In einer Welt, die sich ständig verändert und in der geopolitische Spannungen an der Tagesordnung sind, wird die Compliance für Geldhäuser immer mehr zum zentralen Thema. Die FINMA, die Schweizer Finanzmarktaufsicht, hat klar signalisiert, dass es an der Zeit ist, die Compliance-Systeme zu verbessern. Denn lückenhafte Überprüfungen von Geschäftspartnern könnten nicht nur zu strengen Aufsichtsmaßnahmen führen, sondern auch existenzbedrohende Strafen nach sich ziehen. Wie man so schön sagt: „Vorbeugen ist besser als heilen.”

Am 26. September 2025 verabschiedete das Schweizer Parlament eine Revision des Geldwäschereigesetzes (GwG), die neue organisatorische Pflichten zur Verhinderung von Sanktionsverstößen mit sich bringt. Diese treten in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Kraft. Ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl: Die Schweiz muss sich bei rohstoffbezogenen Sanktionen wappnen, denn die FINMA hat die Gefährdung unseres Landes in diesem Kontext deutlich angesprochen.

Die Herausforderungen für Unternehmen

Doch was bedeutet das für Unternehmen, die in diesem Spannungsfeld agieren? Ein Umsetzungsstau bei EU-Regularien, vor allem bei den MiFID-II-Standards und der NIS-2-Richtlinie zur Cybersicherheit, macht die Lage nicht einfacher. In Deutschland haben sich bis zur Meldefrist im März 2026 nur 38,5 Prozent der betroffenen Unternehmen zur NIS-2-Richtlinie registriert. Das zeigt, dass hier noch viel Nachholbedarf besteht.

Die neue Compliance-Anforderung, die ab dem 10. Juli 2027 in Kraft tritt, erfordert von Unternehmen, dass sie spezifische Strukturen zur Überwachung von Sanktionsvorschriften schaffen. Das bedeutet, dass die Unternehmen einen Rahmen aufbauen müssen, um die Risiken, die mit der Einhaltung von Sanktionen verbunden sind, angemessen zu bewerten und zu steuern. Dabei ist es unerlässlich, die bestehenden Compliance-Management-Systeme zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Die Rolle der FINMA und internationale Entwicklungen

Ein besonders einschneidendes Ereignis fand am 27. Februar 2026 statt, als die FINMA der MBaer Merchant Bank AG die Lizenz entzog und deren Liquidation anordnete. Das war kein Zufall, denn es gab schwerwiegende Mängel bei der Geldwäschebekämpfung, und der Vorwurf lautete, die Bank habe aktiv bei der Umgehung von Vermögenssperren geholfen. Solche drastischen Maßnahmen zeigen eindringlich, dass die Aufsicht nicht zimperlich ist, wenn es um die Einhaltung von Regelungen geht.

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Und während die Schweiz sich rüstet, hat Hongkong die Schweiz als größtes Zentrum für Offshore-Vermögen überholt. Im Jahr 2025 verwaltete Hongkong bereits etwa 2,7 Billionen Euro, und Branchenanalysten erwarten, dass der Abstand bis Ende des Jahrzehnts auf fast 560 Milliarden Euro anwachsen wird. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass wir uns in einem globalen Wettlauf befinden, der nicht nur von lokalen Vorschriften, sondern auch von internationalen Entwicklungen geprägt ist.

Der Blick nach vorn

In Belarus wurde am 3. Juni 2026 ein Rechtsrahmen für Krypto-Banken geschaffen, was möglicherweise neue Umgehungswege für westliche Sanktionen eröffnet. Die Dynamik in dieser Branche erfordert ein ständiges Monitoring und eine proaktive Anpassung der Compliance. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass die Sanktionsvorschriften laufend geändert werden und daher ein dynamisches Vorgehen unerlässlich ist.

Die Geldwäschebeauftragten werden künftig auch für das Risikomanagement von Sanktionen zuständig sein, was eine tiefgehende Qualifikation und Spezialisierung erfordert. Es ist also höchste Zeit, die eigenen Strukturen und Prozesse in puncto Compliance zu überdenken und anzupassen. Die Herausforderungen sind groß, aber sie bieten auch Chancen für Unternehmen, die bereit sind, sich den neuen Anforderungen zu stellen.

Die AMLA (Anti-Money Laundering Authority) wird in Zukunft eine zentrale Rolle in der laufenden Regulierung spielen. Mit öffentlichen Konsultationen und Anhörungen, die eine breite Beteiligung des Privatsektors ermöglichen, wird versucht, eine möglichst praxisnahe Regulierung zu schaffen. Auch hier ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten aktiv einbringen und ihre Standpunkte klar kommunizieren.

In dieser aufregenden und herausfordernden Zeit ist es entscheidend, die Entwicklungen genau zu verfolgen und sich rechtzeitig auf die neuen Anforderungen einzustellen. Die Compliance ist nicht nur ein lästiges Übel, sondern ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen in einem sich ständig verändernden Umfeld.