Die brasilianische Zentralbank hat ein spannendes und gleichzeitig kritisches Thema aufgegriffen: Stablecoins. Diese digitalen Währungen, die an stabile Vermögenswerte wie den US-Dollar gebunden sind, sollen künftig als elektronisches Geld betrachtet werden. Um diese neue Sichtweise zu untermauern, plant die Zentralbank strenge neue Vorschriften. Doch nicht jeder sieht das positiv. Die Krypto-Vereinigung Abcripto schlägt Alarm und warnt vor den möglichen negativen Auswirkungen auf die Einführung von Stablecoins in Brasilien. Die Sorgen sind nicht unbegründet. Insbesondere kleinere Krypto-Unternehmen könnten durch diese neuen Regelungen in ihrer Existenz bedroht werden.

In einer Anhörung im Kongress hat die Zentralbank ihren Standpunkt zu Stablecoins klar dargelegt. Fábio Araújo, Berater der Zentralbank, hat betont, dass sich Stablecoins von anderen digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin unterscheiden und daher auch anders reguliert werden sollten. Es wird argumentiert, dass Stablecoins als reale Vermögenswerte betrachtet werden sollten, sobald sie die Merkmale von Zahlungsmitteln aufweisen. Die Stellungnahme der Zentralbank ist zwar nicht endgültig, gibt aber einen klaren Einblick in deren Haltung zu Stablecoins. Ein Gesetzentwurf, der die Vorschriften für Stablecoins klären soll, wurde bereits eingebracht — der Gesetzentwurf 4308/2024 von Abgeordnetem Aureo Ribeiro.

Regulatorische Herausforderungen für Krypto-Unternehmen

Die neue Regelung zur Aufsicht über virtuelle Vermögenswerte (VASPs) könnte Brasilien von internationalen Trends abkoppeln. Es besteht die Gefahr, dass das Land ein Hindernis für Anbieter von virtuellen Vermögenswerten wird. Die Zentralbank hat die Aufsicht verschärft und die Behandlung von VASPs an Wertpapierinstitute angeglichen. Das bedeutet für viele Unternehmen, dass sie sich auf ein regelrechtes Bürokratiemonster einstellen müssen.

Besonders brisant ist die Tatsache, dass die brasilianische Zentralbank auch beschlossen hat, den Einsatz von Stablecoins und Bitcoin für Auslandsüberweisungen zu verbieten. Ab dem 1. Oktober 2026 tritt die neue Resolution No. 561 in Kraft. Diese Maßnahme betrifft vor allem Unternehmen wie Wise, Nomad und Braza Bank. Künftig dürfen Anbieter Reais nicht mehr in USDT, USDC oder Bitcoin umwandeln, um Zahlungen im Ausland über Blockchain abzuwickeln. Stattdessen müssen alle Transaktionen über Devisengeschäfte oder Nicht-Residenten-Konten in Reais erfolgen.

Die Pläne der Zentralbank

Die gute Nachricht für private Anleger ist, dass sie weiterhin Kryptowährungen über autorisierte Dienstleister kaufen, halten und transferieren dürfen. Doch nicht autorisierte Firmen stehen unter Druck: Sie müssen bis zum 31. Mai 2027 eine Genehmigung der Banco Central do Brasil (BCB) beantragen und Kundengelder auf segregierten Konten führen. Zudem sind detaillierte monatliche Berichte an die Aufsichtsbehörde Pflicht. Diese Maßnahmen sollen Geldwäsche und unkontrollierte Kapitalabflüsse verhindern.

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Brasilien könnte 2025 den fünften Platz bei der globalen Krypto-Adoption belegen. Das monatliche Krypto-Volumen bewegt sich laut Receita Federal zwischen 6 und 8 Milliarden USD, wobei Stablecoins etwa 90 Prozent des gesamten Handelsvolumens im brasilianischen Krypto-Markt ausmachen. Zudem plant die BCB die Einführung einer eigenen digitalen Währung, genannt Drex, um die Effizienz von Stablecoins mit der Sicherheit einer Zentralbankwährung zu kombinieren. Eine interessante Wendung in der Geschichte der digitalen Währungen in Brasilien!