Die Idee lag sprichwörtlich unter der Erde: Der Plan für „Cargo sous terrain“ (CST) sollte die Schweiz mit einem unterirdischen Tunnelsystem für den Güterverkehr ausstatten. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das den Verkehr von der Straße in die Tiefe verlagern wollte – und damit auch den Stau und die CO₂-Emissionen reduzieren sollte. Aber, und das ist das große Aber, das Projekt scheiterte letztlich an privatem Finanzierungsdruck und der fehlenden staatlichen Absicherung. Mit Gesamtkosten von schätzungsweise 30 Milliarden Franken war das Vorhaben alles andere als klein und handlich.

Die Zahlen sprechen für sich: Jährlich entstehen in der Schweiz über 48.000 Staustunden, was einen volkswirtschaftlichen Schaden von 3,1 Milliarden Franken durch verlorene Zeit bedeutet. Wenn man bedenkt, dass prognostiziert wird, dass der Straßengüterverkehr bis 2050 um 30-50% zunehmen wird, ist die Notwendigkeit für eine innovative Lösung wie CST klar. Die Idee wurde 2010 geboren, und 2013 gründete sich ein Förderverein. 2017 ging das Ganze dann in eine Aktiengesellschaft über. Unterstützt wurde das Projekt von Schwergewichten wie Coop, Migros, Swisscom und anderen.

Das Konzept von Cargo sous terrain

Das Konzept selbst war durchdacht und vielschichtig. Geplant waren drei Systemebenen: Tunnel, Hubs und eine intelligente IT-Plattform. Die Tunnel sollten mit einem Durchmesser von sechs Metern und in einer Tiefe von 20-40 Metern verlaufen, wobei selbstfahrende Elektrofahrzeuge die Waren transportieren sollten. An den Hubs könnte man die Güter abladen oder verladen, während die IT-Plattform die gesamte Logistikkette steuern sollte. Eine großartige Idee, die den urbanen Verkehr revolutionieren könnte – zumindest in der Theorie!

Die Pläne sahen auch eine City-Logistik vor, bei der Elektrofahrzeuge die letzte Meile zu den Ladengeschäften und Haushalten zurücklegen sollten. Das Finanzierungsmodell war allerdings von Anfang an auf privatwirtschaftliche Mittel angewiesen, ohne öffentliche Gelder. Für die erste Teilstrecke von Härkingen/Niederbipp nach Zürich wurden Kostenschätzungen von 3,55 Milliarden Franken veröffentlicht. Das gesamte Netz, das eine Länge von 500 km umfassen sollte, wurde anfänglich mit 33-35 Milliarden Franken veranschlagt, später aber auf 25-30 Milliarden revidiert.

Umweltbilanz und gesetzlicher Rahmen

Und die Umwelt? Die sollte nicht zu kurz kommen! CST versprach eine CO₂-Reduktion von bis zu 80% im Vergleich zu Diesel-Lkw und plante die Nutzung erneuerbarer Energien für den Betrieb. Ein Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport, das am 1. August 2022 in Kraft trat, schuf die rechtlichen Grundlagen für Konzessionen, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Betreiberverhältnisse. Leider äußerten Kantone und die Stadt Zürich Bedenken hinsichtlich Grundwasser, Verkehr und Finanzierungssicherheit. Am 22. September 2025 wurde schließlich bekannt gegeben, dass die Arbeiten am Sachplan ausgesetzt werden.

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Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet auf cst.ch weitere Informationen. Es bleibt zu hoffen, dass innovative Ideen wie CST eines Tages doch noch umgesetzt werden können. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber vielleicht irgendwann in der Zukunft. Und wer weiß, vielleicht wird die Schweiz dann tatsächlich zum Vorreiter in Sachen unterirdischer Logistik!