Heute ist der 28.04.2026, und die DeFi-Welt steht erneut im Rampenlicht. DeFi United, eine Koalition von Aave-Dienstleistern, hat einen umfassenden technischen Umsetzungsplan zur Wiederherstellung der rsETH-Deckung veröffentlicht. Dieser Schritt folgt einem verheerenden Angriff, der am 18. April 2026 stattfand, bei dem rund 292 Millionen USD (116.500 rsETH) aus der LayerZero-Bridge von KelpDAO entwendet wurden. Die Drahtzieher des Angriffs könnten Verbindungen zur berüchtigten nordkoreanischen Lazarus-Gruppe haben, was die Situation zusätzlich prekär macht.
Die Angreifer halten nach wie vor etwa 107.000 der ursprünglich gestohlenen rsETH in sieben Wallets, die mit ihnen in Verbindung stehen. DeFi United hat sich nun zum Ziel gesetzt, die Deckung von rsETH wiederherzustellen und gleichzeitig die überschüssigen Sicherheiten zurückzugewinnen. Ein ambitioniertes Unterfangen, das jedoch mit verschiedenen Risiken und Herausforderungen behaftet ist.
Der Wiederherstellungsplan im Detail
Der Wiederherstellungsplan hat zwei Hauptziele: Zum einen soll die Deckung von rsETH wiederhergestellt werden, und zum anderen gilt es, etwa 107.000 rsETH an überschüssigen Sicherheiten zurückzugewinnen. Um dies zu erreichen, muss der rsETH dem nominellen Kelp-Wechselkurs von 1,07 ETH entsprechen. Die notwendigen ETH-Zusagen zur Wiederherstellung wurden bereits abgestimmt, doch die endgültige Umsetzung hängt von Governance-Entscheidungen, Zeitplänen und verbindlichen Vereinbarungen ab.
Nach der Umsetzung des Plans wird die Deckung durch die Einzahlung von ETH in die Bridge-Lockbox vollständig wiederhergestellt. Der Wiederherstellungsprozess umfasst die Umwandlung der zugesagten ETH in mehreren Schritten in rsETH, die dann an den betroffenen Lockbox-Contract überwiesen werden müssen. Um etwa 13.000 ETH zurückzugewinnen, sieht der Plan zudem vor, die acht betroffenen Positionen auf den Ethereum Core- und Arbitrum-Märkten von Aave zu schließen.
Risiken und Herausforderungen
Obwohl DeFi United bestrebt ist, die rsETH-Deckung ohne Verluste zu sozialisieren, bestehen zahlreiche Risiken. Die Umsetzung des Plans hängt weiterhin von endgültigen Vereinbarungen und Governance-Entscheidungen ab. Das Schließen der betroffenen Positionen benötigt die Zustimmung durch Vorschläge auf Ethereum und Arbitrum. Zudem könnten Eingriffe des Angreifers zusätzliche Liquidationsschritte auslösen, die den Prozess weiter verkomplizieren könnten.
Die Situation ist daher angespannt, und sowohl Investoren als auch die beteiligten Plattformen blicken mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Schritte. Die DeFi-Community wird genau beobachten, wie sich die Dinge entwickeln, und welche Lehren aus diesem Vorfall gezogen werden können, um zukünftige Angriffe besser abzuwehren.