Die Zukunft des digitalen Geldes: Zwischen Stablecoins und tokenisierten Einlagen
Heute, am 29. Juni 2026, werfen wir einen Blick auf die spannende Entwicklung im Bereich des digitalen Geldes und der Tokenisierung. Markus Fehn, der Leiter von Strategie und Innovation bei Chartered Investment, hat in einem aktuellen Gespräch zur Rolle von Krypto-Assets und digitalem Geld interessante Einblicke gegeben. Vor einem Jahr hat er bereits die Rolle von Stablecoins als potenzielle Lösung für Settlement-Probleme von tokenisierten Assets thematisiert. Doch die aktuelle Debatte zeigt, dass man für die Tokenisierung nicht zwangsläufig auf Stablecoins angewiesen ist. Vielmehr könnte funktionierendes digitales Geld der Schlüssel sein.
Der Stablecoin-Markt hat eine beeindruckende Gesamtkapitalisierung von über 300 Milliarden US-Dollar erreicht, doch in den letzten sechs Monaten stagnierte das Wachstum. Währenddessen haben tokenisierte Assets, wie etwa Treasury-Fonds und Private-Credit-Instrumente, um mehr als 30 Prozent zugenommen. Das ist irgendwie faszinierend, denn es zeigt, dass es hier noch Raum für Innovationen gibt. Systemrelevante Banken setzen inzwischen auf proprietäre Permissioned-Blockchain-Infrastrukturen und bewegen jährlich über vier Billionen US-Dollar. Ein beachtlicher Betrag! JPMorgans Kinexys beispielsweise vermittelt schätzungsweise mehr als eine Billion US-Dollar pro Jahr. Zudem haben auch große Namen wie Citi und BNY eigene Pilotprojekte im Bereich tokenisierte Einlagen bestätigt.
Die Unterschiede zwischen Stablecoins und tokenisierten Einlagen
Ein zentraler Unterschied zwischen Stablecoins und tokenisierten Einlagen ist die Bilanzstruktur. Während Stablecoins Bankeinlagen in Verbindlichkeiten des Emittenten umwandeln, bleibt das tokenisierte Geld in der Bilanz der Bank. Das klingt zunächst einmal kompliziert, hat aber enorme Auswirkungen auf die Stabilität und das Vertrauen in diese digitalen Währungen. Dennoch stehen tokenisierte Einlagen vor drei großen Herausforderungen: dem Ledger-Problem, dem Standardproblem und dem Netzwerkproblem. Diese Hürden müssen dringend angegangen werden, um das volle Potenzial dieser neuen Geldform auszuschöpfen.
Ein spannendes Beispiel ist das Project Agorá des BIS Innovation Hub, das die Verknüpfung von tokenisierten Einlagen und Wholesale-Zentralbankgeld auf einer gemeinsamen Plattform testet. Seit Mai 2026 hat das Projekt die Phase realer Werttests erreicht und benötigt keinen Proof of Concept mehr. Das könnte wirklich bahnbrechend sein! Zukünftig ist es durchaus denkbar, dass mehrere Formen digitalen Geldes koexistieren werden, wobei unklar bleibt, welche Rolle jede Form in den unterschiedlichsten Anwendungsfällen spielt.
Ein Blick in die Zukunft
McKinsey hat interessante Überlegungen angestellt und ordnet Stablecoins, tokenisierte Einlagen und Zentralbankgeld unterschiedliche Funktionen zu. Die Risiken für europäische Banken sind nicht zu unterschätzen. Eine zögerliche Haltung bei tokenisierten Einlagen könnte dazu führen, dass sie im Bereich der Cross-Border-Geldflüsse an US-Dollar-Stablecoins verlieren. Das ist schon ein bisschen alarmierend, oder? Die Finanzwelt steht vor großen Veränderungen, und es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt entwickeln wird. Ein kreatives Potenzial trägt die Blockchain-Technologie in sich, das sich nur noch entfalten muss. Die nächsten Jahre werden spannend, da sich die Architektur des digitalen Geldes weiterentwickelt.
