Heute ist der 4. Mai 2026 und in der digitalen Welt des Metaversums bahnt sich eine kleine Sensation an. Erinnern wir uns zurück: Mark Zuckerberg wetterte einst, das Metaversum sei die Zukunft des Einkaufens und Arbeitens. Virtuelle Geschäfte von Marken wie Nike und Gucci schienen nur der Anfang zu sein. Doch nun, wie ein Luftballon, der langsam die Luft verliert, wird die Plattform «Horizon Worlds» am 15. Juni 2026 abgeschaltet. Ein Abschied, der viele Fragen aufwirft – und ein wenig Melancholie verbreitet.

Die Plattform, die einst als das große Versprechen galt, bot eine bunte Palette an Erlebnissen. Zum Beispiel im «Soapstone Comedy Club», wo Nutzer mit ihren Avataren auftraten. Über 5000 Shows fanden dort statt – man kann sich vorstellen, wie das Publikum im virtuellen Raum tobte, mit bis zu 13.000 Zuschauern pro Woche! Doch die glänzende Fassade hatte Risse. Berichte über virtuelle Gruppenvergewaltigungen und die unpraktische Hardware, die bei vielen Nutzern Schwindel und Übelkeit verursachte, trübten das Bild. Während «Horizon Worlds» auf seinem Höhepunkt etwa 300.000 Nutzer zählte, können Titel wie «Fortnite» mit 650 Millionen und «Minecraft» mit 140 Millionen Nutzer nicht ignoriert werden. Das ist schon ein ganz schöner Rückstand, oder?

Das Ende einer Ära?

Neal Stephenson, der den Begriff «Metaverse» überhaupt erst ins Leben rief, hat seinen Glauben an die Zukunft der Datenbrillen verloren. Irgendwie schmerzhaft, wenn man bedenkt, wie viel Hoffnung in diese technologische Vision gesetzt wurde. Meta hat schätzungsweise 80 Milliarden Dollar in das Metaversum investiert, und jetzt? Jetzt wird die Plattform künftig nur noch auf Smartphones oder Tablets verfügbar sein. Das VR-Headset Quest wird nicht mehr unterstützt – als wäre man aus einem Traum gerissen worden. Was bleibt von all den Visionen, von der Möglichkeit, sich als Hologramm ins Büro oder zu Konzerten zu teleportieren? Nichts als Erinnerungen.

Die Herausforderung für Unternehmen bleibt auch weiterhin groß: Hochverfügbarkeit, spezielle Hardware und Software müssen in Einklang gebracht werden. Doch die Chancen im E-Commerce, etwa durch digitale Abbildungen stationärer Geschäfte oder innovative Produktvisualisierungen, sind nicht von der Hand zu weisen. Und dann sind da noch die KI-Begleiter, die immer populärer werden. Mit über 100 Millionen Nutzern weltweit scheint es, als würden diese digitalen Freunde die sozialen Interaktionen revolutionieren. Zuckerberg selbst glaubt, dass in Zukunft viele Freunde KIs sein werden, während die Zahl der lebenden Facebook-Nutzer abnimmt. Ein krasser Perspektivwechsel, oder?

Ein Blick in die Zukunft

Die Vision des Metaversums könnte noch nicht ganz tot sein, aber sie hat definitiv Federn gelassen. Die offenen Fragen zur Gesetzgebung und zum Datenschutz müssen ebenfalls beachtet werden. Auch wenn die Technologie hinter dem Metaversum nicht wie gewünscht funktioniert hat, bleibt die Idee, eine Verschmelzung von realer und virtueller Welt zu schaffen, immer noch faszinierend.

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In einer Zeit, in der sich die Welt so schnell verändert, kann man nur hoffen, dass die nächsten Schritte in der digitalen Evolution besser durchdacht sind. Wer weiß, vielleicht kommen wir eines Tages zurück und finden neue Wege, miteinander zu interagieren – ganz ohne Übelkeit und Schwindel. Bis dahin, auf Wiedersehen, «Horizon Worlds». Die digitale Bühne wird neu bespielt.