In Polen brodelt es. Karol Nawrocki, der polnische Präsident, hat zum wiederholten Male ein Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen blockiert. Es ist schon fast wie ein Déjà-vu: Nawrocki beklagt, dass die Regierung seine Vorschläge während monatelanger Diskussionen ignoriert hat. Na, das klingt schon mal nicht nach einem guten Start für die Krypto-Regulierung im Land! Polen steht damit als einziger EU-Mitgliedstaat ohne nationalen Rahmen da, um die EU-Vorgaben für die Märkte für Krypto-Assets (MiCA) umzusetzen. Die Frist für die Einhaltung dieser Regeln läuft am 1. Juli ab – und das könnte zu einem echten Fiasko führen.

Nawrocki führt sein Veto auf Überregulierung und übermäßige Befugnisse der Finanzaufsichtsbehörde (KNF) zurück. Da fragt man sich doch, wie viele Änderungsanträge eigentlich im Parlament angenommen wurden. Ganze 16 hat sein Büro eingereicht, und nur einer wurde akzeptiert. Das ist ja fast schon ein Schlag ins Gesicht! Die von Nawrocki geforderten Punkte – wie etwa die gerichtliche Kontrolle von Regulierungsmaßnahmen und kürzere Fristen für das Einfrieren von Krypto-Konten – wurden vom Sejm, dem polnischen Parlament, abgelehnt. 241 Abgeordnete stimmten für das Gesetz, 200 dagegen. Aber selbst die Zustimmung des Parlaments bringt Nawrocki nicht dazu, die Gesetzesvorlage zu unterschreiben.

Ein turbulenter Kontext

Es wird noch spannender: Premierminister Donald Tusk stellt die Motive von Nawrocki infrage und verknüpft sie mit dem Zusammenbruch der Kryptobörse Zondacrypto. Diese wird aufgrund von Betrug und Geldwäsche untersucht, und schätzungsweise 30.000 Kunden haben dabei 350 Millionen Zloty (über 95 Millionen US-Dollar) verloren. Tusk hat sogar behauptet, der CEO von Zondacrypto habe Gelder an Stiftungen gespendet, die mit Oppositionspolitikern in Verbindung stehen. Das klingt nach einem echten Politdrama! Nawrocki hat die Anschuldigungen jedoch zurückgewiesen und als unbestätigte Informationen bezeichnet.

Hätte er das Gesetz unterzeichnet, wäre die KNF zur primären Regulierungsbehörde des Kryptomarktes ernannt worden. Und die hätte wirklich Zähne gezeigt: Sanktionen gegen Krypto-Unternehmen verhängen, Konten sperren und Transaktionen aussetzen können. Kritiker sehen die Befugnisse der KNF sogar als übertrieben an, jenseits dessen, was MiCA eigentlich vorsieht.

Die Uhr tickt

Die nationalistische Fraktion Konfederacja hat einen minimalistischen Ansatz zur Umsetzung der EU-Regeln vorgeschlagen. Die KNF hat gewarnt, dass polnische Krypto-Unternehmen ohne Gesetzgebung nach dem 1. Juli keine Lizenzen nach EU-Recht erhalten könnten. Das bedeutet, dass inländische Betreiber möglicherweise Lizenzen in anderen EU-Ländern beantragen müssen, um weiterhin ihre Kunden bedienen zu können. Das ist schon ein bisschen bitter, oder? Finanzminister Andrzej Domański hat das Veto scharf kritisiert und fordert eine neue Gesetzesinitiative. Und Tusk? Er muss nun von vorne anfangen, um einen neuen Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen.

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Ein vorheriger Versuch, das Veto zu überstimmen, ist gescheitert. 243 Abgeordnete stimmten gegen das Veto, die benötigten 263 Stimmen wurden nicht erreicht. Das lässt einen mit einem mulmigen Gefühl zurück. Eine erneute Abstimmung zur Aufhebung des Vetos könnte zwar stattfinden, aber ob Tusk die nötige Unterstützung bekommt? Das bleibt abzuwarten, und das wäre schon sehr spannend zu beobachten.

Ein Blick über die Grenzen

Doch was bedeutet das alles im größeren Kontext? Der erste Bitcoin wurde 2009 geschaffen und seitdem hat sich die Welt der Kryptowährungen rasant entwickelt. Kryptosysteme sind, im Vergleich zum traditionellen Finanzsystem, eine kleine, isolierte Nische, die aber durch Skandale – wie den Zusammenbruch der Handelsplattform FTX im Herbst 2022 – in den Fokus gerückt sind. Europäische und internationale Regulierungsbehörden beobachten die Entwicklungen genau und versuchen, Risiken zu minimieren. Die Regulierung von Kryptowerten erfolgt im Sinne des „regulate and contain“-Prinzips, um Ansteckungsrisiken mit dem traditionellen Finanzsystem zu reduzieren. Die neue europäische Verordnung zur Regulierung von Märkten (MiCAR), die kürzlich in Kraft trat, soll einen harmonisierten Rechtsrahmen für nicht regulierte Kryptowerte schaffen.

In Deutschland beaufsichtigt die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank die Emittenten von Stablecoins und E-Geld-Token. Die Regulierungsbehörden arbeiten daran, technische Standards und Leitlinien zu erarbeiten, um den wirtschaftlichen Charakter von Geschäften zu berücksichtigen – unabhängig von der genutzten Technik. Das alles zeigt, wie wichtig es ist, dass die Regulierung konsequent und zügig umgesetzt wird. Es bleibt spannend, wie sich die Situation in Polen weiterentwickeln wird und ob Nawrocki und Tusk einen gemeinsamen Nenner finden können, um die Krypto-Industrie in die richtige Bahn zu lenken. Wir halten die Ohren offen!