Heute ist der 26.04.2026. Die bevorstehenden Änderungen im Bereich der Kryptowährungen sorgen für einiges an Aufregung unter den Nutzern. Ab 2027 müssen die Finanzbehörden in Deutschland und der EU mit einer Flut an neuen Meldungen rechnen. Das Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz (KStTG), das die EU-Richtlinie DAC8 umsetzt, wird ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten und bringt zahlreiche neue Regelungen mit sich, die vor allem die Transparenz im Krypto-Markt erhöhen sollen. Doch was genau wird gemeldet und was bedeutet das für die Nutzer?
Ein häufiges Missverständnis in der öffentlichen Diskussion ist die Annahme, dass Finanzbehörden ab 2027 vollständige CSV-Dateien mit einzelnen Transaktionen erhalten. Dem ist jedoch nicht so. Laut § 11 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b KStTG sind nur aggregierte Werte zu melden. Das umfasst Informationen wie die aggregierten Gesamtbruttobeträge, den aggregierten Marktwert, die Anzahl der Einheiten sowie die Anzahl der zu meldenden Transaktionen. Diese Meldung erfolgt pro Nutzer, Kryptowert und Transaktionsart für einen festgelegten Meldezeitraum.
Was wird konkret gemeldet?
Die Angaben, die von den Kryptowerte-Dienstleistern gemacht werden müssen, sind klar geregelt. Die Meldung beinhaltet unter anderem den Namen, die Anschrift, das Geburtsdatum, die Steueransässigkeit und die Steuer-ID der Nutzer. Bei Unternehmen sind zudem Angaben zu beherrschenden Personen erforderlich. Die Art der Transaktionen, die gemeldet werden müssen, ist ebenfalls festgelegt. So müssen beispielsweise Verkäufe gegen Fiat und Käufe in Euro, sowie Tauschgeschäfte zwischen verschiedenen Kryptowerten detailliert erfasst werden. Dabei werden die jeweiligen aggregierten Gesamtbruttobeträge, die Anzahl der Einheiten und die Anzahl der Transaktionen angegeben.
Ein Beispiel verdeutlicht dies: Wenn ein Mandant im Jahr 2026 in 142 Trades Bitcoin im Wert von 380.000 Euro verkauft, wird dies als „142 BTC-Verkäufe gegen EUR, Bruttoerlös 380.000 €, X BTC“ gemeldet. Wichtige Details wie Datum, Uhrzeit oder Einzelpreise werden nicht übermittelt. Diese Entscheidung basiert auf den designtechnischen Vorgaben der OECD, die ebenfalls auf die Aggregation der Daten setzen und keine konkreten Wallet-Adressen verlangen.
Die Rolle der Kryptowerte-Dienstleister
Die neuen Regelungen stellen auch hohe Anforderungen an die Kryptowerte-Dienstleister. Ab 2027 sind sie verpflichtet, alle Transaktionen ab dem 1. Januar 2026 zu melden. Schätzungen zeigen, dass im letzten Jahr in Europa über 50 Milliarden Euro Gewinn mit Kryptowährungen erzielt wurden. Umso wichtiger ist es, dass die Dienstleister ihre Compliance-Prozesse überprüfen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Bei unvollständigen oder fehlerhaften Meldungen drohen Strafen bis zu 50.000 Euro pro Fall. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) erwartet die jährlichen Meldungen bis zum 31. Juli, und die Daten müssen in einem festgelegten elektronischen Format übermittelt werden.
Die Auswirkungen der DAC8-Richtlinie sind weitreichend. Nutzer, die in Deutschland oder einem EU-Mitgliedstaat ansässig sind, müssen eine Selbstauskunft abgeben, um ihre Daten melden zu können. Bestandskunden müssen bis zum 1. Januar 2027 Meldungen abgeben, und sollten sie dies versäumen, können Transaktionssperren und hohe Bußgelder die Folge sein.
Wichtige Empfehlung für Nutzer
Für alle Krypto-Nutzer ist es ratsam, ihre Transaktionen umfassend zu dokumentieren, um zukünftige steuerliche Prüfungen zu erleichtern. Gewinne aus Veräußerungen innerhalb eines Jahres bleiben steuerpflichtig, während nach einer einjährigen Haltefrist die Veräußerungsgewinne im Privatvermögen steuerfrei sind. Nutzer sollten sich auch bewusst sein, dass Einnahmen aus Mining, Forging, Staking oder Lending je nach Ausgestaltung steuerpflichtig sind. Eine rechtzeitige Selbstanzeige kann helfen, Strafen zu vermeiden, sofern sie vollständig und vor Entdeckung erfolgt.
Die DAC8-Richtlinie zielt darauf ab, steuerliche Transparenz zu schaffen und Steuerverkürzungen zu bekämpfen. Anbieter aus Drittstaaten, die sich nicht registrieren, riskieren, ihre Geschäfte in der EU zu verlieren. Der Gesetzgeber strebt umfassende Transparenz an, was den Klärungsbedarf in diesem komplexen Umfeld weiter erhöht. Die Einführung dieser neuen Regeln könnte somit sowohl Herausforderungen als auch Chancen für den Krypto-Markt mit sich bringen.
Für weitere Informationen zu den Regelungen und deren Auswirkungen auf den Kryptowährungsmarkt können Sie die Artikel von Blocktrainer, KPMG Law und KPMG Klardenker konsultieren.