harter Brocken, der die rechtliche Landschaft für das Unternehmen erheblich beeinflussen wird.
Die Brisanz der rechtlichen Auseinandersetzungen
Der Fall wird nun in die Phase des Antrags auf Klageabweisung überführt. Das bedeutet, Kalshi könnte in mehreren Bundesstaaten rechtlichen Schutz verlieren. Und das ist noch nicht alles: In Nevada hat ein Bundesrichter Klagen von Kalshi und Polymarket gegen die dortige Gaming Control Board (NGCB) an das zuständige Staatsgericht zurückverwiesen. Die NGCB hatte Kalshi wegen angeblicher Verstöße gegen Glücksspielgesetze ins Visier genommen. Kalshi behauptet, ihre Verträge wären an einer bundesweit anerkannten Börse handelbar und unterlägen der Aufsicht der CFTC. Doch das Gericht sah das anders und wies das Argument zurück, dass die CFTC die einzige zuständige Behörde sei.
Die Fragen um die Zuständigkeit und die Einhaltung der Glücksspielgesetze sind brisant und werden von den Gerichten uneinheitlich entschieden. Während Kalshi und Polymarket Berufung eingelegt haben, hat Polymarket bereits eine einstweilige Verfügung erhalten, die den Zugang zu seinen Verträgen in Nevada blockiert. Kalshi hingegen kann seine Verträge weiterhin landesweit anbieten – für wie lange noch? Der Druck von den staatlichen Regulierungsbehörden nimmt zu und die Situation bleibt angespannt.
Ein komplexes rechtliches Geflecht
Interessant ist, dass die CFTC, die Commodity Futures Trading Commission, in diesen Streitigkeiten eine aktive Rolle spielt. Sie hat kürzlich eine Amicus-Curiae-Stellungnahme zur Unterstützung von Crypto.com eingereicht. Michael Selig, der Vorsitzende der CFTC, hat betont, dass die Zunahme staatlicher Klagen gegen Plattformen wie Kalshi und Polymarket zu diesem Schritt geführt hat. Der Streit dreht sich vor allem um die Frage, ob diese Prognosemärkte als Glücksspielplattformen oder als Finanzmärkte eingestuft werden. Es ist ein echtes Hin und Her, und die politische Stimmung ist angespannt.
Die Entwicklungen auf diesem Gebiet könnten weitreichende Folgen haben. Der Ausgang dieser rechtlichen Auseinandersetzungen könnte darüber entscheiden, ob Prognosemärkte unter einem einheitlichen föderalen Rahmen oder einem Flickenteppich aus einzelnen staatlichen Regelungen operieren. Die Unsicherheit führt dazu, dass neue Akteure, wie Coinbase, ebenfalls Klagen gegen Aufsichtsbehörden eingereicht haben. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden und welche Rolle die SEC dabei spielen wird.
