Heute ist der 27.05.2026 und wir werfen einen Blick auf Kevin Kühnert, den ehemaligen SPD-Generalsekretär, der sich in der letzten Zeit stark in der Zivilgesellschaft engagiert hat. Nach seinem überraschenden Rückzug von der Bundestagskandidatur im Herbst 2024 aus gesundheitlichen Gründen hat Kühnert eine neue Herausforderung angenommen. Er ist jetzt Bereichsleiter für Steuern und Lobbyismus bei der NGO „Finanzwende“. Und was soll man sagen? Er hat sich aus der Politik zurückgezogen, bereut dies aber nicht. Das ist schon eine starke Ansage!

In den letzten Monaten hat Kühnert sich intensiv mit den Themen Steuerpolitik und Verteilungsgerechtigkeit auseinandergesetzt. Seine Kritik an der aktuellen Steuerpolitik ist laut und deutlich. Insbesondere fordert er eine stärkere Besteuerung von hohen Einkommen, Vermögen und Erbschaften. Kühnert sieht in der Erbschaftsteuer ein geeignetes Instrument, um Ungleichheit zu bekämpfen. Dabei ist er nicht allein: Auch die Grünen und Linken unterstützen die Forderung nach einer höheren Besteuerung großer Vermögen, während die Union eher skeptisch ist.

Die Herausforderungen der Steuerpolitik

Kühnert hat einen scharfen Blick auf die Herausforderungen geworfen, mit denen die Bundesregierung konfrontiert ist. Er warnt vor unüberlegten Entscheidungen, die aus dem Druck tagespolitischer Entwicklungen entstehen. Niemand könne sich eigentlich erlauben, von notwendigen Reformen zurückzutreten, und das Vertrauen der Menschen in die Politik ist laut Kühnert stark gesunken. Besonders im Hinblick auf die private Altersvorsorge sieht er große Probleme. Er kritisiert einen unzureichenden Gesetzentwurf, der die Verantwortung an die Versicherer abgeben würde. Das ist schon ein starkes Stück!

Ein weiteres heißes Eisen ist die Erbschaftsteuer. Kühnert fordert eine gerechtere Regelung und kritisiert die bestehenden Ausnahmen für Erben von Unternehmen, die teilweise steuerfreie Erbschaften ermöglichen. Er stellt fest, dass die finanzielle Gerechtigkeit in Deutschland als unzureichend einzustufen ist – eine Note von drei oder vier gibt’s von ihm dafür. Es wird deutlich, dass er die aktuellen Regelungen nicht für erklärbar hält und sich für eine faire Lösung stark macht.

Kryptowährungen und die Steuerpolitik

Ein weiteres Thema, das Kühnert auf dem Schirm hat, sind die Kryptogewinne. Er fordert eine Steuer auf diese, um die Ungleichbehandlung von Kapitalerträgen zu beseitigen. Das zeigt, wie breit gefächert sein Interesse ist und wie sehr er die Themen der modernen Finanzwelt mit den Herausforderungen der Steuerpolitik verknüpft. Kühnert investiert selbst überwiegend in breit gestreute ETFs und hält sich dabei an die Compliance-Regeln von Finanzwende.

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Die Zahlen, die auf dem Tisch liegen, sprechen eine klare Sprache. Im Jahr 2024 wurden 13,3 Milliarden Euro an Erbschafts- und Schenkungssteuer festgesetzt – ein Höchstwert. Dabei entfielen 8,5 Milliarden Euro auf die Erbschaftssteuer, ein Anstieg von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Realität ist, dass in über der Hälfte der Fälle bei Vermögen über 100 Millionen Euro keine Steuern anfallen. Hier sehen Kühnert und auch andere Politiker wie Dietmar Bartsch von der Linken dringenden Handlungsbedarf.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Diskussion um die Erbschaftsteuer und die Steuerpolitik insgesamt entwickelt. Mit Kühnert an der Spitze von „Finanzwende“ dürfte die Stimme der Zivilgesellschaft in diesen Themen lauter werden. Ob die Bundesregierung bereit ist, ihre Ansätze zu überdenken, wird sich zeigen. Eines ist klar: Es gibt viel zu tun, damit die Menschen in Deutschland mehr Vertrauen in die Politik zurückgewinnen können.