Heute ist der 15.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die jüngsten Entwicklungen in der brasilianischen Bankenszene, die für reichlich Aufregung gesorgt haben. Die brasilianische Zentralbank hat der Banco Topazio ein zweijähriges Verbot für Kryptotransaktionen auferlegt und eine saftige Geldstrafe von 3,2 Millionen US-Dollar verhängt. Ein ganz schöner Brocken, wenn man bedenkt, dass die unkontrollierten Kryptotransaktionen der Bank sich auf satte 1,7 Milliarden US-Dollar beliefen! Das macht fast zwei Drittel (63 %) des gesamten Devisenvolumens der Banco Topazio aus – da kann man schon mal ins Staunen geraten.

Ailton Aiquino, ein führender Kopf der Zentralbank, hat deutlich gemacht, dass dies nicht nur ein Einzelfall ist. Er warnte vor möglichen Verboten für andere Banken, die sich ähnlich unvorsichtig verhalten. Der Ausschuss für Verwaltungssanktionen (Copas) der Zentralbank hat strenge Compliance-Verstöße zwischen Oktober 2020 und September 2021 festgestellt. Banco Topazio hat es versäumt, die Eignung der profitorientierten Dritten zu überprüfen und hat zahlreiche Transaktionen mit juristischen Personen ohne die erforderlichen Meldungen durchgeführt. Es ist ein bisschen wie ein Schachspiel, bei dem die Figuren ohne Aufsicht über das Brett geschoben werden – und das kann nicht gut enden.

Gravierende Verstöße und ihre Folgen

Die Verstöße, die von den Aufsichtsbehörden als gravierend eingestuft wurden, unterteilen sich in drei Hauptbereiche: Erstens die mangelhafte Überprüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Kunden, zweitens schwache Kundenregistrierungsverfahren und drittens unzureichende Kontrollen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Da wird einem schon etwas mulmig, wenn man bedenkt, was da alles schiefgelaufen ist. Und es ist nicht nur die Bank, die die Konsequenzen zu spüren bekommt. Drei Führungskräfte der Banco Topazio wurden ebenfalls bestraft – eine klare Botschaft, dass niemand über dem Gesetz steht.

So musste Ademir Julio Schenatto eine Geldstrafe von 732.000 R$ zahlen und wird für fünf Jahre von regulierten Finanzinstituten ausgeschlossen. Allison Forgiarini Ferreira und Haroldo Pimentel Stumpf wurden ebenfalls zur Kasse gebeten. Aiquino hat zudem betont, dass Handelsbeschränkungen auch ohne ein förmliches Verwaltungsverfahren verhängt werden können. Die Regierung plant, Sanktionen gegen andere Unternehmen durchzusetzen, die nicht über die erforderlichen Kundenregistrierungs- oder Aufsichtssysteme verfügen. Ein strenger Kurs, der klar macht: Hier wird nicht einfach durchgewunken.

Regulierung im Fokus

Das alles passt in einen größeren Rahmen, in dem die brasilianische Zentralbank die Einhaltung von Kryptovorschriften verstärkt in den Fokus rückt. Am 30. April wurde die Resolution BCB Nr. 561 veröffentlicht, die Stablecoins und Kryptowährungen für Auslandstransaktionen untersagt. Devisenzahlungen müssen nun über traditionelle Systeme oder Girokonten abgewickelt werden – ein klarer Schritt, um digitale Vermögenswerte aus dem regulierten Rahmen des Landes zu entfernen. Die neuen Gesetze führen zu strengeren Bedingungen für eFX-Anbieter, die nun separate Konten für Kundengelder führen und monatlich Bericht erstatten müssen.

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In einem weiteren Schritt zur Verbesserung der Regulierung führt die AMLA (Anti-Money Laundering Authority) laufende und abgeschlossene Regulierungsvorhaben durch. Hierbei wird auch der Privatsektor eingebunden, und es gibt öffentliche Konsultationen zur Einholung von Fakten und Standpunkten. Bei öffentlichen Anhörungen, wie Roundtables, haben verschiedene Zielgruppen die Chance, ihre Perspektiven darzulegen und Themen zu erörtern. Es ist eine Art Dialog zwischen den Regulierungsbehörden und den Akteuren auf dem Markt, der das Ziel hat, die Finanzlandschaft zu stärken und Risiken zu minimieren. Und das ist schließlich etwas, was uns alle betrifft.