Heute ist der 31.05.2026. Mit einem scharfen Wortgefecht zwischen Jamie Dimon, dem CEO von JPMorgan, und Brian Armstrong, dem Chef von Coinbase, hat sich der Streit um den geplanten CLARITY Act in den letzten Tagen weiter zugespitzt. Auf Fox Business ließ Dimon kein gutes Haar an Armstrong und bezeichnete ihn als „voller Scheisse“. Der Grund für diese heftige Kritik? Dimons Unmut über Armstrongs Lobbyarbeit in Washington für den CLARITY Act.

Der CLARITY Act soll die Regulierung des US-Kryptomarktes neu strukturieren. Dabei geht es unter anderem darum, wie Krypto-Assets klassifiziert werden – ob als Wertpapiere oder als Rohstoffe. Auch die Lizenzierung von Börsen und die Bedingungen für Drittanbieter wie Coinbase, die Renditen auf Stablecoin-Guthaben anbieten, werden geregelt. Interessanterweise wurde der CLARITY Act ursprünglich als Folgegesetz zum GENIUS Act entworfen, der bereits im Juli 2025 unterzeichnet wurde. Im Mai 2026 durchlief der Act das Senate Banking Committee, doch die Abstimmung im Senat steht noch aus.

Die brisante Lage um Stablecoins

Dimon äußert Bedenken, dass Anbieter von Stablecoin-Renditen nicht im Rahmen der Bankenaufsicht agieren sollten. „Das können die Banken nicht akzeptieren“, warnt er und macht deutlich, dass die aktuelle Fassung des Gesetzentwurfs unzufriedenstellend sei. Er ist nicht grundsätzlich gegen Stablecoins, sieht jedoch die Gefahr, dass der Markt „explodieren“ könnte, wenn sich nichts ändert. Die Bankenlobby, einschließlich der American Bankers Association, fordert eine Verschärfung der Stablecoin-Yield-Regeln im CLARITY Act. Sie argumentieren, dass Anbieter bankähnlicher Produkte auch unter vergleichbaren Regeln agieren sollten.

Am 4. Mai 2026 wurde ein Kompromiss gefunden, der einige Rewards erlaubt, aber Zahlungen, die verzinsten Bankeinlagen gleichwertig sind, verbietet. Damit wird versucht, einen Mittelweg zu finden, um sowohl die Krypto-Industrie als auch die Banken zu berücksichtigen. Armstrong reagierte auf Dimons Kritik mit einem bearbeiteten Bild auf X, das mehr Ironie als inhaltliche Erwiderung zeigt. Man könnte sagen, dass die Spannungen zwischen Armstrong und den Wall-Street-Managern, zu denen auch Dimon gehört, seit Monaten auf einem hohen Niveau sind – bereits beim Weltwirtschaftsforum in Davos kam es zu einem verbalen Schlagabtausch.

Die wirtschaftlichen Zahlen sprechen für sich

Coinbase selbst zeigt, dass es im ersten Quartal 2026 einen beeindruckenden Umsatz von 305 Millionen USD mit Stablecoins erzielt hat. Insgesamt betrug der Stablecoin-Umsatz 910 Millionen USD im Jahr 2024 – ein Anstieg von 31% im Vergleich zum Vorjahr. Armstrong hatte zunächst Coinbases Unterstützung für den CLARITY Act zurückgezogen, um ein Verbot von Stablecoin-Rewards zu verhindern. Aber jetzt wird der Druck auf die Krypto-Unternehmen immer größer, denn Schätzungen deuten darauf hin, dass die Stablecoin-Bestände bis 2030 auf 0,5 bis 3,7 Billionen USD anwachsen könnten. Das könnte zu einem signifikanten Abfluss von Bankeinlagen führen, was die Banken in eine schwierige Lage bringen könnte.

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Ob Trump den CLARITY Act unterstützen wird, bleibt abzuwarten. Er könnte jedoch eine entscheidende Rolle dabei spielen, zukunftssichere Regeln für digitale Assets zu schaffen. Die Marktbewertung reagiert äußerst sensibel auf die Details des Gesetzes, was die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung stark beeinflusst. Und während die Gespräche zwischen der Krypto-Branche und den Banken weitergehen, bleibt abzuwarten, ob beide Seiten einen gemeinsamen Nenner finden können.