Strategy am Scheideweg: Bitcoin-Käufe aussetzen oder alles riskieren?
Heute ist der 26.06.2026 und die Kryptowelt steht Kopf. Gerade jetzt, wo die Marktbedingungen alles andere als rosig sind, hört man die besorgten Stimmen von Experten laut und deutlich. Eine der drängendsten Warnungen kommt von Ki Young Ju, dem CEO von CryptoQuant. Er rät dem Unternehmen Strategy, die Bitcoin-Käufe vorübergehend auszusetzen. Man könnte meinen, das ist eine schockierende Botschaft, aber der Hintergrund ist alles andere als überraschend.
Das Unternehmen steht unter erheblichem Druck. Die steigenden Dividendenverpflichtungen und sinkenden Barreserven machen Strategy zu schaffen. STRC-Vorzugsaktien notieren mit einem Abschlag von etwa 17,5 % gegenüber dem Nennwert, was für Anleger ein schlechtes Zeichen ist. Mit jährlichen Dividendenverpflichtungen von etwa 1,2 Milliarden Dollar und einem Bitcoin-Bestand von rund 847.000 BTC, stehen sie vor einer gewaltigen Herausforderung. Die Barkasse ist stark geschrumpft, und die nicht realisierten Verluste auf Bitcoin belaufen sich auf etwa 10,6 Milliarden Dollar. Tja, das sind keine kleinen Beträge.
Die Lage für Strategy spitzt sich zu
Wie Ki Young Ju am 24. Juni warnte, droht ein möglicher Funding-Zusammenbruch. Die US-Dollar-Reserven des Unternehmens sind um etwa 38 % eingebrochen, und es bleibt nur noch eine Finanzreserve von etwa 14 Monaten zur Deckung der Dividenden. Bei einem aktuellen Kurs von etwa 82-83 US-Dollar für die STRC-Vorzugsaktien, ist die Lage mehr als angespannt. Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte.
Es ist ein Dreikampf aus Bitcoin, MSTR-Aktien und STRC, der die Situation noch komplizierter macht. MSTR, die Stammaktie von Strategy, ist zuletzt unter die 100-Dollar-Marke gefallen – eine Premiere seit März 2024. Auch der Bitcoin-Kurs hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert und bewegt sich um die 62.500-Dollar-Marke, was nur knapp über dem 52-Wochen-Tief liegt. Die Marktstimmung ist von Angst geprägt, wie der Crypto Fear & Greed Index zeigt.
So geht es weiter für Strategy
Die Cash-Position von Strategy hat durch Schuldenrückkäufe und Bitcoin-Käufe arg gelitten. Die Reichweite zur Dividendendeckung hat sich von über sieben Jahren auf etwa 14 Monate verkürzt. Das führt zu einem Dilemma: Ein Verkauf von Bitcoin könnte die Reserven schnell auffüllen, aber gleichzeitig würde das das Vertrauen in die Strategie untergraben. Komischerweise hat das Unternehmen am 1. Juni 32 Bitcoin verkauft, um die Dividendenzahlungen zu finanzieren. Ein Schritt, der nachdenklich macht.
Die Situation könnte sich natürlich auch wieder entspannen, wenn Bitcoin und MSTR sich erholen. Doch die steigende Dividendenlast und der Druck auf die Reserven bleiben ein ständiger Begleiter. Die jährliche Dividendenlast für STRC ist von etwa 300 Millionen Dollar auf etwa 1,2 Milliarden Dollar gestiegen. Was bleibt, sind teure Auswege: mehr Bitcoin kaufen, neue MSTR-Aktien ausgeben, weitere Vorzugsaktien emittieren oder gar die Dividende erhöhen.
Ein Blick auf die Marktbedingungen
Die aktuellen Marktbedingungen sind alles andere als stabil. Bitcoin hat seit Jahresbeginn fast 30 % seines Wertes verloren; das ist schon ein ordentlicher Dämpfer. Die technische Unterstützung für Bitcoin liegt zwischen 59.000 und 60.000 Dollar, ein Bereich, der jetzt besonders kritisch ist. Die CME Group hat kürzlich Klage gegen die CFTC eingereicht, was das regulatorische Umfeld zusätzlich verschärft. Die Unsicherheit ist spürbar, und die Anleger sind angespannt.
Während die Diskussionen um Bitcoin und die damit verbundenen Unternehmensstrategien weitergehen, bleibt die Frage offen, wie Strategy mit dieser angespannten Lage umgehen wird. Ein unmittelbarer Kollaps scheint zwar nicht wahrscheinlich, die Herausforderungen sind jedoch gewaltig. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob sich die Märkte stabilisieren oder ob der Druck weiter zunimmt.
