Heute ist der 23.04.2026 und wir blicken auf einen bemerkenswerten Wandel in der globalen Energieversorgung. Erneuerbare Energien haben im Jahr 2025 erstmals die Kohle im globalen Strommix überholt und machen nun 33,8 Prozent der weltweiten Stromerzeugung aus. Der Kohleanteil fiel auf 33,0 Prozent, was einen signifikanten Rückgang der Kohleverstromung um 63 Terawattstunden (0,6 Prozent) darstellt – der erste Rückgang seit 2020. Laut der Datenbasis von Ember, die 215 Länder erfasst, stammen die Ist-Zahlen aus 91 Ländern, welche 93 Prozent des globalen Strombedarfs abdecken.
Besonders auffällig ist der Aufstieg der Solarenergie, die 2025 erstmals die Windenergie übertraf und sich der Kernkraft nähert. Prognosen deuten darauf hin, dass Solar und Wind bereits 2026 die Atomstromerzeugung überholen werden. Die Internationale Energieagentur (IEA) registrierte 2025 eine Rekordproduktion bei der Atomstromgewinnung von rund 2.900 Terawattstunden, was einem Anstieg von 1,2 Prozent entspricht. Zudem sind über 70 Gigawatt neue Kernenergiekapazität weltweit im Bau, während mehr als 40 Länder den Ausbau der Atomkraft planen.
Strombedarf und CO₂-Emissionen
Der Strombedarf wuchs 2025 um rund 3 Prozent, während die globale Energienachfrage um 1,3 Prozent stieg. Treiber dieser Elektrifizierung sind Elektroautos, elektrische Wärmequellen, Rechenzentren und industrielle Prozesse. In China stieg der Stromverbrauch im Jahr 2024 um 7 Prozent, wobei der Anteil der Elektrizität am gesamten Energieverbrauch 28 Prozent beträgt. Trotz dieser Wachstumsraten stiegen die globalen CO₂-Emissionen nur um 0,4 Prozent, was unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. In China gingen die Emissionen des Energiesektors 2025 um 0,7 Prozent zurück, während in Indien eine Reduktion um 38 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent verzeichnet wurde. Im Gegensatz dazu erlebten die USA 2025 einen Anstieg der Kraftwerksemissionen um 3,3 Prozent.
Die geopolitischen Krisen, insbesondere der Iran-Krieg, haben die Diversifikation der Energieversorgung verstärkt und die wirtschaftliche Logik erneuerbarer Energien beflügelt. Die IEA prognostiziert einen Anstieg des globalen Stromverbrauchs um 40 Prozent in den nächsten zehn Jahren. Allerdings bleibt der aktuelle Energiemix weit von den Zielen für einen 1,5-Grad-kompatiblen Entwicklungspfad entfernt.
Energiewende in Deutschland und der EU
Parallel zu diesen globalen Entwicklungen streben Deutschland und die EU an, bis 2045 klimaneutral zu werden. Die Transformation des Energiesystems und die Umstellung der Industrie auf erneuerbare Energien sind unumgänglich. Im Rahmen des energiepolitischen „Zielfünfecks“ müssen sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Energieversorgung gewährleistet werden.
Ein zentrales Instrument zur Reduktion von Treibhausgasemissionen ist der europäische Emissionshandel (EU-ETS), der eine verbindliche Obergrenze für Emissionen setzt und handelbare CO₂-Zertifikate verteilt. Unternehmen sind verpflichtet, für jede ausgestoßene Tonne CO₂ ein Zertifikat vorzuhalten. Ab 2028 wird ein zweites Emissionshandelssystem (ETS-2) den Straßenverkehr und den Gebäudesektor erfassen. Dies ist Teil eines dichten Regulierungsrahmens, der auch staatliche Förderprogramme für den Ausbau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen umfasst.
Herausforderungen und Chancen der Energiewende
Der Netzausbau und der Zubau steuerbarer Kraftwerkskapazitäten hinken dem Ausbau erneuerbarer Energien hinterher. Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 80 Prozent steigen, während der Kohleausstieg bis 2038 geplant ist. In der Übergangsphase ist die Entwicklung von Wasserstoff und seinen Derivaten von entscheidender Bedeutung, insbesondere in schwer elektrifizierbaren Sektoren. Deutschland strebt bis 2030 die Installation von 10 GW Elektrolysekapazitäten an, doch sind die aktuellen Zubauraten unzureichend.
Die Zusammenarbeit mit Ländern, die kostengünstige Energieträger produzieren, ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Der Erfolg der Transformation hängt nicht nur von der Fokussierung auf Kosteneffizienz ab, sondern auch von internationalen Kooperationen. Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen für eine nachhaltige und klimaneutrale Zukunft sind es ebenso.
Insgesamt zeigt sich, dass die Energiewende in vollem Gange ist. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Ziele zu erreichen und die richtigen Weichen für eine klimafreundliche Energiezukunft zu stellen. Weitere Informationen finden Sie in den detaillierten Berichten von Xpert Digital, Bertelsmann Stiftung und Umweltbundesamt.