Krypto-Börsengänge und SPACs: Zwischen Hype und Realität im deutschen Finanzmarkt
Heute ist der 8.07.2026, und während die Welt der Kryptowährungen und SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) weiterhin in Bewegung ist, gibt es einiges zu berichten. Die Diskussion um diese Finanzvehikel ist alles andere als langweilig. Richard Dorman hat kürzlich festgestellt, dass es keinen wesentlichen negativen fundamentalen Katalysator gibt, was für viele Investoren eine Erleichterung sein dürfte. Große Bewegungen bei SPACs sind schließlich nicht gerade selten, und oft ist es der Wechsel der Investorenbasis, der für die Volatilität sorgt.
Wenn wir uns die vergangene Performance von Krypto-Börsengängen anschauen, wird die Sache jedoch etwas komplizierter. Dorman warnt davor, dass Anleger vorsichtig sein sollten, insbesondere im Hinblick auf den schwachen Verlauf dieser Märkte. Nehmen wir die nennenswerten Krypto-Börsengänge wie Coinbase (COIN) und Gemini (GEMI). Während Coinbase noch relativ stabil geblieben ist, hat Gemini seit ihrem Debüt im September einen Rückgang von 85 % verzeichnet. BitGo, das im Februar an die Börse ging, hat sogar 70 % seines Wertes verloren. Man fragt sich schon, ob der Hype um Krypto-Börsengänge nicht doch ein wenig übertrieben war.
Der SPAC-Hype und seine Folgen
SPACs haben in den USA seit den 1990er Jahren eine lange Geschichte, doch der wahre Boom kam erst 2020 und 2021, als Niedrigzinsen und Konjunkturhilfen viele Investoren anlockten. In Deutschland hingegen sind SPACs noch relativ rar gesät. Die Suche nach Investitionsmöglichkeiten in Europa, besonders in Deutschland, ist für US-amerikanische SPACs von großer Bedeutung. Es gibt jedoch viele Unsicherheiten, die die Unternehmen dazu bringen, vorsichtig zu agieren. Der Russland-Ukraine-Krieg und andere geopolitische Spannungen sorgen dafür, dass der Fokus auf europäischen Zielunternehmen mit einem gewissen Zögern gelegt wird.
Diese Firmenhüllen ohne operative Tätigkeit sammeln Kapital, um später in nicht börsennotierte Unternehmen zu investieren. Der Prozess der Übernahme wird als De-SPAC-Transaktion bezeichnet, und die Zeitspanne für den Abschluss einer Übernahme beträgt in der Regel 18 bis 24 Monate, andernfalls müssen sie abgewickelt werden. Das Kapital wird in einem Trust hinterlegt und zurückgezahlt, wenn keine Akquisition erfolgt. Bei US-notierten SPACs wird häufig eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden oder Irland als TopCo verwendet, was die rechtlichen Abläufe zusätzlich verkompliziert.
Neue Regelungen in Deutschland
Am 14. Dezember 2023 wurde das Zukunftsfinanzierungsgesetz (ZuFinG) verkündet, und mit ihm die Einführung der Börsenmantelaktiengesellschaft (BMAG). Diese Neuerung könnte das SPAC-Modell in Deutschland erheblich beeinflussen. Die BMAG wird als Gesellschaft zur Erreichung der eigenen Börsenzulassung definiert und soll den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Einlagen müssen von einem Treuhänder gehalten werden, was zusätzliche Sicherheit für die Investoren schafft – eine positive Entwicklung in einem oft undurchsichtigen Markt.
Allerdings bleibt abzuwarten, wie hoch die Akzeptanz dieser neuen Rechtsform tatsächlich sein wird. Die regulatorischen Anforderungen für Zielunternehmen nach einer SPAC-Übernahme sind vergleichbar mit denen eines regulären Börsengangs, was bedeutet, dass das Risiko für Unternehmen hoch bleibt. Zielunternehmen müssen nicht nur IFRS-Abschlüsse für die letzten drei Jahre vorlegen, sondern auch erhöhte Anforderungen an Risiko- und Compliance-Management erfüllen. Das kann für viele eine echte Herausforderung darstellen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Welt der SPACs und Krypto-Börsengänge weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen Hype und Realität agiert. Ob die neuen Regelungen in Deutschland den Markt beleben werden oder ob Anleger weiterhin vorsichtig bleiben, ist schwer zu sagen. Die Entwicklungen sind jedenfalls spannend und bieten viel Stoff für Diskussionen in der Finanzwelt.
