Heute ist der 20.07.2026 und die Stimmung bei DeFi Technologies könnte besser sein. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 99,1 Millionen Dollar und einen Nettogewinn von 62,7 Millionen Dollar erzielt. Doch trotz dieser beeindruckenden Zahlen ist der Aktienkurs auf Talfahrt. Analysten machen vor allem das Klagerisiko und die schrumpfende Liquidität im DeFi-Sektor dafür verantwortlich. Am Freitag lag der Kurs bei 0,3778 Euro, was über die letzten 12 Monate einen Rückgang von 86,58 Prozent bedeutet. Oje! Das ist wahrlich kein Grund zum Feiern.

Die Lage ist angespannt. Der RSI-Wert liegt bei 30,3 – das deutet auf überverkauftes Terrain hin. Das heißt, es könnte eine kleine Erholung bevorstehen, aber die Probleme sind nicht von der Hand zu weisen. Zum 31. März 2026 hielt das Unternehmen rund 156 Millionen Dollar in Cash, Stablecoins und digitalen Beständen. Das Working Capital hat sich von minus 5,1 Millionen Dollar auf plus 47,3 Millionen Dollar verbessert, was durchaus positiv ist. Trotzdem, die Gespenster der Sammelklage und der Liquiditätsproblematik schwirren über dem Unternehmen.

Die Schattenseiten des Erfolgs

Die Liquidität in der DeFi-Branche ist 2026 um 39 Prozent gesunken, eine Folge der Marktkorrektur und der zahlreichen Protokoll-Hacks. In diesem Jahr gab es insgesamt 121 Hacks, die einen Gesamtschaden von 942 Millionen Dollar verursachten. Besonders schmerzhaft waren die beiden großen Hacks im April, die jeweils fast 300 Millionen Dollar kosteten. Das drückt auf den Umsatz und lässt die Marktstimmung weiter sinken. Man könnte fast meinen, die DeFi-Branche hat ein richtiges Pechjahr.

Doch es gibt auch Lichtblicke. DeFi Technologies hat im jüngsten Quartal 11,2 Millionen kanadische Dollar Umsatz und 4,9 Millionen kanadische Dollar Nettogewinn erzielt. Die operativen Ausgaben sanken um 14 Prozent auf 52,6 Millionen Dollar, was zeigt, dass das Management auf die Kosten achtet. Zudem sind die Managementgebühren der Tochtergesellschaft Valour um 51 Prozent auf 9,7 Millionen Dollar gestiegen, und die Handelsprovisionen der Tochter Stillman brachten 9,6 Millionen Dollar ein. Das ist doch schon mal was!

Ein Blick auf die Leerverkäufe

<pJetzt wird’s interessant: Fintel-Daten zeigen einen Anstieg von 1.130 Prozent bei verfügbaren Aktien für Leerverkäufe. Vor kurzem gab es nur 650.000 Aktien, die für Leerverkäufe zur Verfügung standen, nun sind es bereits 8 Millionen. Dieser Anstieg wird als Zeichen für massives Short Covering interpretiert. Das Short Interest liegt bei etwa 14,56 Millionen Aktien, was rund 3,75 Prozent des öffentlichen Floats ausmacht. Im Vergleich zum Vormonat sind die Short-Positionen um 17,41 Prozent gesunken, was eine kleine Entspannung darstellt. Die Days to Cover liegen zwischen 3,37 und 3,7 Tagen – das könnte für die Leerverkäufer eine Herausforderung darstellen.

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Die tägliche Short-Quote schwankt zwischen 50 und 65 Prozent, was die Unsicherheit am Markt widerspiegelt. Besonders spannend sind die Fails-to-Deliver, die an einzelnen Tagen Spitzen von bis zu 377.426 nicht gelieferten Aktien zeigen. Es ist wirklich ein Hin und Her, und der Druck könnte durch institutionelle Käufe zunehmen, bevor die geplante Abstimmung über einen Reverse Stock Split am 29. Juni 2026 ansteht. Die Frage ist, ob die Institutionen vor der Abstimmung noch schnell zuschlagen.

Wenn man bedenkt, dass der aktuelle Kurs knapp unter 0,50 Euro liegt und damit über dem Substanzwert von 0,34 bis 0,39 USD, könnte sich hier vielleicht tatsächlich ein Boden bilden. Irgendwie scheint die Aktie trotz aller Widrigkeiten stabiler zu werden. Aber die Unsicherheiten aus der Vergangenheit – die Klage, die sinkende Liquidität – werden nicht einfach so ignoriert.