Heute ist der 5.05.2026 und der Krypto-Markt in der Schweiz steht vor einer spannenden Wende. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat in ihrem Jahresbericht 2025 ordentlich auf die Pauke gehauen. Sie warnt vor erheblichen Risiken für Konsumenten und macht unmissverständlich klar, dass der Krypto-Sektor dringend mehr Regulierung braucht. Besonders ins Auge springt die Forderung nach neuen Lizenzkategorien für Stablecoin-Emittenten und Krypto-Dienstleister. Das Thema Krypto wird im aktuellen Bericht strategisch-regulatorisch auf etwa eineinhalb Seiten behandelt, was einen klaren Kontrapunkt zu den operativ-technischen Themen des Vorjahres setzt.
Der Konsumentenschutz, oh ja, der ist der FINMA ein zentrales Anliegen. Wer in Kryptowährungen investiert, sollte sich der Risiken beim Kauf, Handel und Transfer bewusst sein. Interessanterweise wird Krypto im FINMA Risk Monitor 2025 nicht als systemisches Risiko, sondern eher als Anlegerschutz- und Integritätsfrage betrachtet. Das könnte für viele Anleger eine Erleichterung sein, aber auf die Schnelle ist das natürlich auch kein Freifahrtschein für den unbedachten Umgang mit digitalen Währungen.
Rückgang der Anfragen und neue Entwicklungen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im FinTech- und Krypto-Bereich sind die Anfragen rückläufig. Von 104 Anfragen im Jahr 2023 auf nur noch 75 im Jahr 2025. Das zeigt irgendwie, dass die Aufregung um die neuen Technologien vielleicht nachlässt. Auf der anderen Seite hat die FINMA am 18. März 2025 der BX Digital AG die erste DLT-Handelseinrichtungs-Lizenz seit 2021 erteilt. Ein echter Meilenstein! Diese Lizenz wurde am 14. Mai 2025 nach Erfüllung aller Auflagen rechtskräftig. BX Digital nutzt einen Delivery-vs-Payment Smart Contract auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain, um DLT-Wertpapiere zu handeln und abzuwickeln. Die Zahlungsabwicklung erfolgt über das Swiss Interbank Clearing (SIC) im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank. Ein tolles Beispiel dafür, wie innovative Lösungen den Markt bereichern können.
Die erste Handelsteilnehmerliste liest sich wie ein Who-is-Who der Branche: Hypothekarbank Lenzburg, Sygnum, Incore – allesamt bekannte Namen. Und während der Bundesrat am 22. Oktober 2025 die Vernehmlassung zum FINIG-Amendment eröffnet hat, gibt es bereits zwei neue Lizenzkategorien in der Pipeline: Zahlungsmittelinstitut und Krypto-Institut. Letztere erlaubt die Emission von Stablecoins ohne Obergrenze von CHF 100 Mio. Das klingt doch nach einer echten Chance für die Branche!
Regulierung im internationalen Kontext
Doch nicht nur in der Schweiz tut sich was. Die EU bringt mit der MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation) eine Verordnung auf den Weg, die ab Dezember 2024 für Anbieter in der EU gilt. Das betrifft all jene, die Kryptowerte ausgeben, handeln oder beraten – also Börsen, Wallet-Anbieter und Emittenten. Österreich und Deutschland sind da voll dabei, während die Schweiz ihren eigenen Weg über die FINMA geht. Das hat natürlich seine Vor- und Nachteile.
Ein interessanter Punkt ist, dass Anleger keine eigene Lizenz benötigen, da die MiCA ausschließlich Dienstleister betrifft. Sie profitieren jedoch von einem Anlegerschutz, den lizenzierte Plattformen bieten müssen. Das bedeutet, dass Kundengelder und Krypto-Assets vom Eigenkapital getrennt werden müssen, was gerade in Krisenzeiten wichtig sein kann. Aber einen gesetzlichen Rahmen für die Einlagensicherung gibt es in der EU nicht, was die Situation für Schweizer Anleger besonders knifflig macht. Hier gibt es zwar keinen solchen Rahmen, einige Anbieter bieten jedoch freiwillige Versicherungen an – ein kleiner Lichtblick.
Die Entwicklungen in der Krypto-Regulierung sind also alles andere als langweilig. Die asymmetrische Aufsichtsstrategie der FINMA, die innovationsfreundlich bei Infrastruktur und tokenisierten Wertpapieren agiert, während sie bei Konsumentengeschäften und Stablecoins strenger wird, zeigt, dass der Krypto-Sektor in der Schweiz weiterhin im Blickpunkt steht. Und während die Krypto-Dienstleister ohne Banklizenz direkt von der FINMA beaufsichtigt werden – was den operativen Aufwand erhöhen könnte – bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Regelungen auf die Branche auswirken werden. Eines ist klar: Die kommenden Jahre könnten entscheidend sein für die Zukunft des Krypto-Handels in der Schweiz.