In den letzten Jahren hat die Diskussion über Krypto-Assets und ihre Rolle im Zahlungsverkehr an Fahrt gewonnen. Seit der Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepapers wird Bitcoin häufig mit illegalen Transaktionen in Verbindung gebracht. Doch es gibt auch einen Lichtblick: Stablecoins, die von Befürwortern als zukunftsträchtige Zahlungsoptionen propagiert werden, könnten die Landschaft des Zahlungsverkehrs revolutionieren. Natürlich stehen sie auch in der Kritik, da Gegner deren Nutzung oft mit kriminellen Aktivitäten assoziieren.

Die Herausforderungen bei der Bewertung des Potenzials von Stablecoins sind nicht zu unterschätzen. Netzwerkeffekte verlangsamen die Einführung neuer Zahlungstechnologien, und weniger als 10 % der Stablecoin-Transaktionen erfolgen zwischen echten Nutzern. Darüber hinaus können Blockchain-Daten nicht zwischen Zahlungen und Investitionen differenzieren, was die Analyse erschwert. Ein theoretischer Rahmen zeigt, dass Stablecoins börsennotierte Zahlungsunternehmen auf verschiedene Weise beeinflussen könnten. So könnten öffentliche Blockchains beispielsweise die Markteintrittsbarrieren senken und kostengünstige Geldtransfers unter 0,01 USD pro Transaktion ermöglichen.

Empirische Forschung und ihre Ergebnisse

Eine kürzlich durchgeführte Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF), verfasst von Alexander Copestake und Kollegen, hat sich intensiv mit der Rolle von Stablecoins im Zahlungsverkehr auseinandergesetzt. Im Fokus standen die USA und der GENIUS Act, der einen Regulierungsrahmen für Stablecoins schaffen soll. Die Analyse der Aktienkursänderungen vor und nach der Abstimmung im Repräsentantenhaus am 17. Juli 2025 ergab, dass die Aktienkurse der Zahlungsunternehmen nach der Abstimmung um etwa 0,75 % sanken, was einem Marktwertverlust von schätzungsweise 21,5 Milliarden USD entspricht.

Besonders bemerkenswert sind die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Zahlungsunternehmen: Während grenzüberschreitende Zahlungsunternehmen einen signifikanten Kursrückgang von etwa 27 % erlitten, blieben Zahlungsnetzwerkplattformen wie Visa und PayPal von größeren Verlusten weitgehend verschont. Unternehmen, die sich mit Krypto-Assets beschäftigen, zeigten ebenfalls eine bemerkenswerte Stabilität.

Die Zukunft der Stablecoins

Stabile Währungen haben in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2024 übertraf das Transaktionsvolumen von Stablecoins erstmals das von Mastercard. Diese blockchain-basierten Token, die an Fiat-Währungen oder Rohstoffe gekoppelt sind, bieten ein stabiles Preisniveau und gewinnen zunehmend an Akzeptanz im Unternehmensumfeld. Banken sind gefordert, sich aktiv mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen, um ihre Rolle im digitalen Zahlungsverkehr zu sichern.

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Auf staatlicher Ebene gibt es unterschiedliche Haltungen zu Central Bank Digital Currencies (CBDCs). Während die Europäische Zentralbank einen digitalen Euro für den Interbankenhandel vorbereitet, hat die US-Regierung sich gegen die Entwicklung eines digitalen Dollars ausgesprochen und setzt stattdessen auf private Stablecoins. Das Potenzial von Stablecoins, Unternehmen Effizienzgewinne und Kostenersparnisse im internationalen Zahlungsverkehr zu bieten, ist nicht zu unterschätzen.

Schlussfolgerung

Die empirische Forschung liefert wertvolle Belege für die Rolle von Krypto-Assets im Zahlungsverkehr. Die US-Gesetzgebung zu Stablecoins führte zu einem kumulativen Rückgang des Marktwerts von Zahlungsunternehmen um etwa 18 %. Besonders grenzüberschreitende Zahlungsunternehmen sind von den Veränderungen betroffen, während Unternehmen mit starken Netzwerkeffekten weniger unter Druck stehen. Die Integration von Stablecoins in den Alltag der Verbraucher wird zunehmend vorangetrieben, und wir können einen Anstieg der Zahlungsunternehmen beobachten, die kryptobezogene Dienstleistungen anbieten.

Die Herausforderungen bleiben jedoch vielfältig. Vertrauensfragen und regulatorische Unsicherheiten sind zentrale Kritikpunkte, die es zu überwinden gilt. Dennoch bleibt die Aussicht auf eine fundamental veränderte internationale Finanzarchitektur, in der Stablecoins und CBDCs eine tragende Rolle spielen könnten, äußerst spannend.