Krypto unter Druck: EU-Steuern und ihre möglichen Folgen für Investoren
Heute ist der 31.05.2026, und es gibt Neuigkeiten aus der Welt der Kryptowährungen, die aufhorchen lassen. Die EU-Kommission hat zwei neue Steuermodelle für Krypto-Vermögenswerte auf den Tisch gelegt. Die Idee? Eine EU-weite Kapitalertragsteuer auf Krypto-Gewinne und eine Transaktionssteuer von 0,1 % auf Handelsumsätze. Das klingt erst mal nicht schlecht, oder? Die Schätzungen der jährlichen Einnahmen aus beiden Steuern liegen zwischen 4 und 6,4 Milliarden Euro. Wenn man sich das über die Laufzeit des nächsten Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR 2028–2034) anschaut, könnten das bis zu 45 Milliarden Euro werden. Aber das ist alles noch in der Schwebe.
Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Lücke zwischen den Modellrechnungen und der tatsächlichen Situation wird als erheblich eingeschätzt. In Deutschland arbeitet das Bundesfinanzministerium an einem Referentenentwurf, der die Steuerfreiheit nach einer einjährigen Haltefrist abschaffen könnte. Das könnte für viele Investoren ein herber Schlag werden. Die EU-weite Krypto-Gewinnsteuer könnte jährlich zwischen 1 und 2,4 Milliarden Euro einbringen, basierend auf einer Folgenabschätzung von 2022. Allerdings bleibt die Datenlage für verlässliche Zahlen bis auf Weiteres unzureichend.
Die Details der neuen Steuermodelle
Die Krypto-Transaktionssteuer könnte im Idealfall 3 bis 4 Milliarden Euro pro Jahr generieren, und zwar über regulierte Börsen und Custodians. Eine interessante Wendung: Stablecoins sollen von dieser Steuer ausgenommen werden! Das bedeutet, dass nicht alle digitalen Währungen gleich behandelt werden. Und noch etwas: Die Gewinnsteuer und die Transaktionssteuer sind alternative Modelle – sie werden also nicht kumulativ erhoben.
Was den konkreten Steuersatz für die Gewinnsteuer betrifft, so gibt es noch keine Angaben. Unklar bleibt auch, ob die EU-Abgabe nationale Regelungen ersetzen oder lediglich ergänzen wird. Um einen Beschluss zu fassen, ist die Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich, was eine Umsetzung vor 2028 praktisch ausschließt. Für private Investoren ändert sich kurzfristig noch nichts, da wir uns aktuell in der Phase der Sondierungsrechnungen befinden.
Regulatorischer Druck und internationale Entwicklungen
Mittelfristig wird der regulatorische Druck durch die DAC8-Meldepflichten und das KStTG zunehmen. Finanzminister Lars Klingbeil plant, durch eine verschärfte Krypto-Besteuerung zusätzliche Einnahmen von rund 2 Milliarden Euro zu generieren. Ein Blick nach Österreich zeigt, dass dort seit 2022 eine pauschale Kapitalertragsteuer von 27,5 % auf Krypto-Kapitalerträge erhoben wird. 2024 waren es jedoch nur 33,8 Millionen Euro – das zeigt, dass die Realität oft hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Diskussionen über Krypto-Steuerregeln sind auch in anderen Jurisdiktionen im Gange. Der US-Senat beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema. Die MiCA-Verordnung soll Europa als attraktiven Krypto-Standort positionieren, aber die Aussicht auf eine höhere Steuerlast könnte Nutzer dazu bewegen, ihre Aktivitäten in Nicht-EU-Jurisdiktionen zu verlagern. Branchenanalysten bezeichnen die Projektionen der EU-Kommission als „fiskalisch überspannt“ – das wirft Fragen auf.
Die Rolle der Technologie und der internationalen Zusammenarbeit
Das Europäische Parlament hat bereits im Oktober 2022 die Auswirkungen neuer Technologien auf die Besteuerung von Kryptowerten und Blockchain-Technologie thematisiert. Die Notwendigkeit eines klaren, stabilen und transparenten Rechtsrahmens für Kryptowährungen wird immer deutlicher. Digitale Transaktionen und länderübergreifende Zusammenarbeit stellen die Steuerbehörden vor Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können.
Die Nutzung von Blockchain-Technologie könnte helfen, die Steuerverwaltung zu verbessern und Steuerbetrug zu bekämpfen. Doch die Mitgliedstaaten haben unterschiedliche Ansätze zur Besteuerung von Kryptowerten. Fünf Länder haben eigene Gesetze, während 19 Verwaltungsleitlinien erlassen haben. Ein gemeinsamer Ansatz auf EU-Ebene wird gefordert, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Die OECD hat zwar den Gemeinsamen Meldestandard (CRS) entwickelt, der jedoch keine Kryptowährungen erfasst. Die Notwendigkeit einer einheitlichen Definition von Kryptowerten und deren steuerlicher Behandlung ist mehr als offensichtlich.
Inmitten all dieser Überlegungen wurde das Infrastrukturprojekt Liquid Chain ($LIQUID) vorgestellt, das die Kapitaleffizienz und Transparenz im Krypto-Markt verbessern soll. Der $LIQUID-Token ist derzeit im Vorverkauf erhältlich und könnte möglicherweise eine interessante Option für diejenigen sein, die in die Zukunft der Krypto-Technologie investieren möchten.
