Der Kryptomarkt steht vor einer entscheidenden Phase in der Gesetzgebung, und die Uhren ticken. Im letzten Monat hat der Gesetzentwurf zur Strukturierung des Kryptomarktes nur schleppend Fortschritte gemacht. Prognosen zur Verabschiedung des Gesetzes sind alles andere als klar, doch die Zeit wird knapp. Der Gesetzesentwurf wird diesen Monat nicht erwartet, was zwar den Prozess nicht stoppt, aber den Zeitrahmen erheblich drängt. Fragen zur Marktstruktur, insbesondere Stellungnahmen der SEC, bieten keine dauerhaften Leitlinien. Die SEC hat zudem Zeit, Regeln zu erarbeiten, die ein umfassendes Anhörungs- und Kommentierungsverfahren durchlaufen müssen.

Die Zielsetzung der Marktstrukturgesetzgebung ist klar: Die Vorschriften der Kryptoindustrie sollen gesetzlich verankert werden. Ohne den Clarity Act könnte die Diskussion über Krypto-Vorschriften in einigen Jahren wieder auf der Tagesordnung stehen. Der Memorial Day, der am 25. Mai gefeiert wird, gilt als ultimatives Datum für den Fortschritt der Gesetzgebung vor der Wahl. Nach diesem Datum werden die Gesetzgeber in den Wahlkampf ziehen und haben dann weniger Zeit für gesetzgeberische Aktivitäten.

Der Clarity Act und seine Bedeutung

Der CLARITY Act, auch bekannt als Digital Asset Market Clarity Act, wird schließlich Ende April 2026 im Senate Banking Committee behandelt. Der Ausgang des Gesetzes könnte die erste umfassende Regelung für den Kryptowährungsmarkt in den USA bringen oder möglicherweise bis mindestens 2030 aufgeschoben werden. Es ist erwähnenswert, dass der Gesetzesentwurf am 17. Juli 2025 mit 294-134 Stimmen im House verabschiedet wurde. Der CLARITY Act schafft ein dreikategoriales Klassifizierungssystem für digitale Vermögenswerte, das Wertpapiere, digitale Rohstoffe und Stablecoins umfasst. Während Wertpapiere unter der Aufsicht der SEC stehen, fallen digitale Rohstoffe in den Zuständigkeitsbereich der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), während Stablecoins von beiden Institutionen gemeinsam beaufsichtigt werden.

Der Kryptomarkt hat aktuell ein Volumen von 2,6 Billionen USD, mit 98,6 Milliarden USD in Bitcoin ETF-Vermögenswerten und 317 Milliarden USD in Stablecoins. Senatorin Cynthia Lummis warnte, dass ein Scheitern des Gesetzes bis 2030 zu erheblichen Verzögerungen führen könnte. Die Debatte über Stablecoins ist besonders umstritten, insbesondere in Bezug auf passive Erträge. Kritiker befürchten, dass das Gesetz die Kompetenzen der Bundesstaaten schwächen und neue Druckpunkte für Dezentralisierung und DeFi schaffen könnte.

Der Weg zur Gesetzgebung

Die politische Unterstützung für den CLARITY Act ist zwar bipartisan, jedoch gibt es auch Widerstand von progressiven Demokraten und der Bankenlobby. Der Gesetzesentwurf umfasst wichtige Bestimmungen zu DeFi (Dezentralisierte Finanzen), die zwischen Protokollebene und zentralisierten Intermediären unterscheiden. Die CFTC erhält durch den CLARITY Act die exklusive Aufsicht über den Spotmarkt für digitale Rohstoffe, was eine erhebliche Erweiterung ihrer Befugnisse darstellt.

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Die Marktentwicklung wird stark von der regulatorischen Klarheit beeinflusst, die der CLARITY Act bieten könnte. Prognosen deuten darauf hin, dass der Bitcoin-Preis innerhalb von 60 Tagen nach Verabschiedung des Gesetzes 90.000 USD erreichen könnte. Die Unklarheit über den Fortschritt des Gremiums in Bezug auf den Gesetzentwurf bleibt bestehen. Diese Woche sind keine wichtigen Anhörungen oder politischen Veranstaltungen geplant, was die Spannung weiter erhöht. Dennoch könnte eine Abstimmung zur Nominierung von Kevin Warsh zum Fed-Vorsitzenden angekündigt werden – ein weiterer Schritt, der die politische Landschaft beeinflussen könnte.

Für die über 100 Mitglieder der Kryptoindustrie, die einen offenen Brief zur Einberufung einer Anhörung im Senatsausschuss für Banken unterzeichnet haben, heißt es nun: Abwarten und Tee trinken. Die Diskussionen über die Rendite von Stablecoins dominieren weiterhin, während viele andere offene Fragen noch ungelöst sind. Der Abgeordnete French Hill erklärte, dass viele dieser Fragen im Entwurf des Repräsentantenhauses bereits geklärt wurden. Der Senat sollte nun einen gemeinsamen Nenner finden, basierend auf der Arbeit des Repräsentantenhauses.