Heute ist der 22.05.2026, und während die Sonne über den Handelsplätzen aufgeht, gibt es Neuigkeiten, die die Biofuels-Branche aufmischen. Die US-Umweltbehörde EPA hat ihre Vorgaben für Biofuel in den Jahren 2026 und 2027 festgelegt und damit einen echten Sturm entfacht. Die Anforderungen sind hoch: Die Produktion und Nutzung von Biodiesel und Renewable Diesel müssen im Vergleich zu 2025 um mehr als 60 % steigen! Ja, ihr habt richtig gehört – das sorgt für ordentlich Schwung auf dem Markt.

Besonders interessant ist, dass die konventionelle Ethanol-Vorgabe stabil bei rund 15 Milliarden Gallonen pro Jahr bleibt. Was bedeutet das für die Rohstoffe? Für Diesel sind hier vor allem ölhaltige Rohstoffe wie Sojaöl, Canolaöl, Altspeiseöl oder tierische Fette gefragt – Mais-Ethanol steht nicht auf der Liste. Sojaöl hat sich in den USA als der Star der Show herauskristallisiert. Und das nicht ohne Grund! Die neuen Vorgaben sollen die Nachfrage nach amerikanischem Soja ankurbeln, was den Sojabauern neuen Aufwind gibt.

Die Rolle der RIN-Credits

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang sind die RIN-Credits (Renewable Identification Numbers). Diese handelbaren Credits müssen Raffinerien erwerben, wenn sie nicht genug Biofuels selbst produzieren. Im Grunde genommen sind RINs wie eine Art „Zertifikat“, das den Unternehmen bescheinigt, dass sie ihren Verpflichtungen nachkommen. Das Schöne ist: Diese Credits können gehandelt werden, was den Markt zusätzlich belebt.

Die steigenden RIN-Preise haben die Nachfrage nach Biofuels in die Höhe getrieben und damit auch die Preise für RIN-Credits. Höhere RIN-Preise schaffen einen Anreiz zur Produktion von mehr Biodiesel und Renewable Diesel, was wiederum den Bedarf an Rohstoffen wie Sojaöl steigert. Und hier kommt die spannende Nachricht für die Sojabauern: Sojabohnen bestehen zwar aus Sojaöl und Sojaschrot, doch der Nachfrageimpuls aus dem Biofuel-Sektor betrifft hauptsächlich das Öl. Mehr Crushing könnte zusätzliches Sojaöl erzeugen, aber das bringt auch mehr Sojaschrot auf den Markt – und das könnte den Preis des Sojaschrot unter Druck setzen.

Strategische Neuausrichtung der US-Energiepolitik

Doch das ist noch nicht alles! Die US-Energiepolitik erfährt gerade eine strategische Neuausrichtung, die den Fokus auf inländische Produktion und Energiesicherheit legt. Ein ganz neuer Wind weht, denn am 13. Juni 2025 stellte die EPA den Vorschlag für den „Set 2“ Renewable Fuel Standard vor. Dieser legt fest, dass importierte Biofuels ab 2026 nur 50 % der RINs generieren, die inländische Biofuels erzeugen. Das Ziel? Die nationale Energieunabhängigkeit stärken und die Nachfrage nach heimischen Rohstoffen fördern.

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Der Vorschlag sieht auch eine Erhöhung der Gesamtvolumina vor: 24,02 Milliarden RINs für 2026 und 24,46 Milliarden RINs für 2027 – das sind 9,5 % mehr als 2025. Außerdem steigen die Verpflichtungen für Biomass-based Diesel von 5,36 Milliarden RINs in 2025 auf 7,12 Milliarden in 2026 und 7,50 Milliarden in 2027. Die Herausforderungen für die Raffinerien sind groß, und der Druck, sich an diese neuen Vorgaben anzupassen, wird immer größer.

Die Biofuel-Industrie zeigt sich insgesamt positiv gegenüber diesen Vorschlägen. Man darf gespannt sein, wie sich das auf die Preise und die Marktstruktur auswirken wird. Vor allem die starken Nachfragen nach Feedstocks, insbesondere Sojaöl, bei gleichzeitig begrenztem Angebot könnten die Preise weiter nach oben treiben. Ein spannendes Jahr liegt vor uns!