Heute ist der 29.05.2026 und die Welt der Kryptowährungen und Tokenisierung steht an einem spannenden Punkt. Es gibt einen Haufen Anbieter, die den Prozess des Tokenisierens anbieten, aber irgendwie scheint der Vertrieb der digitalen Assets die große Baustelle zu sein. Auf der Konferenz AssetRush in Zürich klagte ein Unternehmer, dass es ihm schwerfällt, seine tokenisierten Assets an den Mann zu bringen. Das ist schon eine ziemliche Herausforderung, die viele in der Branche betrifft.

Schaut man genauer hin, wird schnell klar, dass es für tokenisierte Assets keinen zentralen Verkaufskanal gibt. Man könnte sagen, es fehlt an großen Handelsplattformen, die man mit „Migros“ oder „Aldi“ für digitale Werte vergleichen könnte. Anbieter wie Aktionariat und Daura haben ihr Angebot sogar zurückgefahren und kämpfen ums Überleben. Es ist nicht nur ein einzelner Anbieter, der strauchelt – Unternehmen wie Farmy und Outlaws, die ihre Aktien tokenisieren ließen, mussten bereits aufgeben. Die Digitalbörse SDX der Schweizer Börse SIX hat sogar ihre Börsenlizenz zurückgegeben, nachdem das Projekt von Anfang an Schwierigkeiten hatte.

Die Herausforderungen der Tokenisierung

Ein weiterer Punkt, der für Aufsehen sorgt: Banken haben ein Verbot des Handels mit Kryptowährungen über die SDX durchgesetzt. Da fragt man sich doch, wo der Anreiz bleiben soll, auf Tokenisierung umzusteigen. Während in den USA bereits Bestrebungen angestoßen werden, den Wertschriftenhandel mit Tokenisierung auf die Blockchain zu bringen, sieht es hierzulande nicht unbedingt rosig aus. Krypto-Unternehmer Bernd Lapp bringt das Dilemma auf den Punkt: Viele Anbieter nutzen die Blockchain nicht als primäre Quelle der Wahrheit, was die Sache nicht einfacher macht. Er selbst hat eine Plattform namens KANN.tech entwickelt, die Blockchain-native Assets ermöglicht – ein Lichtblick in der dunklen Landschaft der Tokenisierung.

Die technische Umsetzung ist nur ein Teil des gesamten Prozesses, wie Daniel Diemers von der SNGLR Group erklärt. Es fehlt nicht nur an der Markt-Nachfrage, die den Hype um Tokenisierungsplattformen verringert hat, sondern auch an der Maschinenlesbarkeit der Cashflows und an den nötigen Vertriebsplattformen. Investoren müssen oft selbst mitgebracht werden – das ist nicht gerade einladend für Neueinsteiger, oder?

Die Rolle der Blockchain

Ein bisschen mehr Kontext gefällig? Die Blockchain-Technologie selbst hat ein enormes Potenzial, das über den Kryptobereich hinausgeht. Die Distributed-Ledger-Technologien (DLT) bieten eine fälschungssichere, dezentrale Architektur und ermöglichen die Digitalisierung und Übertragung von Werten über das Internet. Anwendungsfälle in der Realwirtschaft, wie Pay-per-Use-Modelle und Lieferkettenmanagement, zeigen, wie vielseitig diese Technologie sein kann. Und auch die Regulierung in Deutschland und Europa wird vorangetrieben, mit dem Ziel, einen einheitlichen rechtlichen Rahmen zu schaffen.

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Das Kryptoverwahrgeschäft wurde 2019 ins Kreditwesengesetz aufgenommen, und Kryptowerte gelten mittlerweile als legale Finanzinstrumente. Es gibt also durchaus Fortschritte, auch wenn die Herausforderungen nicht von der Hand zu weisen sind. Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) soll zudem für mehr Verbraucherschutz und Marktregulierung sorgen.

Blick in die Zukunft

Im Ausblick auf die Zukunft sieht es spannend aus! Das Web 3.0, dezentralisierte Netzwerke, NFT und das Metaverse – alles Begriffe, die uns in den nächsten Jahren weiter beschäftigen werden. Die Blockchain könnte die Infrastruktur für eine digitale Ökonomie bieten, die weit über das hinausgeht, was wir heute kennen. Aber bis wir dahin kommen, müssen wir die aktuellen Probleme bewältigen. Die Diskussion um den Vertrieb von tokenisierten Assets bleibt also spannend – vielleicht ist der Durchbruch ja näher, als wir denken.