Die Vorbereitungen für eine bedeutende Abstimmung im US-Senat laufen auf Hochtouren. Der CLARITY Act, ein viel diskutiertes Gesetzesvorhaben zur Regulierung digitaler Vermögenswerte, könnte bereits nächste Woche im Senate Banking Committee zur Abstimmung kommen. Kara Calvert, Vice President of US Policy bei Coinbase, ist sich sicher, dass diese Entwicklung unmittelbar bevorsteht. Ein Markup ist der nächste Schritt, bevor es für den Gesetzentwurf ins Plenum geht. Eine spannende Phase, in der es um mehr als nur Zahlen geht – es geht um die Zukunft der digitalen Assets in den USA.
Ein entscheidender Punkt ist, dass der CLARITY Act mindestens 60 Stimmen benötigt, um im Senat zu bestehen. Das erfordert eine parteiübergreifende Zusammenarbeit, was in der aktuellen politischen Landschaft nicht gerade einfach ist. Calvert hebt hervor, wie wichtig die Unterstützung der Demokraten für ein überparteiliches Gesetz ist. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, wie die Stimmenverteilung ausfällt. Dabei ist die aktuelle Steuerpolitik ein großes Hindernis für Unternehmen, die digitale Assets erwerben und halten möchten. Viele große Player stehen vor der Herausforderung, die Compliance- und Berichtspflichten zu erfüllen. Die IRS-Praxis, für jede noch so kleine Transaktion ein Formular vom Typ 1099-DA auszustellen, wird heftig kritisiert – Millionen dieser Formulare wurden bereits für Transaktionen von nur einem Dollar verschickt. Das wird als ausgesprochen ineffizient angesehen.
Die Rolle des PARITY Act
Der PARITY Act, ein neu eingeführter Gesetzesentwurf, könnte hier Licht ins Dunkel bringen. Er wurde am 20. Dezember 2025 von den Abgeordneten Max Miller (R-Ohio) und Steven Horsford (D-Nev.) vorgeschlagen und zielt darauf ab, die steuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte zu reformieren. Die Bestimmungen des PARITY Act sind vielversprechend: von der Erweiterung der Wash-Sale-Regeln bis hin zur Einführung einer allgemeinen de minimis-Ausnahme für bestimmte Transaktionen. Beide Gesetzentwürfe, der CLARITY Act und der PARITY Act, könnten sich als Schlüssel zur Förderung der Akzeptanz digitaler Vermögenswerte erweisen, wenn sie denn angenommen werden.
Eine Umfrage von HarrisX zeigt, dass 70 Prozent der US-Wähler klare Krypto-Gesetze fordern, und 62 Prozent sind der Meinung, dass die USA die globalen Regeln für digitale Finanzen mitbestimmen sollten. Das zeigt, wie groß das öffentliche Interesse an einer klaren Regulierung ist. Dabei sind die legislative Schwerpunkte nicht nur auf dem CLARITY Act und dem PARITY Act angesiedelt, sondern auch auf der Frage, wie man die steuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte reformieren kann.
Ein Blick auf den Markt
Der Stablecoin-Markt, der im Jahr 2025 um 49 % gewachsen ist und bis Ende des Jahres die beeindruckende Summe von 306 Milliarden US-Dollar erreicht hat, ist ein weiteres Zeichen für das explosive Wachstum im Bereich digitaler Vermögenswerte. Mit Unternehmen wie Circle und Ripple, die vorläufige nationale Banklizenzen erhalten haben, zieht das institutionelle Kapital endlich in die Märkte ein. Klarheit und Transparenz in der Regulierung könnten mehr Investitionen und Engagement von großen Akteuren nach sich ziehen. Es ist auch interessant zu beobachten, dass fast 90 % des weltweiten CEX-Handelsvolumens im Ausland stattfindet – ein Umstand, der bei uns nicht unbeachtet bleiben sollte.
Die Situation ist also spannend. Der Senatsausschuss für Banken hat zwei Jahre an diesen Gesetzen gearbeitet und ist nun näher an einer Lösung als je zuvor. Dabei bleibt das Zeitfenster für legislative Maßnahmen eng, und eine kurzfristige Anhörung könnte entscheidend sein. Der CLARITY Act wurde bereits mit 294 Stimmen im Repräsentantenhaus verabschiedet, was ein starkes Signal für die Unterstützung dieser Thematik darstellt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird und ob die Gesetzentwürfe die erhoffte positive Wirkung auf die digitale Finanzlandschaft haben werden.