Die britische Finanzaufsicht FCA hat kürzlich eine bedeutende Entscheidung getroffen, die die Landschaft für Stablecoins in Großbritannien verändern könnte. Die Kapitalanforderung für Stablecoins wurde von 2 auf 1 Prozent des ausgegebenen Volumens gesenkt. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nicht nach viel, aber es könnte einen echten Unterschied für Emittenten und Verbraucher bedeuten. Diese Regelung tritt am 25. Oktober 2027 in Kraft und ist Teil eines umfassenden rechtlichen Rahmens, der Krypto-Assets in Großbritannien regeln soll.

Die FCA, die seit 2023 auch für die Krypto-Finanzpromotion und Geldwäsche-Registrierung zuständig ist, hat sich offenbar auf das Feedback der Branche eingelassen. Bisher wurde die 2-Prozent-Schwelle als nicht wettbewerbsfähig angesehen, und die neue Regelung könnte dazu beitragen, ein ausgewogenes und innovatives Umfeld für Krypto und Stablecoins zu schaffen. Der neue rechtliche Rahmen stützt sich auf den Financial Services and Markets Act 2000 (Cryptoassets) Regulations 2026, der im Februar 2026 verabschiedet wurde.

Ein Blick auf die Details

Das Autorisierungsfenster für Unternehmen öffnet im September 2026, während vorbereitende Treffen bereits im Juli 2026 beginnen. Spannend wird es für Unternehmen, die ohne Autorisierung nach Oktober 2027 nicht mehr als registrierte Krypto-Unternehmen operieren dürfen. Der K-SII-Koeffizient wurde gesenkt, um die Kapitalbindung für große Emittenten zu verringern. Zudem sind jährliche Stresstests für alle regulierten Firmen verpflichtend – ein Schritt, der sicherstellen soll, dass die Emittenten auch in turbulenten Zeiten bestehen können.

Verbraucherschutz steht ebenfalls im Mittelpunkt der neuen Regelungen. Die FCA möchte sicherstellen, dass Verbraucher informierte Entscheidungen treffen können und die Grenzen des Verbraucherschutzes verstehen. Eine aktive Zusammenarbeit mit der Industrie wurde als wichtig erachtet, um ein nachhaltiges Regime zu schaffen, das den Bedürfnissen sowohl von Unternehmen als auch von Verbrauchern gerecht wird.

Regulatorische Rahmenbedingungen im europäischen Kontext

Im europäischen Raum gibt es ähnliche Bestrebungen. Die Bundesbank und die BaFin beaufsichtigen Emittenten von Stablecoins und E-Geld-Token in Deutschland. Die Regulierung von Kryptowährungen erfolgt nach dem „regulate and contain“-Prinzip, was bedeutet, dass die Risiken des Kryptosystems überwacht und eingegrenzt werden sollen. Mit der Veröffentlichung der europäischen Verordnung zur Regulierung von Märkten (MiCAR) im Juni 2023 wurde ein einheitlicher Rechtsrahmen für nicht regulierte Kryptowerte geschaffen.

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Die FCA hat sich auch aktiv um die Unterstützung von Innovationen im Krypto-Bereich bemüht. Im Rahmen ihrer Regulatory Sandbox wird eine spezielle Kohorte für Stablecoins eingeführt, die es innovativen Unternehmen ermöglicht, ihre Produkte unter dem neuen regulatorischen Regime zu testen. Die erste erfolgreiche Teilnahme eines großen Unternehmens, das einen GBP-Stablecoin für Zahlungen testet, ist bereits zu verzeichnen. Dies zeigt, dass die FCA wirklich daran interessiert ist, den Markt für Krypto-Assets weiterzuentwickeln.

Die Zukunft der Stablecoins in Großbritannien

Die bevorstehenden in-person Stablecoin-Policy-Sprints im März, die sich mit verschiedenen Anwendungsfällen für Stablecoins befassen, könnten einen weiteren Schritt in Richtung eines vertrauenswürdigen Marktes darstellen. Hier wird nicht nur über Vertrauen und Kosten diskutiert, sondern auch über die Interoperabilität in verschiedenen Anwendungsfällen. Das ist wichtig, denn in einer Zeit, in der Kryptowährungen an Bedeutung gewinnen, müssen wir sicherstellen, dass wir einen stabilen und sicheren Rahmen haben.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Regelung auf den Markt auswirken wird und ob sie wirklich zu einem besseren und sichereren Umfeld für Stablecoins und Krypto-Assets führt. Der Austausch mit der Industrie wird entscheidend sein, um die Herausforderungen zu meistern, die auf dem Weg zur Umsetzung dieser neuen Regeln auftauchen könnten. Es wird spannend, die Entwicklungen zu beobachten!