In einer Welt, die von Unsicherheit und globalen Konflikten geprägt ist, spricht Gerald Hörhan, ein prominenter Immobilien-Investor und Millionär, über die Notwendigkeit, sich auf potenzielle Krisen vorzubereiten. In einem aufschlussreichen Interview auf dem YouTube-Kanal „René will Rendite“ äußert er seine Sicht auf die aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere im Kontext des Iran-Kriegs. Für Hörhan ist dieser Konflikt nicht nur eine regionale Angelegenheit, sondern ein klares Zeichen für einen weltweiten Umbruch.
Hörhan betont eindringlich, dass es keinen absolut sicheren Hafen mehr gibt. Stattdessen empfiehlt er, opportunistisch zu agieren und das Vermögen zu diversifizieren. Neben dem Besitz von Bargeld sieht er Bitcoin als eine wichtige Absicherung in unsicheren Zeiten. „Die Zeiten von Sicherheit sind vorbei“, erklärt er. Stattdessen müsse man sich auf relative Sicherheit konzentrieren und sich darauf vorbereiten, im Notfall schnell zu handeln: „Im Notfall bin ich in einer Stunde weg.“ Mit einem Privatjet oder Auto würde er fliehen und hat stets die nötigen Utensilien wie Computer, Handy, Ladegeräte, Gold und Bargeld bereit.
Vorbereitung auf das Unerwartete
Doch was könnte solch eine Flucht auslösen? Hörhan nennt mehrere mögliche Szenarien: hohe Unternehmenssteuern durch kommunistische Tendenzen, rechtsradikale Bewegungen, Bürgerkriege oder sogar einen Krieg in Europa. In solch einem Kontext wird es für diejenigen, die auf eine ausgewogene Work-Life-Balance setzen und finanziell unvorbereitet sind, ungemütlich, so seine Warnung. Ein gut diversifiziertes Vermögen sowie Wissen, insbesondere über Künstliche Intelligenz, sieht er als den besten Schutz in dieser hektischen Zeit.
Aber die unsichere Lage beschränkt sich nicht nur auf individuelle Vermögensstrategien. Auch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind angespannt. Die Bundesbank warnt vor den Auswirkungen von Zollankündigungen und Anhebungen der neuen US-Regierung, die zu handelspolitischen Spannungen führen könnten. Diese Spannungen belasten die bereits fragile Konjunktur im Euroraum und könnten sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken, insbesondere durch eine schwächere Exportnachfrage.
Ein komplexes Phänomen
Unsicherheit ist ein vielschichtiges Phänomen, das Unternehmen und Haushalte in ihren Investitions- und Kaufentscheidungen beeinflusst. Die Bundesbank hebt hervor, dass die Messung von Unsicherheit ohne eindeutige Metrik eine Herausforderung darstellt. In den letzten Monaten hat ein textbasiertes Unsicherheitsmaß, das auf der Analyse von Zeitungsartikeln beruht, an Bedeutung gewonnen. Es zählt, wie oft bestimmte Schlagworte im Zusammenhang mit handelspolitischer Unsicherheit in US-amerikanischen Tageszeitungen auftauchen.
Obwohl solche Indikatoren wertvolle Einblicke geben können, weist die Bundesbank auf konzeptionelle Schwächen hin, etwa die uneinheitliche Verwendung des Begriffs „Unsicherheit“. Eine alternative Messgröße ist die implizite Aktienmarktvolatilität, die auf handelspolitische Spannungen reagiert hat. Doch auch hier galt: Die Ausschläge der Aktienmarktvolatilität waren geringer als bei textbasierten Maßen, was die Komplexität des Themas unterstreicht.
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten im Euroraum ist in den letzten Wochen gestiegen, hat sich jedoch verringert, was darauf hindeutet, dass die gesamtwirtschaftlichen Belastungen begrenzt bleiben könnten, solange die Unsicherheit nicht erneut stark ansteigt. In dieser unbeständigen Lage, in der sowohl individuelle als auch wirtschaftliche Strategien neu überdacht werden müssen, bleibt die Frage, wie wir uns auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereiten können.
Für weitere Informationen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Unsicherheit, besuchen Sie die Bundesbank.