Heute ist der 28.05.2026. In der Welt der Kryptowährungen und Finanzen tut sich momentan richtig viel. Die großen Player setzen auf neue Technologien und innovative Produkte, um den Markt aufzumischen. Anthropic hat gerade neue Agenten speziell für den Finanzsektor vorgestellt, die die Art und Weise, wie wir handeln, revolutionieren könnten. Auch Circle bleibt nicht untätig und hat Nanobezahlungen eingeführt – ein kleiner, aber feiner Schritt, um den Zahlungsverkehr effizienter zu gestalten. Und während MoonPay mit einer neuen Debitkarte für Agenten aufwartet, hat Gemini das agentische Trading ins Leben gerufen. Es fühlt sich an, als ob der Wettlauf im Bereich der agentischen Finanzen richtig Fahrt aufnimmt!
Doch was bedeutet das für die Anleger? Grundsätzlich ändern diese neuen Produkte nicht das zugrunde liegende Geschäftsmodell der Börsen und Broker. Letztendlich verdienen sie mehr, wenn die Kunden aktiv handeln. Diese Dynamik ist nicht neu, aber sie wirft Fragen auf, denn Daten zeigen, dass häufiges Handeln den langfristigen Renditen oft nicht zuträglich ist. Krypto-Börsen und Neobroker haben den Handel zwar schneller und günstiger gemacht, doch die alten Muster bleiben bestehen: Banken profitieren, wenn ihre Kunden bleiben, während Börsen Gewinne einfahren, wenn die Kunden handeln.
Der Wandel der Handelslandschaft
Ein Blick auf die Zahlen macht deutlich, wie groß die Finanzströme mittlerweile sind. Im Jahr 2025 haben US-Market-Maker über 4,9 Milliarden US-Dollar für Order-Flow gezahlt – ein gewaltiger Betrag! Und im ersten Quartal 2026 betrug das Derivatevolumen sogar etwa 18,6 Billionen US-Dollar. Das bringt uns zu einem interessanten Punkt: Robinhood, bekannt für seinen disruptiven Ansatz, verdiente mehr als 75 Prozent seines Umsatzes aus dem Payment for Order Flow (PFOF). Doch hier bahnt sich etwas an: Die EU hat beschlossen, das PFOF am 1. Juli 2026 zu verbieten. Das bedeutet, dass Broker keine Rückvergütungen von Market Makern mehr annehmen dürfen. Ein Schritt, der für viele Anleger von Bedeutung sein könnte.
Scalable Capital hat bereits vorgesorgt und ist seit Dezember 2024 PFOF-frei. Sie betreiben ihre eigene Börse (EIX) als Market Maker. Trade Republic hingegen hat sich eine eigene MTF-Lizenz gesichert und betrachtet PFOF als einen kleineren Einnahmeblock. Das zeigt, dass die Unternehmen sich auf die Veränderungen einstellen und versuchen, neue Wege zu finden, um ihre Modelle nachhaltig zu gestalten. Anleger sollten sich jedoch unbedingt über den Status ihrer Broker informieren – gerade jetzt, wo sich alles so rasant verändert.
Die Rolle von KI und Smart Contracts
Ein weiteres spannendes Element in dieser neuen Finanzlandschaft sind die KI-Agenten. Sie sollen nicht nur die Gewinn- und Verlustrechnungen der Kunden verbessern, sondern könnten auch das bestehende Börsenmodell herausfordern. Unabhängige, programmierbare Agenten könnten bessere Vermittler sein und durch Smart Contracts die Anreize zwischen Agenten und Portfoliozuwächsen verbinden. Eine Plattform, die diese Ausrichtung Onchain nachweist, könnte den Privatanlegern tatsächlich einen gerechteren Gegenpart bieten. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder?
Die Entwicklungen sind also vielschichtig und bringen sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Während die großen Firmen ihre Strategien anpassen, bleibt der Privatanleger oft im Dunkeln. Die Beseitigung der Mindestkapitalanforderung von 25.000 US-Dollar könnte zwar zu mehr Handelsaktivitäten führen, doch ist es nicht zu vernachlässigen, dass 74 % bis 89 % der Privatanleger beim Handel Geld verlieren. Ein Gedanke, der nachdenklich stimmt.
Ein weiteres wichtiges Thema sind die Gebühren. Die Robo-Advisor, die 0,25 Prozent an Vermögenswerten pro Jahr verlangen, stehen im Gegensatz zu menschlichen Beratern, die etwa 1 Prozent verlangen – egal, ob die Anleger Gewinne oder Verluste machen. Die Differenz ist bemerkenswert und zeigt, wo die Prioritäten liegen. Gerade in einem sich so schnell ändernden Umfeld sollten Anleger ihre letzten Orderabrechnungen genau prüfen und die Kommunikation ihrer Broker aufmerksam verfolgen.
Die kommenden Monate versprechen also einiges an Aufregung. Mit dem EU-Verbot von PFOF, das am 30. Juni 2026 in Kraft tritt, könnte sich die Landschaft für Krypto-Orders, die über regulierte Plattformen gehandelt werden, erheblich verändern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Akteure anpassen und welche neuen Wege sie einschlagen werden. Eines ist sicher: In der Welt der Kryptowährungen und Finanzen bleibt es spannend!