Heute ist der 2.05.2026, und die Krypto-Regulierung in den USA steht vor einem Wendepunkt. Coinbase hat am Freitag eine Einigung über eine zentrale Bestimmung in einem wichtigen Krypto-Gesetzentwurf bekannt gegeben, was den Fortgang des Gesetzes im US-Senat erheblich erleichtern könnte. Zuvor war der Gesetzentwurf ins Stocken geraten, da Banken eine Bestimmung ablehnten, die es Emittenten von Stablecoins und Krypto-Unternehmen erlaubte, renditeorientierte Produkte anzubieten. Die Banken fürchteten, dass dies zu einem Abzug von Einlagen führen könnte, was ihre Refinanzierung erschwert.
Krypto-Unternehmen wie Coinbase argumentieren hingegen, dass sie in der heutigen wettbewerbsintensiven Landschaft Belohnungen anbieten müssen, um gegenüber anderen Finanzdienstleistern konkurrenzfähig zu bleiben. Faryar Shirzad, Chief Policy Officer von Coinbase, betonte, dass trotz strengerer Beschränkungen für Belohnungen die Möglichkeit für Amerikaner, Erträge basierend auf der Nutzung von Krypto-Plattformen zu erzielen, geschützt bleibt. Ein Kompromisstext sieht jedoch ein weitreichendes Verbot von Belohnungen vor, die wirtschaftlich oder funktionell Zinsen oder Renditen auf Bankeinlagen entsprechen.
Die Herausforderungen des Clarity Act
Der aktuelle Entwurf des sogenannten ‚Clarity Act‘, der klare Vorschriften zur Förderung der Akzeptanz von Kryptowährungen schaffen soll, hat sich verzögert. Senator Thom Tillis kündigte an, dass die Veröffentlichung des Gesetzentwurfs frühestens nächste Woche erfolgen wird. Ein zentraler Streitpunkt bleibt das Verbot von Belohnungen für das bloße Halten von Stablecoins. Anleger sollen lediglich für „aktive“ Tätigkeiten, wie Transaktionen, eine Rendite erhalten dürfen.
Die US-Banken zeigen sich besorgt über die potenziellen Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell, wenn attraktive Zinsen auf Stablecoins angeboten werden. Bankenverbände haben massive Lobbyarbeit gegen das geplante Verbot geleistet, und der GENIUS Act verbietet bereits Zinszahlungen für Herausgeber von Stablecoins. Diese regulatorischen Hürden haben viele Krypto-Unternehmen, einschließlich Coinbase, in eine graue Zone gedrängt, die der Clarity Act zu schließen versucht.
Der Weg zur Einigung
Mehrere Gespräche im Weißen Haus führten bisher zu keiner Einigung, und das Ziel, den Gesetzesentwurf bis Ende 2026 umzusetzen, scheint gefährdet. Senator Tillis und Angela Alsobrooks arbeiten jedoch an einem Kompromiss, der möglicherweise die Nutzung von Stablecoins als Sparkonto-Ersatz beenden könnte. Dies könnte die Attraktivität der Angebote von Coinbase erheblich verringern, und Anleger bleiben vorerst auf der Seitenlinie.
Die Krypto-Welt steht also an einem kritischen Scheideweg, an dem es darum geht, sowohl den Bedürfnissen der Anleger als auch den Bedenken der traditionellen Banken gerecht zu werden. Die Entwicklungen der nächsten Wochen werden entscheidend dafür sein, wie sich der Krypto-Markt in den USA weiterentwickelt und ob eine klare, zukunftsorientierte Regulierung endlich in Sicht ist.