Stablecoins im Fokus: Die Bank of England setzt neue Maßstäbe für die Finanzwelt
Es ist der 21. Mai 2026 und die Entwicklungen rund um die Bank of England und ihre Pläne für Stablecoins lassen aufhorchen. Sarah Breeden, die stellvertretende Gouverneurin der Bank, hat nun einen konkreten Zeitrahmen bis Ende 2026 festgelegt, um einen Entwurf für die Regulierung von Stablecoins zu erarbeiten. Dies ist ein bedeutender Schritt, denn Stablecoins könnten künftig nicht nur für Einzelhandelszahlungen, sondern auch für Großhandelsabwicklungen von zentraler Bedeutung werden. Es wird sogar ein Regelungsentwurf für systemrelevante Stablecoins erwartet, der im nächsten Monat veröffentlicht werden soll. Ziel ist es, bis zum Jahresende einen Regulierungsrahmen zu schaffen, der mit den USA abgestimmt ist.
Die Bank of England hat außerdem zusammen mit der Financial Conduct Authority (FCA) eine „Digital Securities Sandbox“ ins Leben gerufen. In dieser Sandbox haben sich bereits 16 große Finanzinstitute, darunter Euroclear, HSBC und die London Stock Exchange Group, versammelt, um tokenisierte Märkte auf den Weg zu bringen. Es ist wie eine Art Spielplatz für digitale Innovation, der den Finanzkonzernen helfen soll, ihre Ideen in die Tat umzusetzen und im Live-Betrieb zu testen. Während all dies geschieht, wird die Konsultation zur Erweiterung der RTGS-Infrastruktur (Real-Time Gross Settlement) auf einen 24/7-Betrieb bis 2030 vorangetrieben. Das klingt schon fast nach Science-Fiction, oder?
Regulatorische Neuerungen im Blick
In einem Konsultationspapier, das die Bank veröffentlicht hat, werden einige interessante Punkte angesprochen. Der Fokus liegt auf einem regulatorischen Regime für sterling-denominierte systemische Stablecoins. Die Vorschläge, die sich aus einem Diskussionspapier von November 2023 ergeben haben, zielen darauf ab, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Geld zu stärken. Das Regime soll robust und zukunftssicher sein, um die Modernisierung der britischen Einzelhandelszahlungen zu unterstützen. Natürlich spielt die klare Kennzeichnung von Stablecoins eine zentrale Rolle, um Verwirrung mit traditionellen Bankeinlagen zu vermeiden.
Die politischen Vorschläge im Konsultationspapier sind genauso spannend wie komplex. So dürfen systemische Stablecoin-Emittenten bis zu 60 % ihrer Sicherheiten in kurzfristigen britischen Staatsanleihen halten. Für die restlichen 40 % wird die Bank unremunerierte Konten anbieten, um Vertrauen und robuste Rücknahmen zu gewährleisten. Und dann gibt es da noch die Haltegrenzen: £20.000 pro Coin für Einzelpersonen und £10 Millionen für Unternehmen – diese Grenzen sollen aber schwinden, sobald die Übergangsrisiken nicht mehr relevant sind. Das alles klingt nach einem durchdachten Ansatz, um die Risiken in den Griff zu bekommen und gleichzeitig Innovation zu fördern.
Ein Blick in die Zukunft der Finanzwelt
Interessanterweise plant die Zentralbank sogar die Unterstützung einer Pilotemission eines digitalen Staatsanleiheinstruments. Das könnte die erste tokenisierte Staatsanleihe eines G7-Landes sein! Wer hätte gedacht, dass wir in einer Zeit leben, in der solche Neuheiten unsere Finanzlandschaft so schnell verändern? Zudem wird ein geplanter „Synchronisationsdienst“ für 2028 tokenisierten Märkten ermöglichen, direkt gegen Sterling-Zentralbankgeld abzurechnen. Das könnte die Spielregeln im Massenzahlungsverkehr ganz schön durcheinanderwirbeln.
Die Prudential Regulation Authority (PRA) hat bereits angekündigt, dass Engagements von Banken in tokenisierten Vermögenswerten gleichwertig zu nicht-tokenisierten behandelt werden, sofern die Risiken identisch sind. Das zeigt, dass die Bankenlandschaft in Großbritannien sich auf digitale Vermögenswerte einstellen muss und will. In diesen bewegten Zeiten bleibt es spannend zu beobachten, wie sich das Ganze weiterentwickelt und welche Auswirkungen dies auf die traditionellen Banken haben wird. Die Konsultation wird bis zum 10. Februar 2026 geöffnet sein, und wir können nur hoffen, dass die Bank das Feedback der Öffentlichkeit ernst nimmt und die Codes of Practice sorgfältig finalisiert.
