Heute ist der 28.05.2026 und während die Welt der Kryptowährungen weiterhin ihren ständigen Wandel durchlebt, gibt es Neuigkeiten, die uns alle aufhorchen lassen. Grayscale, einer der größten Krypto-Asset-Manager, hat seine Pläne für einen Börsengang vorerst auf Eis gelegt. Das schwierige Marktumfeld in den USA hat dazu geführt, dass ein IPO (Initial Public Offering) frühestens im vierten Quartal 2026 erwartet wird. Zu Jahresbeginn sah es noch so aus, als könnte 2026 ein Rekordjahr für Krypto-Börsengänge werden. Erfolgreiche Listings wie die von Circle und Bullish hatten die Erwartungen angeheizt. Doch die Realität sieht anders aus: Die Stimmung ist getrübt. Schwache Handelsaktivitäten und enttäuschende Kursentwicklungen machen der Branche zu schaffen.

Gerade erst hat BitGo nach seinem Börsengang nicht die erhofften Impulse setzen können. Grayscale ist nicht allein in dieser Situation. Auch andere Krypto-Unternehmen wie die Kraken-Mutter Payward, Consensys und Ledger haben ihre IPO-Pläne verschoben. Im November 2025 reichte Grayscale Unterlagen für einen Börsengang in den USA ein und zumindest im ersten Quartal 2026 war der Ethereum Staking Mini ETF von Grayscale das erfolgreichste Ethereum-ETP in den USA mit beeindruckenden 337 Millionen US-Dollar Zuflüssen bis Ende März. Aber wie lange kann das anhalten?

IPO-Pläne im Sog der Marktentwicklung

Am 21. Mai 2026 hat Blockchain.com, ein großer Player in der Krypto-Welt, vertraulich seinen S-1-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Sie verwalten über 95 Millionen Wallets und 43 Millionen verifizierte Konten und sind seit drei Jahren profitabel – eine Seltenheit in diesem Markt. Im Gegensatz dazu haben Kraken und Ledger ihre IPO-Vorbereitungen im Mai 2026 gestoppt. Kraken, das ursprünglich eine Bewertung von 20 Milliarden Dollar hatte, sieht sich nun mit einer herabgesetzten Bewertung von 13,3 Milliarden Dollar konfrontiert. Ledger hatte sogar über 4 Milliarden Dollar angestrebt, bevor ihre Pläne ins Stocken gerieten.

Die Performance der bisherigen Krypto-IPOs zeigt, dass die Lage angespannt ist. BitGo notiert nach einem IPO-Preis von 18 Dollar jetzt nur noch bei etwa 7,90 Dollar, ein Rückgang von 56%. Bei Gemini sieht es nicht besser aus – deren Aktien liegen über 75% unter dem ursprünglichen IPO-Preis von 28 Dollar. Bullish und eToro sind ebenfalls weit von ihren Höchstständen entfernt. Im Gegensatz dazu zeigen Circle und Galaxy Digital positive Entwicklungen, was die Anleger hoffentlich aufmuntern kann.

Was Anleger jetzt wissen sollten

Anleger scheinen zunehmend Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden, stabilen Erträgen zu bevorzugen. Die drei Kategorien von Geschäftsmodellen, die in der Branche honoriert werden, sind Stablecoin-Infrastruktur (wie Circle), Blockchain-Kreditplattformen (zum Beispiel Figure Technology) und diversifizierte Plattformen (wie Galaxy Digital). Reine Handelsbörsen haben es schwer, besonders wenn die Bitcoin-Kurse und Handelsaktivitäten sinken. Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Der GENIUS Act von Juli 2025 schafft einen US-weiten Rahmen für Stablecoins, während die SEC im April 2026 „Regulation Crypto Assets“ eingeführt hat, um das US-Listing-Klima zu verbessern.

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Die Preisschwankungen von Bitcoin sind ebenfalls ein Thema: Im Mai bewegte sich der Kurs zwischen 79.000 und 82.500 Dollar. Dabei verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von rund einer Milliarde Dollar. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Anleger momentan vorsichtiger werden. Zukünftige IPOs von Unternehmen wie Blockchain.com, Consensys und Animoca Brands könnten die institutionelle Akzeptanz beschleunigen, aber die misslungenen Debüts könnten eine Wiederholung der Coinbase-Erfahrung von 2021 nach sich ziehen. Anleger sollten auf Ertragsqualität, Lock-up-Perioden und regulatorische Meilensteine achten.