Heute ist der 16.05.2026 und in der Welt des Fußballs und der Kryptowährungen tut sich einiges. Die Premier League, das Herz des englischen Fußballs, steht momentan unter Beobachtung – nicht zuletzt wegen der Bedenken, die Entain, ein großes Glücksspielunternehmen, geäußert hat. Am 15. Mai hat Simon Zinger, der General Counsel von Entain, einen Brief an sechs Premier-League-Vereine geschickt. Darin geht es um ihre Verträge mit nicht lizenzierten Glücksspielsponsoren. Die Abhängigkeit von Kryptowährungen und die Nutzung unregulierter Zahlungsmethoden sorgen für Unruhe. Ein besorgniserregendes Thema, wenn man bedenkt, dass es hier um Geldwäsche und den Schutz der Spieler geht.
Die betroffenen Clubs sind Burnley, Bournemouth, Fulham, Everton, Sunderland und die Wolverhampton Wanderers. Zinger hat in seinen Schreiben klare Worte gefunden und die problematischen Sponsoren aufgelistet. Besonders Stake, dessen Lizenz die britische Glücksspielkommission im Februar 2025 zurückgab, steht im Fokus. Aber auch andere Sponsoren wie BJ88 und W88, die ihre Lizenzen ebenfalls aufgegeben haben, werfen Fragen auf. Der CEO von Entain, Stella David, hatte bereits im Februar in einem Schreiben an Richard Masters von der Premier League auf diese Problematik aufmerksam gemacht.
Ein freiwilliges Verbot für Glücksspielsponsoren
Das Sponsoring von nicht lizenzierten Betreibern könnte bald der Vergangenheit angehören. Ab der Saison 2026/27 soll ein freiwilliges Verbot für solche Sponsoren auf den Trikots gelten. Doch die Ärmelpatches, LED-Banden und Social-Media-Marketing bleiben vorerst unberührt. Die Taskforce für illegales Glücksspiel des Ministeriums für Kultur, Medien und Sport beschäftigt sich parallel mit einem möglichen vollständigen Verbot. Das zeigt, wie ernst die Situation genommen wird.
Interessanterweise wird auch die Rolle der britischen Glücksspielkommission immer bedeutender. Sie hat eine Stelle als „Head of Illegal Markets“ ausgeschrieben, um die Bekämpfung des britischen Schwarzmarkts im Wert von 16,6 Milliarden Pfund zu koordinieren. In diesem Kontext ist es kaum verwunderlich, dass eine WARC-Analyse prognostiziert, dass nicht lizenzierte Anbieter die Werbeausgaben für reguliertes Glücksspiel im Vereinigten Königreich bis 2028 überholen werden. Wie sich das auf das Sponsoring auswirken wird, bleibt abzuwarten.
Regulierungen in der Glücksspielbranche
Zusätzlich zu den Entwicklungen in der Premier League stehen Glücksspielanbieter auch vor neuen Herausforderungen durch die Geldwäscheverordnung, die am 10. Juli 2027 in allen EU-Mitgliedstaaten in Kraft tritt. Diese Verordnung wird neue technische Regulierungs- und Umsetzungsstandards von der Anti-Money Laundering Authority (AMLA) erfordern. Glücksspielanbieter sind gut beraten, sich frühzeitig mit diesen neuen Vorschriften auseinanderzusetzen und eine Gap-Analyse ihrer bestehenden Risikomanagementsysteme vorzunehmen. KPMG bietet dabei Unterstützung an, um sicherzustellen, dass die geldwäscherechtlichen Pflichten eingehalten werden.
Das Zusammenspiel von Glücksspiel, Kryptowährungen und Regulierung ist komplex und von vielschichtigen Herausforderungen geprägt. Die Entwicklungen in der Premier League sind nur ein Teil eines viel größeren Puzzles, das auch die europäische Glücksspiellandschaft betrifft. Es bleibt spannend, wie sich diese Situation weiter entfaltet und welche Auswirkungen sie auf die Zukunft des Sponsorings im Fußball haben wird.