Von Bitcoin zu Bits: Wie Miner den Sprung in die KI-Welt meistern
In der Welt der Kryptowährungen tut sich gerade einiges. Die Zeiten des Bitcoin-Minings, wie wir es kennen, scheinen sich zuzuneigen. Im Frühjahr 2024 steht das Bitcoin-Halving an, das die Belohnung für neue Blöcke halbiert. Das klingt zwar erst mal nach einer technischen Anpassung, hat aber weitreichende Folgen. Hohe Energie- und Hardwarekosten machen das Mining zunehmend unattraktiv. Dazu kommt die Abhängigkeit vom Bitcoin-Kurs – nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, um als Miner durchzustarten. Die Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Workloads wächst hingegen rasant. Rechenzentren bieten langfristige Verträge zu festen Preisen an, was sie für Investoren um einiges attraktiver macht.
Ein ganz besonderes Beispiel in dieser Transformation ist das australische Unternehmen Iren. Die haben sich von einem Bitcoin-Miner zu einem KI-Infrastrukturanbieter gewandelt. Mit bereits bestehenden großen Hallen, einer Anbindung an erneuerbare Energiequellen und Kühlsystemen an nordamerikanischen Standorten sind sie bestens aufgestellt. Die Zahlen sprechen für sich: Iren hat kürzlich einen Fünfjahresvertrag über 3,4 Milliarden US-Dollar mit Nvidia abgeschlossen, was den Kurs um satte 24% nach oben katapultierte. Und das ist erst der Anfang! Microsoft hat zudem einen Deal über 9,7 Milliarden Dollar mit Iren unterzeichnet. In Dollar betrachtet, hat sich der Kurs von Iren innerhalb eines Jahres um unglaubliche 770% erhöht.
Der KI-Boom und seine Auswirkungen auf das Mining
Die Miner sind also nicht ganz abgeschrieben. Einige von ihnen nutzen fortschrittliche Ausrüstung und günstige Energie, um im aufstrebenden KI-Sektor aktiv zu werden. Core Scientific, einer der größten Bitcoin-Miner in Nordamerika, hat einen Vertrag mit dem Cloud-Computing-Anbieter CoreWeave über 3,5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. CoreWeave verpflichtet sich, jährlich 290 Millionen US-Dollar für die Nutzung von Core Scientifics Datenzentren auszugeben. Das hat den Aktienkurs von Core Scientific verdoppelt! Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ein weiterer Vertrag zwischen den beiden soll in den kommenden Jahren zusätzliche 1,2 Milliarden US-Dollar einbringen.
Die Nachfrage nach leistungsfähigen Rechenzentren wird durch KI-Anwendungen wie ChatGPT enorm angetrieben. Core Scientific hat den Vorteil, Zugang zu günstigem Strom in Texas und North Dakota zu haben. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Aufbau neuer Hochleistungsrechenzentren viel Zeit in Anspruch nimmt – bis zu 5 Jahre können da schon vergehen. In der Zwischenzeit mahnen einige CEOs, dass die Suche nach großen Mengen Strom eine echte Herausforderung darstellt.
Investitionen und zukünftige Entwicklungen
Interessanterweise haben einige Bitcoin-Miner ihre Geschäftsmodelle angepasst, um von der KI-Revolution zu profitieren. Iren hat beispielsweise 816 Nvidia H100 GPUs gekauft. HUT 8 erhielt 150 Millionen US-Dollar von Coatue Management für den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur. Applied Digital unterzeichnete einen Vertrag mit einem Hyperscale-Computing-Anbieter und sicherte sich damit 400 Megawatt. Das zeigt, dass unter den Minern ein Umdenken stattfindet – einige setzen weiterhin auf das Mining, während andere sich auf KI-Dienste konzentrieren, um stabilere Einnahmen zu generieren und Kapital für ihre Mining-Ausrüstung zu sichern.
Die Analystenmeinungen zu Iren sind unterschiedlich. Während der Konsens bei 73 Dollar liegt, sieht Bernstein das Potenzial sogar bei 100 Dollar. Goldman Sachs hingegen bewertet die Aktie neutral und sieht sie bei 44 Dollar. Diese Unsicherheiten spiegeln die volatile Natur des Marktes wider – sowohl für Bitcoin als auch für KI. Die Zukunft bleibt spannend, und es bleibt abzuwarten, welche Unternehmen sich letztendlich durchsetzen werden.
