Heute ist der 24.05.2026 und die Welt der Kryptowährungen, besonders Ethereum, ist in aller Munde. Der Blockchain-Forscher William Mougayar hat kürzlich auf die anhaltende Kritik an der Ethereum Foundation (EF) reagiert. Ein Punkt, auf den er besonders hinweist: Die EF erfüllt ihre Aufgaben – auch wenn das von einigen Kritikern missverstanden wird. Die Trennung zwischen dem ETH-Asset, dem Ethereum-Netzwerk und der Stiftung selbst sei wichtig, um klare Sichtweisen zu fördern. Es sind drei eigenständige Einheiten, die zusammenarbeiten, aber nicht immer gleichzusetzen sind.
Laut Mougayar ist das ETH-Asset eine Form von Geld, während die Infrastruktur die gemeinsame Rechenleistung darstellt, und die Stiftung als gemeinnützige Organisation agiert. Hier wird oft die Vermischung dieser Konzepte kritisiert, die zu falschen Prognosen und unbegründetem Unmut führt. Ein Beispiel dafür ist die Krypto-Community, die der Stiftung die Schuld an Preisrückgängen gibt – vor allem wegen der Verkäufe von ETH und einer als mangelhaft empfundenen Kommunikation. Aktuell liegt der Preis von ETH bei etwa 2.117,09 USD. Kürzlich hat die Stiftung 10.000 ETH im Wert von rund 22,9 Millionen USD an BitMine Immersion Technologies verkauft. Diese Maßnahmen sorgen weiterhin für Diskussionen am Markt.
Ethereum als globales Gut
Doch Mougayar ist nicht nur Kritiker, sondern auch Visionär. In seinem Forschungsbericht „The Internet’s Blueprint for Ethereum“ argumentiert er, dass Ethereum vom Markt falsch bewertet wird – als wäre es ein Tech-Unternehmen und nicht ein globales öffentliches Gut. Er zeigt auf, dass der wahre Wert von Ethereum zwischen 2 und 6 Billionen USD liegt, also weit über der aktuellen Marktkapitalisierung. Ein mutiger Gedanke, der zum Nachdenken anregt!
Die von ihm eingeführte Bewertungsstruktur für Ethereum besteht aus drei Schichten: Zunächst die „Captured Value“ (sichtbares Eigenkapital), das die aktuelle Marktkapitalisierung von ETH, Layer-2s und DeFi-Assets umfasst. Schätzungen zufolge liegt dieser Wert zwischen 0,6 und 0,9 Billionen USD. Darauf folgt der „Economic Flow“ (digitales BIP), der die jährliche wirtschaftliche Aktivität, die auf Ethereum basiert, bei über 50 Billionen USD sieht. Schließlich gibt es den „Trust Surplus“ (unsichtbarer Wert), der die wirtschaftlichen Vorteile vom Wegfall von Intermediären und Betrug bewertet – geschätzt zwischen 150 und 600 Milliarden USD.
Die Rolle von ETH im Netzwerk
ETH, die native Währung von Ethereum, spielt eine zentrale Rolle im gesamten Netzwerk. Sie ermöglicht schnelle Geldtransfers weltweit und das zu geringen Kosten. Nutzer zahlen Transaktionsgebühren, auch Gasgebühren genannt, in ETH für alles Mögliche – sei es das Versenden von Geld, das Sammeln von Kunst oder die Entwicklung von DApps. Diese Gebühren sind nicht nur ein notwendiges Übel, sondern helfen auch, Spam zu verhindern und belohnen die Validatoren, die das Netzwerk sichern.
Diese Validatoren sperren ihre ETH im Staking-System und verdienen als Belohnung zusätzliche ETH für die Verarbeitung der Transaktionen. Und hier wird’s spannend: Ethereum hat eine selbsttragende Wirtschaft, die von ihren Nutzern angetrieben wird. Es könnte sogar zu einer deflationären Tendenz kommen, denn bei jeder Nutzung wird ein Teil der ETH verbrannt. An geschäftigen Tagen wird mehr ETH verbrannt als neu geschaffen, was die Knappheit erhöht.
Die Vorstellung, dass ETH nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als Investition betrachtet wird – ob durch Halten, Staken oder Verleihen – ist für viele Menschen ein Anreiz, sich intensiver mit Ethereum zu beschäftigen. Die Gemeinschaft ist lebendig, die Diskussionen hitzig. Und während Mougayar den Blick in die Zukunft wagt, bleibt die Frage: Wie wird sich Ethereum tatsächlich entwickeln? Das bleibt spannend zu beobachten.