Das Zuger Startup CENSE hat kürzlich die Finanzierungsrunde abgeschlossen, die für viele in der Krypto-Welt wie ein frischer Wind wirkt. Ganze 6,5 Millionen Euro hat das Unternehmen eingesammelt, um mit seiner Krypto-Compliance-Plattform durchzustarten. Führend in dieser Seed-Runde waren G+D Ventures und Rabo Investments, doch auch einige Business Angels haben sich dem Investment angeschlossen. Es ist spannend zu sehen, wie digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen und Stablecoins immer mehr an Akzeptanz gewinnen. Das hat natürlich auch zur Folge, dass Banken vor neuen Herausforderungen stehen – insbesondere bei der Nachverfolgung von Geldflüssen zwischen Wallets, Krypto-Börsen und dem traditionellen Finanzsystem.
CENSE hat sich genau diesen Herausforderungen angenommen. Die Plattform automatisiert die Due-Diligence-Prozesse und bietet standardisierte, prüfbare Dokumentation für Banken. Das bedeutet, dass sie Wallet-, Börsen- und Transaktionsdaten analysiert, um ein konsistentes Reporting zu gewährleisten. CENSE wurde 2023 aus Glassnode ausgegründet, und die Idee dahinter ist es, Banken und regulierte Institutionen bei Onboarding, Compliance und Risikomanagement für digitale Vermögenswerte zu unterstützen. CEO Dennis Wohlfarth und Co-Founder Yann Allemann kennen sich aus, immerhin haben sie 2018 das Startup Accointing gegründet, das 2022 an Glassnode verkauft wurde.
Die Regulierung im Krypto-Bereich
Ein weiterer spannender Aspekt ist die bevorstehende Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte, auch bekannt als MiCAR. Diese tritt am 30. Dezember 2024 in Kraft und wird den Krypto-Markt in Europa erheblich beeinflussen. MiCAR definiert Kryptowerte als digitale Darstellungen eines Wertes oder Rechts, die elektronisch übertragen und gespeichert werden können. Darunter fallen nicht nur Bitcoin und Ether, sondern auch diverse Token, die einen vermögenswertereferenzierten Charakter haben. Allerdings werden Non-Fungible Tokens (NFTs) und tokenisierte Finanzinstrumente von den Kryptowerte-Dienstleistungen ausgeschlossen. Wer also mit Krypto handelt oder Dienstleistungen anbietet, muss sich auf neue Spielregeln einstellen.
Die MiCAR bringt einige wichtige Anforderungen mit sich. Dienstleister müssen nicht nur organisatorische und operative Vorgaben erfüllen, sondern auch ein Whitepaper herausgeben, das wesentliche Informationen über den Emittenten und die Kryptowerte enthält. Hier wird es für viele Anbieter eine Herausforderung sein, denn die Verordnung zielt darauf ab, fairen Wettbewerb zu fördern und den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Zudem sollen Transfers digitaler Vermögenswerte besser nachvollzogen werden, um Geldwäsche und Terrorfinanzierung zu erschweren.
Folgen für Banken und Krypto-Dienstleister
Für Banken und Krypto-Dienstleister ist die MiCAR ein zweischneidiges Schwert. Während sie sich auf neue Chancen einstellen können, müssen sie auch dafür sorgen, dass sie die Zulassungsanforderungen rechtzeitig erfüllen. In Deutschland gibt es bereits eine Erlaubnispflicht für Kryptowerte-Dienstleistungen; in anderen EU-Staaten hatten die meisten bis jetzt nur Registrierungspflichten. Das bedeutet, dass Unternehmen, die bereits eine BaFin-Erlaubnis haben, möglicherweise eine neue Genehmigung gemäß MiCAR beantragen müssen.
Die Aussicht, dass eine Erlaubnis in einem Mitgliedstaat auch in anderen gilt, könnte dem Markt neue Impulse geben. So können Unternehmen, die die neue Regulierung als Chance begreifen und Synergien nutzen, vielleicht sogar von einem einheitlichen Rechtsrahmen profitieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird und welche Unternehmen sich an die neuen Regeln anpassen können. Es wird spannend! Die Welt der Kryptowährungen ist in Bewegung, und man fragt sich fast schon, ob wir nicht bald von den nächsten großen Innovationen überrascht werden.