In der Welt der Kryptowährungen gibt es gerade eine gewisse Unruhe – und das hat seinen Grund. Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins auf einem Niveau zwischen 3,5 und 3,75 Prozent belassen, was zunächst einmal nicht überraschend war. Doch die neuen Inflationsprognosen deuten auf einen restriktiveren Kurs hin. Das hat auch Auswirkungen auf den Kryptomarkt: Bitcoin hat in den letzten 24 Stunden etwa 2,2 Prozent verloren und notiert aktuell bei rund 64.150 Dollar. Ethereum ist ebenfalls betroffen und zeigt ein Minus von 3,6 Prozent. XRP und Solana müssen sich mit einem Rückgang von jeweils rund drei Prozent abfinden. Selbst die Edelmetalle wie Silber und Gold stehen unter Druck – Silber fiel um vier Prozent. Man könnte sagen, es ist ein echter Dämpfer für die gesamte Branche.

Die Entscheidung der Fed, den Zins unverändert zu lassen, war zwar zu erwarten, aber die Signale, die aus der Notenbank kommen, lassen auf einen langsameren Pfad für Zinssenkungen schließen, als ursprünglich prognostiziert. Trotz der sinkenden Energiepreise bleibt der Inflationsdruck bestehen. Kevin Warsh, der sich bei seinem Debüt als Fed-Chef eher wortkarg und ohne große Ankündigungen präsentiert hat, setzt auf Fakten und weicht von der bisherigen Transparenzpolitik ab. Dieses hawkish ausgerichtete makroökonomische Umfeld macht risikoreiche Assets, und damit auch Kryptowährungen, weniger attraktiv.

Ein neuer Kurs an der Fed

Kevin Warsh, der bereits 2006 als jüngstes Mitglied des Zinsausschusses in die Fed eintrat, hat sich mittlerweile zum Chef der Notenbank hochgearbeitet. 20 Jahre später steht er nun an der Spitze und bringt eine neue Perspektive mit. Diese Veränderungen könnten möglicherweise einen dramatischen Wandel auf den Märkten auslösen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden – vor allem, da Experten wie Chris Iggo von AXA Investment Managers eine Zinssenkung der Fed am 29. Oktober und eine weitere vor Weihnachten als wahrscheinlich erachten. Das könnte sowohl Aktienmärkte als auch den Kryptomarkt beeinflussen.

Am 30. Oktober notierte Bitcoin bei rund 95.760 Euro – das ist ein Plus von 0,95 Prozent im Vergleich zum Vortag. Aber die Unsicherheit bleibt. Fed-Vorsitzender Jerome Powell warnte, dass eine Zinssenkung im Dezember nicht sicher sei, was den Bitcoin-Kurs um 4 Prozent drückte. Anleger haben ein wachsames Auge auf die kommenden Wirtschaftsdaten, insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten am 5. November und die VPI-Berichte am 12. November. Die Markteilnehmer sind in einer Art „Blindflug“ in Bezug auf die Inflationsdaten und die zukünftige Geldpolitik.

Es ist ein ständiges Auf und Ab, und die Frage bleibt: Wie wird der Kryptomarkt in dieser turbulenten Zeit reagieren? Sinkende Zinsen könnten theoretisch die Attraktivität von Bitcoin und anderen Kryptowährungen erhöhen, da sie konservative Staatsanleihen weniger ansprechend machen. Aber die Realität zeigt, dass die Herausforderungen, die durch die Politik der Fed entstehen, auch nicht zu unterschätzen sind. Die Anleger müssen sich auf knifflige Entscheidungen einstellen und strategisch handeln, während der Druck auf den Kryptomarkt hoch bleibt.

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