Heute ist der 25.07.2026, und es gibt Neuigkeiten aus der Welt der Wirtschaft, die für viele wie ein Paukenschlag angekommen sind: Varta, der schwäbische Batteriehersteller, hat am Freitag beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das betrifft nicht nur die Muttergesellschaft Varta AG, sondern auch gleich drei Tochtergesellschaften: Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH. Rund 4.000 Beschäftigte blicken in eine ungewisse Zukunft, und das lässt die Stimmung in der Region, vor allem in Ostwürttemberg, nicht gerade rosig erscheinen.

Die Anmeldung erfolgt nicht, weil Varta akut zahlungsunfähig wäre. Vielmehr ist es ein Schritt zur langfristigen Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft. Ein bisschen wie beim Schachspiel: Manchmal muss man einen Rückzug machen, um die Partie zu gewinnen. Der Schritt kommt jedoch nicht unerwartet; Varta hatte erst im Januar 2025 ein Restrukturierungsverfahren durchlaufen, bei dem das Grundkapital auf null herabgesetzt wurde. Damals gab es eine Finanzspritze von 100 Millionen Euro von Investor Michael Tojner, Porsche und Kreditinstituten. Doch die Situation hat sich erneut zugespitzt.

Die Ursachen der Krise

Ein zentraler Grund für die aktuelle Krise ist der Verlust eines wichtigen Ankerkunden – Apple. Der Tech-Gigant hat die Zusammenarbeit mit Varta beendet und damit den Liefervertrag für Knopfzellenbatterien gekündigt. Diese Entscheidung führt zur Schließung eines Werks in Nördlingen, das 350 Mitarbeiter beschäftigt. In einem Markt, der ohnehin von verschlechterten Bedingungen und schwächerer Nachfrage geprägt ist, könnte dies das Aus für viele Mitarbeiter bedeuten. Die Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und einige Hedgefonds, haben bereits Pläne zur Zerschlagung des Konzerns geschmiedet und wollen das profitable Geschäft mit Haushaltsbatterien abspalten.

Ein Blick auf die letzten Geschäftszahlen zeigt, dass Varta 2024 einen Umsatz von über 790 Millionen Euro erzielt hat, aber gleichzeitig einen Verlust von rund 64,5 Millionen Euro verzeichnete. Das sind Zahlen, die niemanden kaltlassen. Vor der Insolvenz waren auch die Eigentümer, vor allem Porsche und Tojner, nicht bereit, weiteres Kapital bereitzustellen, was die Situation noch zusätzlich verschärfte.

Die Rolle der IG Metall und die Zukunft

Die IG Metall hat bereits vor den möglichen Auswirkungen auf die Existenzen der Beschäftigten gewarnt und fordert mehr Transparenz und Mitbestimmung. Besonders die Löhne der Beschäftigten sind für bis zu drei Monate über Insolvenzgeld gesichert, was ein kleiner Lichtblick in der trüben Lage ist. Die Insolvenz in Eigenverwaltung erlaubt es dem Management, das operative Geschäft zu kontrollieren, während ein Sachwalter die Aufsicht übernimmt. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob eine geordnete Aufspaltung der Geschäftsbereiche gelingt oder ob Varta endgültig in die Knie gezwungen wird.

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Der Fall Varta ist nicht nur ein Schicksalsschlag für die Mitarbeiter und deren Familien, sondern symbolisiert auch die Krise der europäischen Batterieindustrie. Hohe Energiekosten und intensiver Wettbewerb setzen vielen Unternehmen zu. Die Region wird sich fragen müssen, wie es weitergeht. Varta hat eine regionale Bedeutung als wichtiger Arbeitgeber. Die nächsten Schritte werden entscheidend sein, um die Zukunft der Firma und die der Beschäftigten zu sichern.