Die Welt der Kryptowährungen ist voller Wendungen und Überraschungen, und aktuell dreht sich alles um die Debatte über Stablecoins und die damit verbundenen Renditen. Ein heißes Thema ist der GENIUS Act, der am 18. Juli 2023 von US-Gesetzgebern unterzeichnet wurde. Dieser Gesetzesentwurf hat das Potenzial, die Art und Weise, wie Stablecoins reguliert werden, grundlegend zu verändern. Stablecoin-Emittenten müssen nun ihre Token vollständig mit Bargeld oder kurzfristigen Staatsanleihen decken und sich strengen Vorschriften unterwerfen, einschließlich der Durchführung regelmäßiger Audits und der Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorgaben. Ein wichtiger Punkt ist, dass diese Emittenten keine Zinsen anbieten dürfen, um ihre Stablecoins als „digitale Bargeld“-Form zu klassifizieren. Gleichzeitig dürfen Krypto-Börsen aber weiterhin Belohnungen auf Stablecoin-Bestände anbieten – was sich natürlich wie Zinsen anfühlt.

Diese Regelung hat bereits für Aufregung gesorgt. Ein Beispiel gefällig? Coinbase-Kunden können eine jährliche Belohnung von 4,1 % auf den Stablecoin USDC erhalten. Und bei Kraken winken sogar 5,5 %. Das klingt verlockend, oder? Doch während Krypto-Vertreter diese Möglichkeit verteidigen und argumentieren, dass solche Belohnungen den Wettbewerb unter Banken fördern könnten, gibt es auch massive Widerstände. Die Bankenlobby fürchtet, dass attraktive Stablecoins zu einem Abzug von Bankeinlagen führen könnten, was die Kreditvergabe und damit die gesamte Finanzstabilität gefährden könnte. Ein Bericht des Finanzministeriums schätzt, dass Verbraucher bis zu 6,6 Billionen US-Dollar aus Bankeinlagen in Stablecoins verschieben könnten. Das ist kein Pappenstiel!

Die Balance zwischen Banken und Krypto

Im Februar fand ein Treffen zwischen Banken- und Krypto-Vertretern im Weißen Haus statt, um einen Kompromiss zu finden. Der daraus resultierende Deal verbietet die Ausschüttung von Belohnungen für das Halten von Stablecoins, erlaubt aber aktivitätsbasierte Rewards, wie zum Beispiel Cashbacks. Krypto-Lobbyisten haben diesen Kompromiss akzeptiert, während die Bankenvertreter weiterhin Widerstand leisten. Rob Nichols, CEO der American Bankers Association, hat die Banken sogar aufgefordert, sich gegen die Regelung im CLARITY Act auszusprechen. Die Meinungsverschiedenheiten sind groß, besonders wenn es um die „ethischen Aspekte“ des Krypto-Gesetzes geht. Demokraten kritisieren das Gesetz als zu lasch in Bezug auf Geldwäsche und befürworten Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Regierungsbeamte von Krypto-Projekten profitieren.

Doch die Diskussion geht über die USA hinaus. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt ebenfalls vor den Risiken von Stablecoins für Banken in der Euro-Zone. Ein Wachstum von Stablecoins könnte zu Abflüssen von Privatkunden führen, was eine wichtige Finanzierungsquelle für Banken gefährden würde. Der Marktwert von Stablecoins hat mittlerweile die 280-Milliarden-Dollar-Marke überschritten. Sie werden überwiegend als Wertaufbewahrungsmittel und für grenzüberschreitende Zahlungen genutzt. Das ist ein gewaltiger Markt, und die Hauptschwäche dieser digitalen Zahlungsmittel ist der potenzielle Vertrauensverlust der Investoren. Ein plötzlicher Ansturm könnte zu einem Notverkauf ihrer Reserve-Vermögenswerte führen und die Märkte für US-Staatsanleihen beeinträchtigen.

Ein Stimmungswechsel ist in der Luft. Während einige Regulierungsbehörden und Krypto-Befürworter argumentieren, dass die strengen Reserveanforderungen des GENIUS Act die Notwendigkeit einer FDIC-Versicherung überflüssig machen, bleibt ein gewisser Skeptizismus. Die Forschung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) zeigt, dass selbst die stabilsten Stablecoins selten genau den behaupteten Wert erreichen. Und was ist mit den Gemeinschaftsbanken? Eine Studie fand heraus, dass unter wahrscheinlichen Wachstumsprognosen für Stablecoins kein signifikanter Einfluss auf die Einlagen bei diesen Banken zu erwarten ist. Komischerweise scheinen die Gesetzgeber sich einig zu sein, dass Stablecoin-Emittenten keine Zinsen zahlen sollten – ein Schritt, der die Richtung für die Zukunft der digitalen Währungen bestimmen könnte.

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