Heute ist der 6.06.2026, und die Diskussion rund um das CLARITY-Gesetz nimmt im US-Senat ordentlich Fahrt auf. Sechs republikanische Senatoren, angeführt von Cynthia Lummis, haben sich zusammengetan und einen eindringlichen Brief an die Federal Reserve, die FDIC und das Office of the Comptroller of the Currency verfasst. Warum? Weil sie die Dringlichkeit für Kapitalrichtlinien in Bezug auf Kryptowährungen erhöhen wollen. Ein ziemlicher Aufruf zur Ordnung, könnte man sagen!
In diesem Schreiben argumentieren die Senatoren, dass die bestehenden Standards Banken von der Teilnahme an den Märkten für digitale Vermögenswerte abhalten könnten. Ein Punkt, der in der aktuellen Diskussion nicht unbeachtet bleiben sollte. Der Druck, den die Senatoren aufbauen, könnte durchaus zu einem neuen Kapitalrahmen führen, der die tatsächlichen Risiken digitaler Vermögenswerte besser widerspiegelt. Das wäre eine sinnvolle Entwicklung, denn ohne klare Kapitalrichtlinien besteht die Gefahr, dass Banken den Krypto-Sektor meiden oder ihre Aktivitäten an weniger regulierte Unternehmen abgeben.
Technologieneutralität und Risikomanagement
Ein weiterer spannender Aspekt des Briefes ist die Forderung nach technologischem Neutralität in den Kapitalregeln. Die Senatoren sind der Meinung, dass Banken dadurch die Möglichkeit erhalten, aktiv an den Märkten für digitale Vermögenswerte teilzunehmen, während gleichzeitig die Risiken steuern können. Das CLARITY-Gesetz zielt darauf ab, einen breiteren Rahmen für die Marktstruktur digitaler Vermögenswerte zu schaffen, was für die Banken von entscheidender Bedeutung ist.
Aber es gibt noch mehr: Der Baseler Ausschuss hat bestimmten digitalen Vermögenswerten ein gewaltiges Risikogewicht von 1.250% zugewiesen. Das klingt erstmal erschreckend, denn so könnte es für Banken erforderlich werden, Kapital in Höhe des gesamten Engagements in Kryptowährungen vorzuhalten. Die Senatoren kritisieren diesen Ansatz, da er nicht auf einer kalibrierten Bewertung des tatsächlichen Risikos basiert. Und hier wird’s interessant: Ja, Kryptowährungen bringen Risiken mit sich – Volatilität und Marktliquidität sind nur einige Beispiele. Aber diese Risiken sind messbar und können durch Risikomanagement angegangen werden. Das muss man in der Debatte über Krypto einfach mal betonen!
Der Druck auf die Regulierungsbehörden
Diese Entwicklungen erhöhen den Druck auf die Regulierungsbehörden, während Washington an der Regulierung von Kryptowährungen arbeitet. Und das geht weit über Genehmigungen hinaus. Es geht um die Kapitalkosten für Banken, die an den Märkten für digitale Vermögenswerte teilnehmen wollen. Ein Thema, das sowohl für die Banken als auch für die gesamte Krypto-Industrie entscheidend ist.
Interessanterweise hat die Arbeitsgruppe des US-Präsidenten für Digital Asset Markets kürzlich einen Bericht veröffentlicht, der auf der Executive Order 14178 basiert. Der Bericht mit dem Titel „Strengthening American Leadership in Digital Financial Technology“ empfiehlt gesetzliche Änderungen in fünf Bereichen, darunter Marktstruktur für digitale Vermögenswerte und Bankgeschäfte mit diesen. Ein besonders heißes Eisen in diesem Bericht ist die Besteuerung. Hier wird festgestellt, dass die aktuelle rechtliche Lage ziemlich unklar ist und dass die Besteuerungsmöglichkeiten des IRS begrenzt sind. Das könnte die ganze Branche empfindlich treffen!
Der Bericht empfiehlt spezifische Änderungen an Gesetzen oder Vorschriften, wo nötig, und identifiziert auch Bereiche, die neu geregelt werden sollten. Letztendlich wird die Ausarbeitung entsprechender Lösungen dem US-Kongress und dem Finanzministerium überlassen. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass sich in den nächsten Monaten viel tun könnte.
Es bleibt spannend, wie sich die Lage um die Kapitalrichtlinien und die Regulierung von digitalen Vermögenswerten weiterentwickeln wird. Denn eines ist sicher: Die Welt der Kryptowährungen steht an der Schwelle zu umfassenden Veränderungen, und die Regulierung wird dabei eine zentrale Rolle spielen.