Heute ist der 2.06.2026 und es ist mal wieder Zeit für einen Blick auf die aufregende Welt der Kryptowährungen. Man könnte sagen, die Lage ist angespannt. Der Bitcoin-Kurs hat sich auf unter 70.000 Dollar bewegt – ein echter Negativrekord. Und während die Bitcoin-Enthusiasten vielleicht noch an den großen Durchbruch glauben, muss man konstatieren, dass der Kurs momentan eine relative Schwäche zeigt, und das, obwohl die fundamentalen Gründe dafür eher rar gesät sind.
Was ist da los? An der Wall Street gibt es derzeit ein starkes KI-Narrativ, das die Anleger magisch anzieht und Kapital in Richtung von KI-Unternehmen lenkt. Börsengänge von Schwergewichten wie SpaceX, Anthropic und OpenAI könnten zusätzliches Geld in die Märkte pumpen. Diese Entwicklungen scheinen Bitcoin nicht gerade in den Kram zu passen, denn in der Vergangenheit hatte die Kryptowährung oft mit Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn die Technologieaktien unter Druck standen. Ein weiterer, spezifischer Grund für den Rückgang des Bitcoin-Kurses ist die Schwäche der sogenannten „Bitcoin Treasury Companies“. So hat beispielsweise Sequans aus Frankreich 456 BTC verkauft und seine Treasury-Strategie aufgegeben. Das macht nachdenklich.
Verkäufe und Rückkäufe: Ein Teufelskreis?
Ein Blick auf die Aktivitäten von Strategy, einem bedeutenden Bitcoin-Investor, zeigt, dass seit Mitte Mai keine neuen Käufe getätigt wurden. Kürzlich hat man sogar 32 BTC verkauft. Was steckt dahinter? Die Marktteilnehmer scheinen bereits einzupreisen, dass möglicherweise weitere 843.706 BTC verkauft werden könnten. Michael Saylor, der mit seinem Unternehmen immer noch mehr Bitcoin kaufen möchte, steht dem entgegen. Er betont, dass die Verkaufsmenge von Strategy eher als vernachlässigbar angesehen wird und es keine Notwendigkeit zum Abstoßen von Coins zur Geldbeschaffung gibt. Trotzdem bleibt die Frage: Wie lange können die aktuellen Marktbedingungen anhalten, ohne dass es zu weiteren Verkäufen von Bitcoin durch börsennotierte Halter kommt?
Ein interessanter Aspekt ist, dass einige Unternehmen in Betracht ziehen, Bitcoin zu verkaufen, um eigene Aktien zurückzukaufen. ProCap Financial, eine Bitcoin Treasury Company, hat genau das getan und dabei 52 BTC verkauft. Es scheint, als wären wir in einem Teufelskreis gefangen, wo das eine das andere bedingt. Der Bitcoin-Kursverlauf folgt einem zyklischen Muster, das wir schon oft gesehen haben: etwa drei Jahre Bullenmarkt gefolgt von einem Jahr Bärenmarkt. Laut der Zyklustheorie könnten uns noch mehrere Monate des Bärenmarkts bevorstehen.
Die Stimmung am Markt
Was bleibt, ist eine gewisse Unsicherheit. Anleger sind nervös, und viele fragen sich, ob dies der richtige Zeitpunkt ist, um in Bitcoin zu investieren oder doch lieber abzuwarten. Es schwingt ein Gefühl der Skepsis mit, während die großen Player ihre Strategien überdenken. Manchmal hat man das Gefühl, dass der Markt wie ein Pendel hin und her schwingt, zwischen Euphorie und Pessimismus. Es bleibt spannend, und wir werden sehen, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickeln wird. Vielleicht kommt ja bald der nächste große Schub – oder wir müssen uns auf eine längere Durststrecke einstellen.