Am 30. April 2026 hat die israelische Capital Market, Insurance and Savings Authority (CMISA) einen bedeutenden Schritt in der Welt der digitalen Währungen vollzogen. Sie genehmigte BILS, einen Stablecoin, der an den israelischen Schekel gekoppelt ist. Entwickelt wurde dieser innovative Coin von Bits of Gold, einem lizenzierten Krypto-Broker und Verwahrer in Israel. Die Genehmigung folgt auf ein zwei Jahre andauerndes Pilotprojekt, das auf der Solana-Blockchain im Rahmen der regulatorischen Sandbox der CMISA durchgeführt wurde. Ziel dieser Maßnahmen ist es, konforme Alternativen zu Dollar-gekoppelten Stablecoins zu schaffen, bevor diese zur Norm werden.
Der globale Markt für Stablecoins hat mittlerweile eine Marktkapitalisierung von über 320 Milliarden USD erreicht, wobei USDT und USDC die Führungsrollen einnehmen. Die Genehmigung durch die CMISA wird als präventiver Schritt und als wichtiger Meilenstein für die Fintech-Industrie betrachtet. BILS wird ab März 2024 im Rahmen der regulatorischen Sandbox weiterentwickelt und getestet. In diesem Pilotprojekt wurden Reservemanagement, Verwahrungsvereinbarungen und On-Chain-Compliance auf Herz und Nieren geprüft.
BILS und die Reserven
Eine der besonderen Anforderungen für den BILS ist, dass die Reserven auf separaten Konten bei israelischen Banken gehalten werden müssen; ausländische Verwahrung ist ausgeschlossen. Dies dient dazu, systemische Risiken zu reduzieren, die oft mit im Ausland verwahrten Stablecoin-Reserven verbunden sind. Zudem behält die CMISA direkten Prüfungszugriff und Aufsicht über die Fiat-Deckung. Im Übrigen empfiehlt das Diskussionspapier der Bank of Israel, dass die CMISA als erste Lizenzierungsbehörde für an den Schekel gekoppelte Emittenten fungiert. Sollte BILS als systemrelevant eingestuft werden, könnte die Aufsicht auf die Bank of Israel übertragen werden.
Der CEO von Bits of Gold, Youval Rouach, beschreibt BILS als eine Brücke zwischen dem israelischen Schekel und der globalen digitalen Wirtschaft. Die möglichen Anwendungsfälle sind vielfältig und reichen von Sofortzahlungen über On-Chain-Handel in Schekel bis hin zu programmierbaren Finanzanwendungen.
Risiken und Herausforderungen im Stablecoin-Markt
Doch während die Entwicklung von BILS vielversprechend erscheint, gibt es auch Stimmen, die vor den Risiken von Stablecoins warnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Bedenken geäußert, dass ein Wachstum von Stablecoins zu einem Abfluss von Privatkunden führen könnte, was eine wichtige Finanzierungsquelle für Banken gefährden und deren Stabilität beeinträchtigen könnte. Der Marktwert von Stablecoins übersteigt inzwischen 280 Milliarden Dollar, und etwa 80 Prozent aller Geschäfte auf zentralisierten Krypto-Handelsplattformen werden mit Stablecoins abgewickelt.
Eine der Hauptschwächen von Stablecoins liegt im potenziellen Vertrauensverlust der Investoren. Ein plötzlicher Ansturm auf Stablecoins könnte zu einem Notverkauf ihrer Reserve-Vermögenswerte führen, was nicht nur die Märkte für US-Staatsanleihen, sondern auch die Finanzmärkte insgesamt destabilisieren könnte. Die Herausforderungen, die sich aus gemeinsamen Stablecoin-Emissionen von EU- und Drittland-Unternehmen ergeben, könnten zudem das Ansturmrisiko in der Euro-Zone verstärken.
Die Entwicklungen rund um BILS und die damit verbundenen regulatorischen Maßnahmen sind ein spannendes Kapitel in der Welt der digitalen Währungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Stablecoin im internationalen Kontext behaupten wird und welche Auswirkungen er auf die Finanzlandschaft in Israel und darüber hinaus haben könnte.