Heute ist der 16.06.2026. Die Welt der Kryptowährungen ist ein aufregendes, aber auch gefährliches Pflaster – das haben wir in letzter Zeit wieder deutlich zu spüren bekommen. In den USA hat Senatorin Cynthia Lummis den CLARITY Act vorgestellt, ein Gesetz, das frisches Kapital in Höhe von 150 Millionen USD für die Strafverfolgung bereitstellt. Das Ziel? Die Bekämpfung von Betrug im digitalen Vermögenssektor. Das Geld soll dem Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) zugutekommen, das dafür zuständig ist, auffällige Geldflüsse zu überwachen und die Übeltäter, die in der Welt der Kryptowährungen ihr Unwesen treiben, zur Rechenschaft zu ziehen.

Betrug mit Kryptowährungen hat Rekordhöhen erreicht. Allein 2024 meldeten Amerikaner Verluste von unglaublichen 9,3 Milliarden USD durch internetbezogene Straftaten. Besonders alarmierend ist, dass Personen über 60 Jahre die höchsten Verluste erlitten haben – fast 5 Milliarden USD. Das zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur die Täter, sondern auch die Opfer zu schützen. Lummis und der Crypto Council for Innovation setzen sich daher für eine stärkere Finanzierung ein, um besser gegen diese kriminellen Machenschaften vorgehen zu können.

Die Verwendung der Mittel

Die geplanten 150 Millionen USD sollen in verschiedene Maßnahmen fließen: von erweiterten Anti-Geldwäsche-Programmen über die Einführung von Verdachtsmeldungen für neu erfasste Börsen bis hin zur Entwicklung von Blockchain-Analyse-Tools. Auch ein Pilotversuch zur Datenfreigabe zwischen Firmen und Bundesermittlern steht auf der Agenda. Ein weiterer Aspekt des CLARITY Act ist die Verschärfung der Vorschriften für digitale Vermögensautomaten, die sich als Betrugskanäle herausgestellt haben. In der ersten Hälfte von 2024 wurden über 65 Millionen USD an Verlusten durch Bitcoin-ATMs verzeichnet, wobei etwa 71% dieser Verluste von Personen ab 60 Jahren stammen.

Die Anbieter von Bitcoin-ATMs sollen einen sicheren Rechtsrahmen erhalten, um verdächtige Transaktionen auf Anfrage der Strafverfolgung zu pausieren. Bislang hat der CLARITY Act bereits mehrere Hürden genommen: Das Repräsentantenhaus hat den Vorschlag im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen angenommen, während der Bankenausschuss des Senats ihn am 14. Mai 2026 mit 15 zu 9 Stimmen weiterbrachte. Nun warten alle gespannt auf die Entscheidung des gesamten Senats im kommenden Juni. Die Unterstützer des Gesetzes sind optimistisch, dass es bald in Kraft treten wird.

Globale Dimensionen des Problems

Doch die Herausforderungen hören hier nicht auf. Weltweit hat Betrug mit Krypto-Anlagen einen Schaden von rund 70 Milliarden Euro angerichtet. Täglich werden neue Opfer in Deutschland gemeldet, und die Täter sind oft selbst Opfer – sogenannte Cybersklaven. Diese werden gezielt in Regionen mit schwacher staatlicher Überwachung rekrutiert und halten die Fäden in einem perfiden Spiel aus psychologischen Manipulationen, um ahnungslose Anleger in betrügerische Online-Plattformen zu locken. Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock berichtete von systematischen Angriffen aus diesen Betrugszentren.

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Ein besonders dreistes Beispiel ist der Fall von Abdus S. aus Bangladesch, der mit einem vermeintlichen IT-Job in Kambodscha angelockt und anschließend für 3.500 Dollar verkauft wurde. Die Arbeitsbedingungen waren katastrophal, mit kaum Schlaf und Nachtarbeit. Cybersklaven haben die Aufgabe, zwischenmenschliche Beziehungen zu den Opfern vorzutäuschen, um sie zu Investments in Fake-Krypto-Börsen zu verleiten. Diese Art von Betrug wird als „Pig Butchering“ bezeichnet – ein Begriff, der in der Krypto-Community immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Ein weiterer Fall kommt aus München: Ein Geschäftsmann wurde über eine Dating-Plattform betrogen, als eine vermeintliche Münchnerin ihm finanzielle Erfolge mit Krypto-Anlagen vorgaukelte. Der Mann verlor mehrere Tausend Euro durch die betrügerische Plattform. Ermittlungen gestalten sich oft schwierig, da viele dieser Straftaten im Ausland stattfinden. Das Bayerische Justizministerium hat bereits eine Vereinbarung mit Interpol zur internationalen Zusammenarbeit getroffen, um dem Einhalt zu gebieten.

Die US-Behörden haben sogar einen kambodschanischen Geschäftsmann auf die Sanktionsliste gesetzt, der mit diesen Machenschaften in Verbindung gebracht wird. In der EU gibt es zwar ein Cyber-Sanktionsregime, doch die Anforderungen dafür sind hoch. Und die Bundesregierung? Auf eine Anfrage, ob sie sich für die Bekämpfung von „Pig Butchering“ auf EU-Ebene einsetzt, gab es bisher keine Antwort.