Kryptos unter Druck: Der CLARITY Act und die Zukunft von Galaxy Digital
Heute ist der 2.07.2026 und die Krypto-Welt sieht sich einmal mehr mit unruhigen Zeiten konfrontiert. Galaxy Digital steht am Donnerstag unter Druck, während die Hoffnung auf eine schnelle Regulierung im Krypto-Sektor in den USA immer mehr schwindet. Die Wahrscheinlichkeit für den CLARITY Act, ein Gesetz, das für mehr Klarheit im Umgang mit digitalen Assets sorgen sollte, liegt nur noch bei 50 Prozent – ein herber Rückschlag, nachdem sie kürzlich bei 74 Prozent lag. Grund für diese Skepsis sind festgefahrene Verhandlungen im US-Senat, die durch Ethik-Klauseln und Ausnahmen für Blockchain-Entwickler blockiert werden. Eine geplante Unterzeichnung durch das Weiße Haus im Juli ist damit hinfällig.
Diese Unsicherheiten haben bereits ihren Tribut gefordert: Der Aktienkurs von Galaxy Digital ist um 7,26 Prozent auf 21,60 Euro gefallen, und innerhalb einer Woche hat die Aktie mehr als 13 Prozent verloren. Der gesamte Kryptosektor leidet, Bitcoin fiel sogar unter die 58.000 Dollar-Marke. Analysten bewerten die Situation differenziert – die Investmentbank Rosenblatt sieht die aktuelle Lage als Kaufgelegenheit. Interessant ist, dass Galaxy Digital stärker abgestraft wird als die Konkurrenz, was auf eine Partnerschaft mit CoreWeave zurückzuführen ist. Anleger konzentrieren sich momentan mehr auf die volatile Natur der Kryptomärkte und übersehen den Umbau von Galaxy Digital zum Infrastruktur-Anbieter für Künstliche Intelligenz.
Die Herausforderungen des CLARITY Acts
Ein zentraler Punkt im Geschehen ist der Digital Asset Market Clarity Act (H.R. 3633), der im US-Senat aufgrund von Uneinigkeit über Zinserträge auf Stablecoins ins Stocken geraten ist. Der Act, der am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen im Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, hat sowohl Unterstützung vom Weißen Haus als auch von der SEC und CFTC, die sich auf eine Umsetzung verständigt haben. Ehemaliger US-Präsident Trump bezeichnete das Gesetz als entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der USA im Kryptosektor. Doch die Debatte darüber, wie Zinserträge auf Stablecoins geregelt werden sollen, blockiert die Weiterentwicklung. Der Streit betrifft nicht nur große Banken wie JPMorgan und Bank of America, sondern auch Kryptounternehmen wie Coinbase und Ripple.
Der CLARITY Act bringt eine wichtige Klarheit mit sich, indem er die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Assets definiert. Das Gesetz führt drei Kategorien für digitale Vermögenswerte ein: Digitale Rohstoffe, Investment-Contract-Assets und regulierte Zahlungs-Stablecoins. Besonders interessant ist die Sonderregel, die Entwickler von Open-Source-DeFi-Protokollen vor der Registrierung als Intermediäre schützt. Die Banken drängen auf ein Verbot von Zinserträgen auf Stablecoins, während Kryptounternehmen, wie Coinbase, diese Gewinne nicht verlieren wollen. Der Druck steigt, und eine Treasury-Studie prognostiziert, dass Banken bis zu 6,6 Billionen USD an Einlagen verlieren könnten, sollte es zu einem Anstieg der Stablecoin-Zinsen kommen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Chronologie der Debatte ist aufschlussreich: Vom 17. Juli 2025, als der CLARITY Act das Repräsentantenhaus passierte, bis hin zu den jüngsten Entwicklungen im Jahr 2026, zeigt sich ein Bild von ständigen Verhandlungen und Kompromissen. Der 3. August wird eine entscheidende Weiche darstellen, wenn die Ausschüsse im Kongress die Entwürfe zusammenführen müssen. Eine Einigung könnte die legislativen Risiken für das restliche Jahr mindern und vielleicht sogar einen Aufschwung im Kryptomarkt anstoßen. JPMorgan prognostiziert, dass das Gesetz in der zweiten Jahreshälfte 2026 einen Marktaufschwung auslösen könnte. Doch der Stillstand könnte weiter anhalten, und Unternehmen könnten sich gezwungen sehen, OCC-Banklizenzen anzustreben.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent für eine Verabschiedung des Gesetzes im Jahr 2026, wie es Polymarket schätzt, und einer optimistischen Einschätzung von Ripple-CEO Brad Garlinghouse, der die Wahrscheinlichkeit Ende April auf 80-90 Prozent schätzte, bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Die Uhr tickt, und der Zeitrahmen für eine mögliche Verabschiedung ist spätestens im Mai/Juni 2026. Der Kryptomarkt bleibt also in Bewegung – mal sehen, wohin die Reise geht!
