Heute ist der 3.06.2026 und das Thema Kryptowährungen zieht immer größere Kreise, insbesondere wenn es um die Schattenseiten geht. Schon seit den 1980er Jahren tüfteln Menschen an digitalen Währungen. David Chaum legte 1982 mit seinem kryptografischen Bezahlsystem den Grundstein. Und dann, 1997, schnappte sich Adam Back die Idee und entwickelte den Hashcash-Mechanismus, der später in Bitcoin Verwendung fand. Es war ein langer Weg bis zur Veröffentlichung des Bitcoin-Manifestes im Oktober 2008 und dem offiziellen Start im Januar 2009. Wer hätte damals gedacht, dass man 10.000 Bitcoin für eine Pizza ausgeben könnte? Es ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie sich die Wahrnehmung von Währungen mit der Zeit verändert hat.

Doch mit dem Aufstieg der Kryptowährungen sind auch einige dunkle Wolken am Horizont aufgetaucht. Castle Craig in Schottland hat bereits Programme zur Behandlung von Kryptowährungsabhängigkeit ins Leben gerufen. Jamie Giles, Direktor für Kundenservice, weist darauf hin, dass problematisches Investieren durch das Verhalten der Menschen definiert wird – nicht durch die Währung selbst. Die Herausforderung? Kontrollverlust. Das ist das zentrale Problem bei der Sucht nach Kryptowährungen. Und das ist nicht nur ein Randphänomen. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen problematischem Investieren in Kryptowährungen und Glücksspielstörungen. In den USA haben rund zwei Drittel der Kryptotrader riskantes Glücksspielverhalten. Besonders gefährdet sind jüngere, männliche Personen, die oft impulsiv in den Markt springen.

Die Gefahren des schnellen Geldes

Kryptowährungen werden oft mit der Möglichkeit verbunden, schnell Geld zu verdienen – und das ist ein gefährlicher Trugschluss. Diese Denkweise führt zu einer erhöhten Suchtgefahr, die sogar höher sein könnte als bei herkömmlichen Glücksspiel-Varianten. Die Kurse schwanken stark, was emotionale Achterbahnfahrten für die Anleger bedeutet. Lia Nower von der Rutgers Universität hat den Vergleich zwischen Krypto-Handel und Rubbellosen angestellt – der Reiz ist ähnlich. Die ständige Verfügbarkeit des Handels sorgt dafür, dass suchtgefährdete Personen kaum von den Bildschirmen wegkommen. Im Gegensatz zu Sportwetten gibt es keine festen Handelszeiten, was den Druck weiter erhöht.

Joanna Garzilli, eine Investorin, beschreibt ihren eigenen Kampf gegen die Sucht, während sie von hohen Verlusten berichtet. Psychologen wie Aaron und Lin Sternlicht in New York haben einen Anstieg der Anfragen um über 40 Prozent festgestellt. Ihre sechswöchige Therapie kostet sage und schreibe 25.000 Dollar und schließt oft die Familienmitglieder mit ein. Komischerweise ist Krypto-Sucht in den USA noch nicht offiziell als Spielsucht anerkannt, was es für Betroffene zusätzlich erschwert, Hilfe zu bekommen. Viele von ihnen starten die Therapie mit Schulden in den Hunderttausenden.

Ein gesellschaftliches Problem

Die Gefahren, die mit Glücksspielsucht verbunden sind, sind nicht zu unterschätzen. Sie führt zu psychischen Schäden, finanziellen Ruinen und sogar zu Suizid. Eine Kommission hat kürzlich im Fachmagazin „The Lancet“ gewarnt, dass Glücksspiel als „Bedrohung für die öffentliche Gesundheit“ eingestuft werden sollte. Schätzungsweise 450 Millionen Menschen weltweit sind von den negativen Auswirkungen des Glücksspiels betroffen. In Deutschland nehmen etwa 30 Prozent der Bevölkerung an Glücksspielen teil und rund 1,3 Millionen Menschen haben eine Glücksspielstörung. Jeder 13. Glücksspieler leidet unter gesundheitlichen, finanziellen oder sozialen Problemen.

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Die Nachfrage nach Hilfsangeboten für Online-Glücksspielende hat zugenommen, während die Branche dank ausgeklügeltem Marketing und Technologien boomt. Besonders gefährdet sind Menschen aus benachteiligten sozioökonomischen Gruppen. Es wird dringend ein effektives Regulierungssystem gefordert, um die gesundheitlichen Folgen des Glücksspiels zu verringern. Aufklärungskampagnen über die Schäden des Glücksspiels sind ebenso wichtig wie der Schutz gefährdeter Gruppen.

Wenn du jemanden kennst, der möglicherweise Hilfe benötigt, kann die bundesweite Sucht- & Drogen-Hotline unter 01806 313031 kontaktiert werden. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu suchen, denn die erste Regel im Kampf gegen Abhängigkeiten ist, dass man nicht alleine ist.