Die Krypto-Welt ist immer wieder für Überraschungen gut – und die jüngste Entscheidung von Strategy Inc. (ehemals MicroStrategy) ist da keine Ausnahme. In einem unerwarteten Schritt hat das Unternehmen nun 32 Bitcoin verkauft, um Dividenden für seine ewigen Vorzugsaktien zu finanzieren. Diese Maßnahme ist besonders bemerkenswert, weil es der erste Verkauf seit 2022 ist, was das „Niemals verkaufen“-Gelöbnis, das Strategy über Jahre hinweg hochgehalten hat, ordentlich ins Wanken bringt.
Der Verkauf fand in einem Marktumfeld statt, das von starken Rückgängen geprägt ist. Es ist nicht nur ein einfacher Tausch von Bitcoin gegen Dollar – nein, es stellt auch die Frage nach der Widerstandsfähigkeit des Bitcoin-Treasury-Modells von Strategy in den Raum. Die Kosten für die Vorzugsdividenden steigen, und das lässt die Anleger aufhorchen. Es scheint, als ob die bärischen Optionen zunehmen, was die Lage nicht gerade erleichtert.
Der Verkauf im Detail
In der vergangenen Woche hat Strategy also 32 Bitcoin verkauft und damit rund 2,5 Millionen US-Dollar erlöst. Der durchschnittliche Verkaufspreis betrug dabei beachtliche 77.135 US-Dollar pro Bitcoin. Nach diesem Schritt hält das Unternehmen immer noch 843.706 BTC, die zusammen etwa 61 Milliarden US-Dollar wert sind. Die Mittel aus dem Verkauf sollen direkt in Ausschüttungen an die Vorzugsaktionäre fließen – ein klarer Hinweis darauf, dass das Unternehmen seine Kapitalstruktur aktiv steuert.
Um die Bedeutung des Verkaufs zu verstehen, muss man wissen, dass dies das erste Mal ist, dass Strategy einen Teil seiner Bitcoin-Position zur Unterstützung von Kapitalstruktur-Maßnahmen nutzt. In einer Telefonkonferenz hatte Chairman Michael Saylor bereits angedeutet, dass ein teilweiser Verkauf von Bitcoin zur Finanzierung von Dividenden durchaus möglich sei. CEO Phong Le hat ergänzend erklärt, dass Bitcoin verkauft werden könnte, wenn es dem Unternehmen nütze – sei es zur Beschaffung von US-Dollar oder zur Unterstützung der Schuldenstruktur.
Marktreaktionen und zukünftige Entwicklungen
<pNach Bekanntwerden des Verkaufs reagierte der Bitcoin-Kurs prompt und fiel kurzzeitig auf über 72.000 US-Dollar, was einem Minus von rund 2,4% entspricht. Das gibt zu denken. Immerhin wird der Fokus im Markt nun stärker auf die öffentliche Akzeptanz solcher Verkäufe unter bestimmten Bedingungen gelegt. Vor dem Verkauf hatte Strategy bereits etwa 61% seines Cash-Puffers eingesetzt, um Wandelanleihen im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar zurückzukaufen. Es ist also eine Zeit des Umbruchs, und die Allokation zwischen Krypto-Assets, Liquidität und Finanzierungsinstrumenten wird aktiver angepasst.
Doch das ist noch nicht alles. Der Aktienkurs von Strategy ist bereits stark gefallen, und es gibt hohe nicht realisierte Bitcoin-Verluste. Trotz dieser Turbulenzen wird die Aktie immer noch 18 % über ihrem fairen Wert gehandelt. Die Schätzungen für den Fair Value schwanken zwischen 155,62 US-Dollar und 705 US-Dollar. Wer hier investieren möchte, sollte sich die Bilanz und die Geschichte des Unternehmens genau ansehen.
Der Bitcoin-Kosmos im Wandel
<pIm größeren Kontext ist zu beobachten, dass immer mehr börsennotierte Unternehmen Bitcoin als strategische Bilanzposition verwenden. Fast eine Million Bitcoin liegen in den Tresoren dieser Unternehmen, und der aktuelle Kursrutsch hat Bitcoin zwar einen Teil seiner Dynamik gekostet, doch die Nutzung als Treasury-Asset wird immer beliebter. Der Trend, der 2020 mit MicroStrategy begann, zeigt, dass Unternehmen Bitcoin nicht nur als Liquiditätsreserve, sondern auch als operatives Working Capital und Geschäftsmodell nutzen.
<pBis 2025/26 könnte sich ein eigener Unternehmens-Kosmos entwickeln, in dem Mining-Konzerne, Krypto-Börsen und neue „Bitcoin-first“-Vehikel ihr Zuhause finden. Die großen Player im Bitcoin-Bereich scheinen bestens aufgestellt zu sein, und auch die 15 größten Public Corporate Bitcoin Treasuries, die zusammen 966.303 BTC halten, zeigen, dass der Bitcoin-Markt alles andere als stagnierend ist.
<pAlso, bleibt dran! Die Entwicklungen rund um Strategy und den Bitcoin-Markt sind spannend und könnten uns noch einige Überraschungen bescheren. Wer weiß, vielleicht wird der nächste Schritt von Strategy schon bald wieder für Aufregung sorgen – und wir sind live dabei!