Sturm im Stablecoin-Himmel: Circle unter Druck durch Open USD
Heute ist der 1.07.2026 und in der Welt der Kryptowährungen tut sich gerade einiges. Wer hätte gedacht, dass der Stablecoin-Markt so turbulent sein könnte? Die Aktie von Circle Internet Group Inc. hat am 30. Juni 2026 einen echten Knick gemacht und fiel um satte 16,5 % auf 57,05 Euro. Das ist nicht nur ein krasser Rückgang, sondern auch der stärkste Ein-Tages-Verlust seit dem Börsengang von Circle. Bei einem Eröffnungskurs von 72,46 Euro und einem Schlusskurs von etwa 63,10 US-Dollar kann man nur staunen, wie schnell sich die Dinge ändern. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Aktie in den letzten 30 Tagen über 40 % an Wert verloren hat.
Der Grund für diesen dramatischen Rückgang? Eine neue Stablecoin mit dem Namen „Open USD“, die durch die Plattformgesellschaft Open Standard unterstützt wird. Diese Ankündigung sorgte für ordentlich Druck auf die USDC-Reserveerträge von Circle. Zu den prominenten Unterstützern von OUSD zählen nicht nur Coinbase und BlackRock, sondern auch Stripe, Mastercard, Visa und viele andere. Das klingt nach einem mächtigen Bündnis, das Circle ganz schön ins Schwitzen bringen könnte. Die Markteinführung von OUSD ist für das laufende Jahr geplant und könnte die Karten im Stablecoin-Sektor neu mischen.
Der Druck auf Circle wächst
Die Skepsis an der Wall Street ist spürbar. Lorenzo Valente von Ark Invest äußert Bedenken über die Wettbewerbsfähigkeit des Gremiums hinter OUSD. Er schätzt, dass Open Standard bei einem Emissionsvolumen von 10 Milliarden US-Dollar jährlich nur 25 Millionen US-Dollar erwirtschaften könnte. Das klingt nicht gerade nach einem großen Gewinn, oder? Dennoch beobachten Händler die Situation genau, vor allem die bevorstehende Verlängerung des Vertriebsvertrags von Circle mit Coinbase, der im August 2026 ausläuft. Der Druck auf Circle wächst, denn OUSD erhebt keine Präge- oder Rücknahmegebühren und hat keine Volumenobergrenzen. Das könnte den wirtschaftlichen Anreiz für Unternehmen verringern, weiterhin Gebühren an Circle zu zahlen.
Die Einnahmen von Circle kommen hauptsächlich aus Zinsen auf US-Staatsanleihen, die die USDC-Reserven absichern. Momentan haben diese ein Volumen von etwa 73-74 Milliarden US-Dollar. Doch die neue Konkurrenz sorgt dafür, dass Anleger vorsichtiger werden. Es wird spannend zu sehen, ob Circle in den kommenden Quartalsmeldungen stabile oder gar wachsende Transaktionsaktivitäten präsentieren kann. Eine klare Strategie zur Verteidigung des USDC-Ökosystems ist entscheidend.
Die EU und die Risiken von Stablecoins
<pNicht nur Circle steht unter Druck. Die EZB warnt vor den Risiken, die Stablecoins für Banken in der Euro-Zone mit sich bringen könnten. Ein Wachstum von Stablecoins könnte zu Abflüssen von Privatkunden führen, was die Finanzierung der Banken gefährden könnte. Das ist ein ernstes Thema, das nicht ignoriert werden kann. Der Marktwert von Stablecoins hat bereits 280 Milliarden Dollar überschritten, und die beiden größten Stablecoins sind bedeutende Halter von US-Staatsanleihen. Ein Ansturm von Anlegern auf Stablecoins könnte sogar die Märkte für US-Staatsanleihen beeinträchtigen und Turbulenzen auslösen.
Die kommenden Monate könnten also entscheidend sein für die Entwicklung des Stablecoin-Marktes. Die Konkurrenz ist hart, und während Circle weiterhin auf seine Stärken setzt, könnte OUSD für einige Überraschungen sorgen. Es bleibt spannend, wie sich der Markt entwickeln wird, und ob Circle den Druck standhalten kann. Eines ist sicher: In der Welt der Kryptowährungen kann sich alles in Windeseile ändern – und wir werden bereit sein, die Entwicklungen zu verfolgen.
